Umstrittenes Weiß-Pigment

Frankreich verbietet Titandioxid in Lebensmitteln ab 2020

24.04.2019 Wegen gesundheitlicher Bedenken soll das weiße Pigment Titandioxid in Frankreich ab 2020 nicht mehr für den Einsatz in Lebensmitteln zugelassen sein – vor allem aufgrund fehlender Daten über mögliche Gesundheitsgefahren.

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Süßwaren mit weißem Überzug enthalten oft Titandioxid als Zusatzstoff E171. Frankreich verbietet den Zusatzstoff für Lebensmittel ab 20202. (Bild: Feng Yu – Fotolia)

Süßwaren mit weißem Überzug enthalten oft Titandioxid als Zusatzstoff E171. Frankreich verbietet den Zusatzstoff für Lebensmittel ab 20202. (Bild: Feng Yu – Fotolia)

Das Verbot soll ab dem 1. Januar 2020 gelten, teilten das französische Umwelt- und Wirtschaftsministerium mit. Als Zusatzstoff E171 kommt Titandioxid unter anderem in Süßigkeiten, Zahnpasta oder auch Mozarella zum Einsatz. Grund für das Verbot in Frankreich sind vor allem fehlende Informationen: „Besonders aufgrund fehlender Daten lässt sich keine akzeptable Tagesdosis für diesen Zusatzstoff festlegen“, heißt es in der Mitteilung der Ministerien. Die französische Gesundheitsbehörde Anses hatte bereits zuvor darauf hingewiesen, dass sich eine Gesundheitsgefahr nicht ausschließen lasse, und dass die Hersteller entsprechende Daten nicht zur Verfügung gestellt hatten.

Die Europäische Chemikalienagentur ECHA hat Titandioxid bereits 2017 als möglicherweise krebserregend eingestuft. Der Einsatz des Pigments in verschiedenen Bereichen wird seitdem diskutiert. Es dient auch in Farben, Lacken und Kunststoffen als weißer Farbstoff. Aufgrund seiner hervorragenden technischen Eigenschaften ist es beispielsweise für die Kunststoffindustrie praktisch unverzichtbar, wie Kunststoffhersteller in einer Studie ermittelt haben. (ak)

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