Joint Venture

GSK und Pfizer bündeln Kräfte bei rezeptfreien Gesundheitsprodukten

20.12.2018 Der britische Pharmakonzern Glaxo Smith Kline (GSK) und sein US-amerikanischer Wettbewerber Pfizer legen ihre Sparten für rezeptfreie Medikamente zusammen. Das Gemeinschaftsunternehmen soll innerhalb von drei Jahren nach der Fusion an die Börse und bis dahin eine Führungsposition im Weltmarkt übernehmen.

Anzeige
Bietet Sanofi genug? Insidern zufolge ist die Übernahme von Actelion kurzfristig möglich. (Bild: Martin Allinger – Fotolia)

Im Geschäft mit frei verkäuflichen Gesundheitsprodukten wollen GSK und Pfizer sich zusammenschließen. (Bild: Martin Allinger – Fotolia)

Zusammen erzielen die beiden Konzerne im Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten, dem sogenannten OTC-Markt, rund 12,7 Mrd. US-Dollar. An dem geplanten Unternehmen wird GSK 68 % der Anteile halten, Pfizer die restlichen 32 %. Aus der Kooperation versprechen sich die Geschäftspartner Kosteneinsparungen durch Synergien von jährlich rund 650 Mio. US-Dollar bis 2022. Mit einem Marktanteil von 7,3 % soll das gemeinsame OTC-Unternehmen weltweit vorn liegen. Das Geschäft soll bis zur zweiten Jahreshälfte 2019 abgeschlossen sein, Aktionäre und Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

GSK plant, das Joint Venture innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der Transaktion auszukoppeln und als eigenständiges Unternehmen an die Börse zu bringen. Über einen solchen Börsengang dürfen die Briten in den ersten fünf Jahren nach Abschluss allein entscheiden. Sollte der Prozess länger dauern, erhält Pfizer ein Mitspracherecht.

Gelegenheit zur Portfolio-Umstellung

Im OTC-Geschäft produziert GSK Marken wie das Schmerzmittel Voltaren und das Nasenspray Otriven. Pfizer ist in diesem Bereich bekannt für die Centrum-Vitaminpräparate und die Schmerztabletten Spalt. Bei Pfizer stand die Sparte bereits seit Jahresbeginn zur Disposition. GSK galt als ein vielversprechender Interessent für den Geschäftsbereich, auch weil der Konzern im Frühjahr seine Aktivitäten erweitert hatte. Eine Einigung kam allerdings nicht zustande.

Beide Pharmakonzerne folgen nun dem Trend, ihre Aktivitäten auf margenträchtige Bereiche wie verschreibungspflichtige Medikamente zu konzentrieren und andere Sparten wie den OTC- oder Generika-Bereich auszulagern. Emma Walmsley, CEO von GSK, bezeichnete die Kooperation mit Pfizer als „einzigartige Gelegenheit“, diese Portfolio-Umstellung zu beschleunigen. (ak)

Anzeige
Loader-Icon