Joint Venture-Gründung

Evonik und DSM züchten Algen für die Fischzucht

08.03.2017 Royal DSM und Evonik gründen ein Joint Venture für Omega-3-Fettsäureprodukte aus natürlichen Meeresalgen für die Tierernährung. Hierdurch könnten erstmals Omega-3-Fettsäuren für die Tierernährung ohne Fischöl aus gefangenem Wildfisch entstehen.

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Die Omega-3-Fettsäureprodukte sollen in der Fischzucht zum Einsatz kommen. (Bild: Chris Bett – Fotolia)

Die alternative Omega-3-Quelle von Evonik und DSM enthält sowohl EPA als auch DHA und zielt auf Anwendungen in Lachs-Aquakulturen sowie im Haustierfutter ab. Die Unternehmen errichten gemeinsam eine Produktionsanlage im kommerziellen Maßstab in den USA. DSM Nutritional Products und Evonik Nutrition & Care halten jeweils einen 50%igen Anteil an diesem Joint Venture und sind gemeinsamer Eigentümer der Produktionsanlage, die an einem bestehenden Standort von Evonik entsteht und 2019 die Produktion aufnehmen soll. Das Joint Venture plant, in die Anlage etwa 200 Mio. US-Dollar zu investieren (100 Millionen US-Dollar von jeder der Parteien über einen Zeitraum von zwei Jahren). Die jährliche Produktionskapazität soll anfangs etwa 15 % der aktuellen Jahresnachfrage nach EPA und DHA in der gesamten Lachszuchtindustrie decken. Die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens, das den Namen Veramaris tragen und seinen Hauptsitz in den Niederlanden haben soll, steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.

Das hochkonzentrierte Algenöl von Evonik und DSM ist laut Unternehmen eine hochwertige und reine Quelle an EPA und DHA, die die Tierernährungsindustrie in die Lage versetzt, die steigende Nachfrage nach diesen beiden essentiellen Omega-3-Fettsäuren zu decken, ohne dabei Fischbestände zu gefährden. Zugleich leiste sie einen Beitrag zu gesunder Tierernährung sowie zum ökologischen Gleichgewicht und zur Biodiversität der Meere.

Bündelung der Kompetenzen

Das Joint Venture geht aus einer gemeinsamen Entwicklungsvereinbarung hervor, die im Juli 2015 unterzeichnet wurde. Im Rahmen dieser Vereinbarung haben Evonik und DSM gemeinsam an der Entwicklung von Produkten und dem Herstellungsprozess gearbeitet und Vermarktungsmöglichkeiten ausgelotet. Beide Unternehmen haben positive Ergebnisse bei der Produktentwicklung erzielt und dabei intensiv mit der gesamten Wertschöpfungskette unter Einbeziehung von Fischfutterherstellern, Fischzüchtern und Händlern gearbeitet.

Möglich wurde der Durchbruch in der Produkt- und Verfahrensentwicklung durch die sich ergänzenden Kompetenzen von DSM und Evonik: So liegt der Schwerpunkt von Evonik auf der Entwicklung industrieller Biotechnologie-Verfahren und im wirtschaftlichen Betrieb von Herstellungsanlagen für fermentative Aminosäuren im industriellen Maßstab. DSM verfügt über Fachkenntnis in der Kultivierung von Meeresorganismen sowie über langjährige Erfahrung in der Entwicklung und im Betrieb biotechnologischer Anlagen. Im Rahmen dieser gemeinsamen Entwicklungsvereinbarung haben die beiden Unternehmen nun erfolgreich erste Mengen des Algenöls am DSM-Produktionsstandort in Kingstree, South Carolina, hergestellt. Kunden können das Produkt daher bereits heute beziehen.

Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA

Omega-3-Fettsäuren sind eine Familie mehrfach ungesättigter Fette, zu denen auch Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) gehören. Da sie der Körper nicht selbst produzieren kann, müssen Omega-3-Fettsäuren mit der Nahrung oder über Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden. Zahlreiche Studien zeigen, dass ausreichende Mengen der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA die Gesundheit von Gehirn, Augen und Herz vieler Lebewesen unterstützen. Dies gilt auch für den Menschen.

In der Forschung gibt es darüber hinaus Hinweise, dass die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA den Triglycerid-Spiegel (Lipide) im Blut senken und positive Auswirkungen auf die Funktion der Arterien haben. Zahlreiche Gesundheitsbehörden empfehlen, zweimal pro Woche Fisch oder Meeresfrüchte zu essen. In einer Studie zu Risiken und Nutzen des Fischverzehrs im Journal der American Medical Association (JAMA) fanden Forscher, dass ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche, insbesondere bei Fischen mit hohem Gehalt an den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, das Herzinfarktrisiko um 36 % verringerten.

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