EU-Richtlinie für Arzneimittel

Fälschungsschutz: Securpharm zieht erste Bilanz

04.02.2020 Vor einem Jahr ging das Securpharm-System zur Umsetzung der EU-Fälschungsschutzrichtlinie für Arzneimittel an den Start. Jetzt hat die in Deutschland zuständige Organisation Bilanz und erste Schlüsse für die Zukunft gezogen.

Nahezu alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel, die seit 9. Februar 2019 in Verkehr gebracht werden, müssen zusätzliche Sicherheitsmerkmale – einen Erstöffnungsschutz und eine individuelle Packungsnummer – tragen und werden noch einmal auf Echtheit geprüft, ehe sie den Patienten erreichen. Mit mehr als einer Milliarde Arzneimittelpackungen mit neuem digitalen Schutz und täglich 6,2 Mio. Scans in Apotheken und Großhandel sieht Securpharm für das digitale Fälschungsschutzsystem ein „gelungenes erstes Praxisjahr“. Nach vollständiger Umstellung werden in Deutschland voraussichtlich sogar 10 Mio. Scans pro Werktag durchgeführt werden. Die aktuelle Differenz erklärt sich unter anderem daraus, dass vor dem Stichtag in Verkehr gebrachte Arzneimittel weiterhin bis zum Ablauf ihres Verfalldatums in Apotheken abgegeben werden dürfen.

Systemstart hat pünktlich geklappt

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Seit 9. Februar 2019 müssen Arzneimittel einen Erstöffnungsschutz und eine individuelle Packungsnummer tragen. (Bild: Securpharm)

Derzeit nutzen nach Angaben der Organisation rund 19.330 Apotheken, 408 Krankenhausapotheken, 945 Großhändler und 386 Hersteller in Deutschland das System. „Die gründliche Vorbereitung und die Testmöglichkeiten haben dazu geführt, dass die Marktteilnehmer die Umstellung auf den digitalen Ausweis für Arzneimittelpackungen pünktlich und flächendeckend zum Stichtag vollzogen haben“, so Martin Bergen, Geschäftsführer der Organisation. Zum Systemstart seien fast alle erwarteten Teilnehmer mit dem Securpharm-System verbunden gewesen.

Ziel: Bessere Performance und Koordination

Securpharm erkennt aber neben Erfolgen auch Herausforderungen. So sei der bisherige Weg „erst der Beginn eines längeren Weges zu einem europaweit verbesserten Fälschungsschutz für Arzneimittel.“ Daher wolle die Organisation im zweiten Jahr an der Systemperformance arbeiten, auch in Koordination mit den Schutzsystemen anderer EU-Länder. Das deutsche System ist eingebettet in ein europaweites Schutzsystem des legalen Vertriebs gegen gefälschte Arzneimittel. Zunächst gingen in 26 EU-Mitgliedstaaten sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein die Sicherheitssysteme in Betrieb. Bis 2025 kommen dann auch die Systeme Italiens und Griechenlands dazu. (jg)

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