Vorläufige Quartalszahlen

Fresenius Medical Care senkt Umsatz- und Ergebnisprognose

17.10.2018 Der Medizintechnik-Anbieter Fresenius Medical Care senkt nach vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal 2018 seine Erwartungen. Weil das Geschäft in Nord- und Südamerika schwächelt, werden Umsatz und Ergebnis niedriger ausfallen als angenommen.

Anzeige
Der Elektrokonzern Philips kauft in der Medizintechnik-Sparte zu. (Bild: Gina Sanders – Fotolia)

Fresenius Medical Care senkt seine Erwartungen für 2018. (Bild: Gina Sanders – Fotolia)

Trotz des Gegenwindes zeigt sich Rice Powell, Vorstandsvorsitzender von Fresenius Medical Care (FMC), optimistisch: „Die Trends und Treiber unseres Wachstums bleiben intakt. In Nordamerika etwa haben wir unsere Profitabilität weiter steigern können, auch wenn wir in der Region nicht so schnell gewachsen sind wie ursprünglich erwartet. Außerdem dämpfte ein schwieriges volkswirtschaftliches Umfeld in einigen Schwellenländern das Geschäft. Weil wir davon ausgehen müssen, dass diese Bedingungen, zumindest teilweise, auch im vierten Quartal gelten, passen wir unseren Ausblick für das Gesamtjahr 2018 an“, so Powell. „In den USA haben wir uns im Rahmen von Informationskampagnen für den auch künftigen Zugang für Patienten zur Dialyse engagiert. Die damit verbundenen Aufwendungen haben unser Ergebnis im dritten Quartal zusätzlich belastet.” Neben den Kosten für diese Kampagnen in den USA schlug auch die Hyperinflation in Argentinien aufs Geschäft und dämpfte das Ergebnis.

Umsatz und Ergebnis unter den Erwartungen

Beim Umsatz rechnet FMC im dritten Quartal 2018 mit einem Rückgang um rund 6 % auf 4.058 Mio. Euro (währungsbereinigt um rund 6 %). Der Konzern führt dies was vor allem auf die höhere Vergleichsbasis zurück, da der Vergleichszeitraum im Vorjahr zusätzliche Umsatzbeiträge integrierter Firmen enthielt. Um diesen Effekt korrigiert spricht das Unternehmen von rund 2 % Umsatzwachstum aufgrund gestiegener Behandlungszahlen in Nordamerika. Dies liegt jedoch unter den Erwartungen. Das schwächere Wachstum in Nordamerika sei hauptsächlich auf eine sich auf die Erlöse ungünstig auswirkende Veränderung der Kundenstruktur sowie auf ein unter den Erwartungen liegendes Wachstum im Dialysedienstleistungsgeschäft und im Versorgungsmanagement zurückzuführen.

Das operative Ergebnis (EBIT) von FMC wird im dritten Quartal 2018 voraussichtlich bei 527 Mio. Euro liegen. Das entspricht einem Rückgang von ca. 13 % (währungsbereinigt ~20 %). Auch hier nennt der Konzern als Hauptursache die hohe Vergleichsbasis von 2017. Hinzu kamen Kosten für Informationskampagnen zur Dialyse in den USA in Höhe von 23 Mio. Euro, außerdem hat das Unternehmen die Rückstellungen für laufende FCPA-Vergleichsverhandlungen um 75 Mio. Euro erhöht. Bereinigt um diese Effekte soll das operative Ergebnis auf vergleichbarer Basis um etwa 5 % steigen. Der unter den Erwartungen liegende Anstieg des EBIT auf vergleichbarer Basis beruht hauptsächlich auf einem schwächeren Dialysedienstleistungsgeschäft in Nordamerika aufgrund höherer Kosten für Patientenversorgung und Logistik, insbesondere im Bereich der Heimdialyse. Negativ beeinflusst wurde die Entwicklung auch durch Belastungen in Höhe von rund 17 Mio. Euro, durch die Hyperinflation in Argentinien, negative transaktionsbedingte Wechselkurseffekte und höhere Wertberichtigungen auf Forderungen im Zusammenhang mit der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung in einigen Schwellenländern. Diese Entwicklungen konnte der Konzern im Verlauf des Quartals nicht vollständig ausgleichen.

Ausblick

Das Konzernergebnis wird im dritten Quartal 2018 voraussichtlich um 8 % auf 285 Mio. Euro sinken, auf vergleichbarer Basis dagegen um 20 % auf 364 Mio. Euro steigen. FMC passt den Ausblick für das Geschäftsjahr 2018 wegen der unter den Erwartungen des Unternehmens liegenden Geschäftsentwicklung im dritten Quartal 2018 an. Das Unternehmen erwartet nun ein Umsatzwachstum von währungsbereinigt 2 bis 3 % (bisher: 5 bis 7 %). Der währungsbereinigte Anstieg des Konzernergebnisses auf vergleichbarer Basis soll 11 bis 12 % (bisher: 13 bis 15 %) und bereinigt 2 bis 3 % (bisher: 7 bis 9 %) betragen. Der Ausblick für 2018 schließt Effekte aus dem geplanten Erwerb von Nxstage Medical aus.

Detaillierte Zahlen finden Sie in der Mitteilung des Unternehmens. Endgültige Zahlen will der Konzern am 30.Oktober 2018 mitteilen.

Anzeige
Loader-Icon