Coronavirus-Pandemie

Großbritannien und Russland sichern sich Impfstoffe

20.07.2020 Russland hat einen Vertrag über Corona-Impfstoff-Lieferungen mit dem britischen Unternehmen Astra-Zeneca getroffen. Großbritannien wiederum hat ähnliche Vereinbarungen mit mehreren forschenden Pharmafirmen geschlossen, unter anderem mit dem deutschen Unternehmen Biontech. Der britische Pharmakonzern Glaxo-Smithkline steigt unterdessen bei Curevac ein.

Der Agentur Reuters zufolge hat eine Firma im Besitz des russischen Staatsfonds sich mit Astra Zeneca verständigt. Der britische Konzern forscht derzeit ebenfalls an einem Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-Cov-2. Der Impfstoff soll demnach auch in Russland weiterentwickelt und hergestellt werden. Der Chef des Staatsfonds Kirill Dimitriew reagierte mit einem Statement dazu auch auf Vorwürfe, Russland würde Hackerangriffe einsetzen, um Forschungsergebnisse aus anderen Staaten zu stehlen. Sein Land müsse nichts stehlen, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Astra Zeneca kommentierte den Vertrag zunächst nicht.

Impfstoffe für am stärksten betroffenes Land in Europa

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Immer mehr Länder sichern sich mögliche Impfstoffe gegen das Coronavirus. (Bild: April Cat-Fotolia)

Das britische Wirtschaftsministerium teilte mit, sich mit Verträgen den Zugang zu drei verschiedenen Impfstoffen in der Entwicklungsphase gesichert zu haben. Laut Wirtschaftsminister Alok Sharma bestehen Vereinbarungen unter anderem mit Biontech aus Deutschland, Pfizer aus den USA und Valneva aus Frankreich. Finanzielle Details sind allerdings nicht bekannt. Großbritannien will damit sicherstellen, seine Bevölkerung mit Impfstoff zu versorgen, sobald dieser verfügbar ist. Der Staat ist das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Europa.

Eine Forschungskooperation zwischen dem deutschen Unternehmen Curevac und dem britischen Konzern Glaxo-Smithkline (GSK) soll über die Entwicklung eines Corona-Impfstoffes hinausgehen. GSK beteiligt sich zunächst mit 150 Mio. Euro am Kapital und einer zusätzlichen Einmalzahlung von 120 Mio. Euro. Hinzu kommen mögliche Meilenstein-Zahlungen bis zu insgesamt 380 Mio. Euro. Die Zusammenarbeit gilt für den Bereich mRNA-Impfstoffe und monoklonale Antikörper. Dazu gehören nicht nur Impfstoffe gegen Sars-Cov-2, sondern auch gegen andere Infektionskrankheiten sowie Medikamente für Immuntherapien. (ak)

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