Markt

grauzone

13.02.2008

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Sicher kennen Sie das auch: Kaum hat man den Fernseher eingeschaltet, soll man schon wieder jünger werden (wenn man nicht schnell genug wegzappt). Auffallend an der Werbung ist dabei der Anteil solcher Produkte, die denKonsumenten schöner und gesünder machen und vor allem das Altwerdenhinauszögern sollen (ganz verhindern kann man es ja sowieso nicht). Ob als Vitaminpille oder als probiotischer Jogurt – diese Produkte lauern in jedem Supermarkt und in jeder Apotheke, in Drogeriemärkten belegen sie ganzeRegalfluchten. Die Käufer sind zahlreich und geben eine Menge Geld dafür aus, insbesondere die als kaufkräftig bekannte Altersklasse der Senioren. Dabei ist die Wirkung nicht unbedingt erwiesen.

Für die Hersteller so genannter Nahrungsergänzungsmittel ist dieses Geschäft in zweierlei Hinsicht ein gutes: Zum einen nutzt er die wesentlich leichteren Vermarktungsmöglichkeiten, zum anderen vermeidet er – weil er ja kein Arzneimittel produziert – das teure und zeitaufwendige Zulassungsprocedere. Mit diesem Thema beschäftigt sich der Beitrag „Grenzgänger“ (S. 62). Doch wo ist eigentlich die Grenze zwischen dem einen und dem anderen? Theoretisch ist schon klar definiert, was ein Medizinprodukt, ein kosmetisches Präparat oder ein Lebensmittel ist, mit der praktischen Zuordnung bei derartigen Grenzgängern hingegen hapert es manchmal. Im europäischen Wirtschaftsraum wird der Überwachung und der legalen Vermarktung derartiger Produkte zunehmend Gewicht beigemessen. Die Europäische Kommission will mit ihrer Leitlinie zur Abgrenzung so genannter Borderline-Produkte Hilfestellung bei der Auslegung verschiedener Bestimmungen geben und den Verbraucher schützen. Letztendlich jedoch entscheiden die Gerichte, falls es zu zivilrechtlichen Abwehran-sprüchen oder gar Strafverfahren kommen sollte. Die korrekte Einordnung eines Produktes, insbesondere dessen Abgrenzung von Arzneimitteln, Medizinprodukten oder Kosmetika ist eine Herausforderung für Zulassungsexperten. Schön, wenn diese Rechtsunsicherheit bald beseitigt wäre …

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Mail an: birgit.lind@huethig.

Heftausgabe: Januar-Februar 2008
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Lind

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