Alternativer Süßstoff

Evonik bringt kalorienarme Zuckeralternative nach Asien

03.04.2017 Isomalt wird als Zuckeraustauschstoff in Süßwaren verarbeitet und eignet sich als kalorienarmes Süßungsmittel auch für Diabetiker. Auf dem asiatischen Kontinent produziert als erster ein Joint Venture aus Evonik Industries und Rajburi Sugar diese Zuckeralternative.

Chocolates

Isomalt könnte dabei helfen, Zuckererkrankungen in Asien zu reduzieren. (Bild: JJAVA – Fotolia)

Hierfür haben die Partner eine Demonstrationsanlage nach einem von Evonik entwickelten Verfahren nun offiziell in Ratchaburi, Thailand, in Betrieb genommen. Die Investitionssumme liegt bei einem niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Betrag. „Südostasien ist ein wichtiger Wachstumsmarkt für Evonik. Wir wollen hier mit innovativen Produkten und Lösungen, die den Menschen nutzen, neue Märkte erschließen“, erklärt Christian Kullmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Evonik, bei der offiziellen Inbetriebnahme der Anlage in Thailand. „Wir sind die ersten, die die Zuckeralternative vor Ort herstellen und ich bin zuversichtlich, dass wir ein Produkt mit Zukunft in der Hand haben.“

Die Nachfrage nach Zuckeraustausch-Stoffen in Asien ist groß; die Zahl an Menschen mit Übergewicht und Diabetes wächst stetig: Fast jeder zehnte Asiate ist derzeit von der häufigsten Form der Zuckerkrankheit, dem Typ-2-Diabetes, betroffen. Laut aktuellen Studien könnte sich diese Zahl in den nächsten 25 Jahren nahezu verdoppeln. Entsprechend steigt der Bedarf an kalorienarmer Ernährung. Süßwarenhersteller konzentrieren sich zunehmend auf die Herstellung von Produkten ohne Zucker.

Im Gegensatz zu anderen Zuckeraustauschstoffen zeichnet sich Isomalt dadurch aus, dass es praktisch keine Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt. Dadurch verklumpt Isomalt weder beim Verarbeitungsprozess, noch im Endprodukt. Hersteller müssen Konsumentenprodukte mit Isomalt daher nicht einzeln verpacken, da sie nicht miteinander verkleben, und erfüllen die ästhetischen und gesundheitlichen Ansprüche der Verbraucher. Isomalt schont die Zähne und die Darmflora ist nur im geringen Maße fähig, Isomalt zu verwerten. Das bedeutet: weniger Kalorien.

Um die Produktion von Isomalt effizient und nachhaltig zu gestalten, haben Forscher der strategischen Innovationseinheit Creavis von Evonik gemeinsam mit der Verfahrenstechnik den herkömmlichen Herstellungsprozess optimiert und das Verfahren patentiert. Der Prozess kommt mit weniger Schritten aus und erzeugt mittels biotechnologischer Methoden aus der gleichen Ausgangsmenge mehr Produkt. Dr. Ulrich Küsthardt, Chief Innovation Officer von Evonik, erklärt: „Der neue Prozess ist das Ergebnis unserer Innovationskraft und unserer Kooperationsfähigkeit. Creavis hat ein Projekt initiiert, das wir im bereichsübergreifenden Austausch zwischen Creavis und den Wissenschaftlern der Segmente sowie mit unserem thailändischen Partner zum Erfolg führen. Mit der Inbetriebnahme der Demonstrationsanlage haben wir eine weitere Grundlage für die Entstehung eines neuen Geschäfts in unserem Wachstumsfeld Advanced Food Ingredients geschaffen.“

Im Fokus der Geschäftsaktivitäten von Advanced Food Ingredients stehen natürliche Nahrungsmittelinhaltsstoffe mit wissenschaftlich belegtem gesundheitlichem Nutzen sowie Formulierungstechnologien, die Inhaltsstoffe zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle im menschlichen Körper freisetzen. Damit will Evonik seinen Kunden differenzierende Lösungen für hochwertige Nahrungsergänzungsmittel und funktionelle Lebensmittel anbieten.

Das in Ratchaburi produzierte Isomalt vermarkten der Produktbereich Pharma & Food Ingredients von Evonik zusammen mit Rajburi Sugar in Südostasien unter dem Markennamen Risumalt vor allem für den Einsatz in Nahrungsergänzungs- und Lebensmitteln.

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