Zwei auf einen Streich

High Containment-Reinigungsanlage kombiniert Isolator und Waschmaschine

26.06.2019 Um wiederverwendbare Prozessgüter wie kontaminierte Behälter waschen, trocknen und handhaben zu können, mussten bislang zwei eigenständige Anlagen kombiniert werden: ein Isolator und eine Waschmaschine. Eine integrierte High Containment-Reinigungsanlage schafft Effizienz.

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Entscheider-Facts

  • High Containment-Reinigungsanlagen der PG-Linie eignen für hochtoxisch kontaminierte Prozessgüter (OEB 5).
  • Die Reinigungsanlage besteht aus einem Isolator und einer Waschmaschine.
  • Die integrierte Bauweise vereinfacht die Bedienung, Wartung und Instandhaltung.
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Blick in die Wasch- und Trockenkammer des High Containment-Systems mit OEB 5-Einstufung für das Waschen, Trocknen und die Handhabung von wiederverwendbaren, kontaminierten Produktionsgütern.

Bisher war es so: Die beiden Anlagenteile wurden mechanisch gasdicht zusammengebaut und steuerungstechnisch miteinander verbunden. Über eine Schleuse, einen Rapid Transfer Port oder via staubdichte Transportbehälter kam das kontaminierte Waschgut in den Isolator. Der Bediener streifte sich die Isolator-Handschuhe über und platzierte das Waschgut im Isolator auf dem Waschgutträger. Die Türe zur Reinigungsmaschine wurde mit den Handschuhen geöffnet und der Waschgutträger vom Isolator in die Waschmaschine geschoben. Nach dem Schließen der Türe konnte der Mitarbeiter den Reinigungsprozess am Bedienpanel starten.

Um die Handhabung dieser Produktionsgüter und sowie Bedienung, Wartung und Reparatur der Anlage zu vereinfachen, hat Hamo Cleaning Technology hat eine integrierte Anlage für einen validierten Reinigungsprozess entwickelt: ein High Containment-System, das Reinigungs- und Isolator-Technik vereint. Es ist in verschiedenen Kammergrössen, individuellen Anlagenausführungen sowie kundenspezifischen Ausführungen erhältlich.

Die im Umwälzverfahren arbeitende PG-Linie (Pharmacuetical Grade) ermöglicht die automatische Innen- und Aussenreinigung sowie Trocknung von Kleinst- und Kleinteilen, Fässern, Behältern, Containern und sonstigen Produktionsgütern. Die Reinigungstechnik sorgt für ein ausgezeichnetes Reinigungsergebnis bei einem geringen Wasserverbrauch. Das hygienische Design ist durch ein besonders kurzes Rohrleitungssystem gekennzeichnet; zudem gibt es wesentlich weniger produktberührte Komponenten als in herkömmlichen Maschinen. Die High Containment-Reinigungsanlage erfüllt die neusten cGMP-, FDA- und EHEDG-Vorschriften, bietet höchste Produktsicherheit und ermöglicht eine schnelle und sichere Qualifizierung/Validierung.

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Die High Containment-Anlage integriert Isolator und Waschmaschine in einem System.

Steuerung passt Reinigungsprozesse an die Verschmutzung an

Mit dem Steuerungskonzept von Hamo, das auf der Technik von Siemens basiert, können die Reinigungs- und Trocknungsprozesse flexibel auf den Verschmutzungsgrad der zu reinigenden Teile abgestimmt und konfiguriert werden. Dazu können spezielle Reinigungsprogramme erstellt und passwortgeschützt abgespeichert werden. So wird sichergestellt, dass das jeweilige Reinigungs- und Trocknungsergebnis nachvollziehbar, sicher und validierbar reproduziert werden kann.
Über entsprechende Schnittstellen können eine Vielzahl von Daten und Informationen mit dem übergeordneten PLS/MES ausgetauscht und via Remote-Control kommuniziert werden.

Um die niedrigen Arbeitsplatzgrenzwerte für hochtoxische Stoffe (OEL < 1 µg/m3) zum Schutz der Anlagenbediener einhalten zu können, herrscht in der Anlage während jeder Reinigungsphase ein Unterdruck von mindestens 100 Pa. Mit einem entsprechenden Upgrade können auch Stoffe mit einer Gefahreneinstufung bis OEB 6 (OEL < 200 ng/m3) gehandhabt, gewaschen und getrocknet werden. (1/2)

Heftausgabe: Pharma+Food Juli 2019
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Über den Autor

Marco Studer, Amsonic Hamo Cleaning Technology
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