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High Containment in der Tablettierung

Falls es zu einem Maschinenstillstand kommt, gilt bei einer Containment-Produktion: Manuelle Eingriffe durch den Bediener müssen an allen Stellen der Tablettenpressen möglich sein, ohne das Containment zu brechen. Das wichtigste Instrument hierfür sind Gloveports in den Fensterklappen. Eine automatische Sicherheitsüberwachung sorgt für den nötigen Schutz des Bedieners und stoppt die Presse bei Eingriffen. Selbst der Handschuhwechsel ist aufgrund doppelter Abdichtungen vollständig kontaminationsfrei möglich.

Sicheres Waschen bei High Containment
Auch nach Abschluss einer Charge stellen High Containment-Tablettenpressen besondere Anforderungen an Bediener und Technik. Da es sich um gekapselte Anlagen handelt, müssen alle einzelnen Komponenten mit einem passenden Programm erfasst und gewaschen werden. Bei den WiP- und Containment-Tablettenpressen sind Waschprogramme produktbezogen konfigurier- und speicherbar.

Ein System von sechs separaten Waschkreisläufen stellt sicher, dass die Produkt- und Staubreste während des WiP-Zyklus vollständig gebunden werden. Ein spezielles Rotations- und Sprühdüsendesign sorgt dafür, dass das Reinigungsmittel in alle Bereiche der Tablettenpresse gelangt. Besonders schwer zugängliche Nischen kann der Bediener mit einer Handsprühpistole (WiP-Gun), nachspülen. Der Rotor, das Presswerkzeug und die Anbauteile können nach dem Waschen schnell ausgebaut und in einer separaten Reinigungsanlage final gereinigt und konserviert werden.

Durch den automatisierten Waschprozess und das einfache Handling der Maschinenteile können Tablettenhersteller viel Zeit sparen. Das bestätigen drei aktuelle Anwendungen bei Pharmaproduzenten in Europa (jeweils OEB Level 5). In allen drei Fällen konnten die Reinigungs- und Umrüstzeiten – selbst bei ungünstigen Produkteigenschaften – mindestens halbiert werden. Für Anwender zeigt sich hier ein enormes Potenzial zur Effizienzsteigerung.

Zusammenfassend kann für die Tablettierung mit High Containment festgehalten werden: Es gibt zahlreiche technische Möglichkeiten, die zunehmende Verarbeitung hochaktiver Substanzen prozesssicher zu bewältigen. Entscheidend ist ein durchgehendes, automatisiertes Containment für den gesamten Prozessablauf. Unter diesen Voraussetzungen können Anwender auch hoch toxische Stoffe wie Zytostatika sicher und effizient verpressen.

Heftausgabe: Juni 2015
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Über den Autor

Jörg Gierds, Leitung Produktmanagement, Fette Compacting
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