Umstrittenes Bayer-Produkt

Gericht in Frankreich widerruft Zulassung für glyphosathaltiges Pflanzenschutzmittel

16.01.2019 Das Verwaltungsgericht in der französischen Stadt Lyon hat dem Bayer-Produkt Roundup Pro 360, einem Unkrautvernichter auf Basis des umstrittenen Wirkstoffs Glyphosat, entzogen.

Die staatliche Agentur für Lebensmittelsicherheit habe einen Fehler begangen, als sie das Mittel im März 2017 zuließ, urteilte das Gericht einer Reuters-Meldung zufolge. Wissenschaftliche Studien und Tierversuche hätten gezeigt, dass das Produkt Roundup Pro 360 giftiger sei als der Wirkstoff Glyphosat allein, und dass es möglicherweise krebserregend für Menschen und zudem umweltschädlich sei. Bayer hält die jetzige Entscheidung aus Frankreich für falsch und will rechtliche Wege dagegen prüfen.

Roundup ist eine der Marken, die im Zuge der Übernahme von Monsanto ins Portfolio von Bayer gelangten. Das jetzige Gerichtsurteil ist nicht der erste Ärger, den der Konzern durch  den enthaltenen Wirkstoff Glyphosat hat. So sprach ein Gericht in Kalifornien einem an Krebs erkrankten Hausmeister, der Glyphosat im Alltag einsetzte, Entschädigung von 78 Mio. US-Dollar zu. Über 9.000 ähnliche Klagen sind in den USA noch offen. In Brasilien war Landwirten der Einsatz des Mittels zwischenzeitlich untersagt. In der EU wurde lange um eine Verlängerung der Zulassung gerungen, bevor der Wirkstoff 2017 vorerst für weitere fünf Jahre zugelassen wurde. (ak)

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