Modular und automatisiert zur flexiblen Arzneimittelproduktion

Flexible Dosier-, Abfüll- und Verpackungssysteme

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04.09.2019 Höher, schneller, weiter? Diese Prädikate standen viele Jahre bei der Entwicklung von Maschinen zum Verpacken von Arzneimitteln im Vordergrund.

Entscheider-Facts

  • Flexible Produktionssysteme werden in der Arzneimittelherstellung immer wichtiger.
  • Das variable Produktionssystem Variosys wird sukzessive um neue Module ergänzt.
  • Für größere Ausbringungsleistungen wurde das flexible Maschinenkonzept Combisys entwickelt.
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Das Produktionssystem Variosys kann nach dem Baukastenprinzip flexibel zusammen-gestellt werden. (Bilder: Bausch + Ströbel)

Doch mit der Individualisierung von Medikamenten heißt eine neue Anforderung „klein und flexibel“. Der Maschinenanbieter Bausch+Ströbel hat sich dazu Gedanken gemacht und handfeste Lösungen entwickelt.

Wenn teure Wirkstoffe und Arzneimittel, beispielsweise in der klinischen Phase, in Kleinchargen produziert werden müssen, sind die Grenzen konventioneller Produktionskonzepte schnell erreicht: Bis die Produktionslinie eingerichtet ist, entsteht unter Umständen unverhältnismäßig viel Ausschuss, der bei teuren Präparaten für Betreiber richtig ins Geld gehen kann. Und oft sind die Ausgangsvoraussetzungen ganz anders: Entwickler und Produzenten biopharmazeutischer Präparate entwachsen in der Regel dem Labormaßstab und wünschen sich deshalb Produktionsmaschinen, die nahtlos an diese Größenordnung anschließen.

Diese Problemstellungen hat der Maschinenhersteller Bausch+Ströbel gleich in mehreren Bereichen aufgegriffen: Neben dem variablen Produktionssystem Variosys – einem Isolatorsystem, dass nach dem Baukastenprinzip zusammengestellt werden kann, wurde die Palette an flexiblen Produktionsmaschinen jüngst um eine MultiDosierstation sowie die flexible Verpackungslinie Combisys ergänzt. Und auch Robotik nutzt der Hersteller aus Ilshofen, um Füll- und Verschließmaschinen flexibler zu gestalten.

Doch der Reihe nach: Bereits 2017 stellte der Maschinenhersteller ein gemeinsam mit dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim entwickeltes Produktionskonzept vor, das aus flexibel miteinander kombinierbaren Modulen besteht. Dieses basiert auf zwei Komponenten: Einem von Skan entwickelten standardisierten Reinraumisolator und einem ebenfalls standardisierten, nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip austauschbaren Maschinenmodul. Die Maschinenmodule verarbeiten Vials, Spritzen, Karpulen und Ampullen.

Die hintereinander geschalteten Isolatormodule können zudem mit Sterilisiertunneln und Reinigungsmaschinen sowie einem Gefriertrockner zu einer Linie aufgebaut werden. Dadurch ist es möglich, das flexible System vom Laborsystem mit kleinen Losgrößen bis hin zur vollautomatischen Produktionslinie im Leistungsbereich bis 6.000 Packmitteln pro Stunde zu skalieren.

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Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food

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