Geschäftszahlen 2017

Gerresheimer meldet Wachstum bei wichtigen Kennziffern

22.02.2018 Gerresheimer hat das Geschäftsjahr 2017 trotz Umsatzrückgang mit verbesserter Gewinnmarge abgeschlossen. Das führt das Düsseldorfer Unternehmen vor allem auf ein starkes 4. Quartal zurück.

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Im 4. Quartal 2017 konnte Gerresheimer noch einen erfolgreichen Schlussspurt verzeichnen. (Bild: Gerresheimer)

Im 4. Quartal 2017 konnte Gerresheimer noch einen erfolgreichen Schlussspurt verzeichnen. (Bild: Gerresheimer)

„Das hinter uns liegende Jahr 2017 war von Unsicherheiten in den für uns relevanten Pharma- und Gesundheitsmärkten geprägt. Das Wachstum des Welt-Pharmamarktes hat sich 2017 deutlich abgeschwächt. Auch wenn unser Umsatz leicht zurückgegangen ist, konnten wir die Profitabilität steigern. Dementsprechend schlagen wir eine Erhöhung der Dividende vor. Wir sind für die nächsten Jahre zuversichtlich, dass wir nachhaltig und profitabel wachsen und unsere starke Stellung in den Märkten für Pharma, Healthcare und Kosmetik weiter ausbauen werden. Dafür haben wir wichtige Weichen gestellt und strategische Prioritäten für die nächsten Jahre festgelegt. Wir erhöhen dementsprechend unsere langfristige Ziel-größe des Gx ROCE auf rund 15 Prozent“, kommentiert Rainer Beaujean, Finanzvorstand und Sprecher des Vorstands.

Gegen den Markt gewachsen

Im 4. Quartal 2017 konnte Gerresheimer den Umsatz um 4,7 Prozent und organisch um 6,7 Prozent steigern. Damit ist im Geschäftsjahr 2017 der Umsatz nur noch leicht um 2,0 Prozent auf 1.348,3 Mio. Euro gesunken. Die währungsbereinigten Umsätze betrugen 1.361,6 Mio. Euro, ein Minus von 1,8 Prozent. Der globale Pharmamarkt ist 2017 wesentlich langsamer gewachsen als in den Jahren zuvor. Gerade in den USA, dem weltweit größten und wichtigsten Pharmamarkt, gab es vermehrte Verunsicherung, auch hervorgerufen durch Diskussionen um Gesundheitsreform, Handelspolitik oder Steuerreform.

Auch beeinflusst durch diese allgemeinen Marktunsicherheiten musste Gerresheimer einen geringeren Absatz mit Glasverpackungen für zu spritzende Medikamente in den USA verzeichnen. Daneben gab es im Bereich der medizinischen Kunststoffprodukte und hier insbesondere im Inhalatorenbereich einen Nachfragerückgang bei einigen Pharmakunden, bei denen Gerresheimer Alleinlieferant ist.

Profitabilität verbessert

Trotz des Umsatzrückgangs konnte das Unternehmen seine weiteren wichtigsten Kennziffern verbessern: Das Adjusted Ebidta stieg im Gesamtjahr auf 310,8 Mio. Euro, währungsbereinigt auf 314,3 Mio. Euro, einschließlich der positiven Fair Value-Bewertung der Triveni Put-Option in Höhe von 3,6 Mio. Euro. Die Profitabilität, gemessen als Adjusted Ebitda-Marge, lag mit 23,1 Prozent über dem bereits guten Vorjahreswert von 22,4 Prozent. Das bereinigte Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft nach nicht beherrschenden Anteilen hat sich bei 127,5 Mio. Euro stabilisiert. Der Operative Cash Flow lag mit 204,6 Mio. Euro über dem Wert des Vorjahres von 197,4 Mio. Euro.

Kapazitätserweiterungen weltweit

Das Unternehmen hat, ohne die Berücksichtigung von Lizenzerwerben, wie geplant 8 Prozent des Umsatzes zu konstanten Wechselkursen investiert. Schwerpunkte der Investitionen waren Kapazitätserweiterungen in einem amerikanischen Werk für einen Inhalator-Auftrag sowie im tschechischen Werk. Außerdem wurde in Europa und Asien in moderne Produktionsanlagen zur Herstellung von Injektionsfläschchen investiert sowie in Dekorations- und Veredelungskapazitäten für Kosmetikglas.

„Unsere erste strategische Priorität ist es, bei bestehenden und neuen Kunden stärker zu wachsen. Zweiter Schwerpunkt sind Produkte und Innovationen. Wir haben 2017 wichtige Innovationen vorgestellt, die das Potenzial haben, in den nächsten Jahren den Markt weiter zu gestalten. Dazu gehören insbesondere unser neuartiges Nadelschutzsystem, aber auch sterile, vorfüllbare Injektionsfläschchen, besondere Glasqualitäten

und vieles mehr. Drittens ist es unser Ziel, regional zu expandieren. Und viertens wollen wir unsere Services und unsere Wertschöpfung erweitern. Zusammengenommen stellen wir so sicher, dass wir nachhaltiges, profitables Wachstum erzielen werden“, ergänzt Beaujean.

Ausblick

Für das Geschäftsjahr 2018 geht Gerresheimer von folgenden Erwartungen aus, gemessen jeweils zu konstanten Wechselkursen:

  • Für den Umsatz erwartet Gerresheimer eine Bandbreite, deren unteres Ende der Ist-Wert des Geschäftsjahres 2017 bildet. Am oberen Ende erwartet das Unternehmen einen währungsbereinigten Umsatz von bis zu rund 1,4 Mrd. Euro
  • Für das währungsbereinigte Adjusted Ebitda rechnet Gerresheimer mit einer Bandbreite von 305 Mio. bis 315 Mio. Euro.
  • Investitionen will das Unternehmen in 2018 in Höhe von rund 8 Prozent des Umsatzes zu konstanten Wechselkursen tätigen.
  • Langfristig erhöht das Unternehmen seine Gx Roce-Prognose auf rund 15 Prozent von vormals mindestens 12 Prozent.
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