COVID-19 prägend, Auswirkungen unvorhersehbar

Guter Jahresauftakt für Bayer

27.04.2020 Der Bayer-Konzern ist gut ins Jahr 2020 gestartet: Umsatz und Ergebnis stiegen im ersten Quartal in allen Geschäftsbereichen. Die weitere Entwicklung sieht das Unternehmen positiv, der Einfluss der Covid-19-Pandemie sei aber noch nicht verlässlich quantifizierbar.

Bayer im Q3 2016: Pharmaceuticals sind Zugpferd

„Oberstes Ziel ist es, die Gesundheit und Sicherheit unserer Beschäftigten zu gewährleisten“, betonte Bayer-Vorstandschef Baumann angesichts der Covid-19-Pandemie. (Bild: Bayer)

Die Geschäftsaktivitäten von Bayer waren im 1. Quartal stark von der Covid-19-Pandemie geprägt: „Es hat sich gezeigt, dass wir unter schwierigen Rahmenbedingungen mit unserem Life-Science-Produktportfolio in den Bereichen Gesundheit und Ernährung erfolgreich weiter wirtschaften konnten und so auch in Zeiten der Krise einen positiven Beitrag für unsere Stakeholder leisten“, sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumanne. Um die Ausbreitung von Covid-19 zu erschweren bzw. zu verhindern hat Bayer an seinen Standorten umfangreiche Maßnahmen ergriffen. „Oberstes Ziel ist es, die Gesundheit und Sicherheit unserer Beschäftigten zu gewährleisten. Zusätzlich konzentrieren wir uns darauf, dass Patienten, Landwirte und Verbraucher unsere Produkte erhalten, dazu gehören insbesondere auch lebensrettende Medikamente“, so Baumann. In den von Covid-19 betroffenen Gebieten hat das Unternehmen Unterstützung geleistet, etwa durch finanzielle Hilfen, Spenden von Arzneimitteln und Versorgungsgütern, die Bereitstellung von Testgeräten aus seinen Laboren sowie Engagement seiner Mitarbeiter.

Höhere Nachfrage durch Covid-19-Pandemie

Die Covid-19-Pandemie führte einerseits in einigen Geschäftsfeldern zu einer stark gestiegenen Nachfrage – teilweise zur Bevorratung – und entsprechendem Umsatzwachstum. Andererseits wird das Geschäft durch die mit der Pandemie verbundenen Einschränkungen partiell negativ beeinflusst. Der Konzernumsatz erhöhte sich im 1. Quartal währungs- und portfoliobereinigt um 6,0 % auf 12,845 Mrd. Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen stieg um 10,2 % auf 4,391 Mrd. Euro. Hierin enthalten waren positive Währungseffekte in Höhe von 41 Mio. Euro. Das Ebit legte um 40,4 % zu auf 2,499 Mrd. Euro. Zum Anstieg trug bei, dass sich die Sonderaufwendungen auf per saldo 639 Mio. (Vorjahr: 1,043 Mrd.) Euro verringerten. Diese standen insbesondere im Zusammenhang mit Rechtsberatungskosten, mit den laufenden Restrukturierungsprogrammen sowie mit der Integration von Monsanto. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 20,0 % auf 1,489 Mrd. Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft stieg um 9,9 % auf 2,67 Euro. Alle Konzernbereiche – Crop Science, Pharmaceuticals und Consumer Health – steigerten Umsatz und Ergebnis.

Im Zusammenhang mit glyphosatbasierten Roundup-Produkten der Bayer-Tochter Monsanto wurden bis zum 14. April 2020 in den USA Klagen von etwa 52.500 Klägern zugestellt. Diese Zahl sagt Bayer zufolge jedoch „nichts über die Begründetheit der geltend gemachten Ansprüche aus“. Der Konzern beteiligt sich weiterhin an der Mediation und berichtet dabei Fortschritte, wobei der Ausbruch von Covid-19 und die globale Pandemie das Mediationsverfahren erheblich verlangsamt haben. Das Unternehmen wird weiterhin eine Lösung nur dann in Betracht ziehen, wenn sie wirtschaftlich sinnvoll und so strukturiert ist, dass zukünftige Fälle effizient zu einem Abschluss gebracht werden. Dies, so Baumann, gelte mehr denn je vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Rezession und teils erheblichen Liquiditätsherausforderungen.

Verlässliche Bewertung erst im weiteren Jahresverlauf

Nach dem positiven Start geht Bayer davon aus, dass das Geschäftsjahr 2020 auch im weiteren Verlauf durch die COVID-19-Pandemie beeinflusst werden wird. Eine verlässliche Bewertung positiver wie auch negativer Effekte wird erst im weiteren Jahresverlauf möglich sein. Die im Februar 2020 veröffentlichte Prognose entspricht nach wie vor den Zielvorgaben des Unternehmens, auch wenn sie ohne Berücksichtigung der Auswirkungen aus der Covid-19-Pandemie erstellt wurde. Als wesentliche Faktoren für die Geschäftsentwicklung nennt Bayer die Stabilität von Lieferketten und Finanzmärkten sowie das Nachfrageverhalten. Chancen sieht der Konzern im Kostenmanagament, beschleunigter Digitalisierung und der Rolle der Wissenschaft in der Gesellschaft.

Weitere Details und ausführliche Zahlen finden Sie im Geschäftsbericht des Unternehmens. (ak)

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