Uhlmann und Fuji Packaging entwickeln integrierte Pillow Packer-Linie

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22.08.2019 In der Produktion von Arzneimitteln spielt die Verpackung eine zentrale Rolle. Diese muss das Medikament vor Schmutz und Umwelteinflüssen schützen und verhindern, dass Luftsauerstoff oder Feuchtigkeit eindringen und den Wirkstoff oder das Freisetzungsverhalten negativ beeinträchtigen kann.

Entscheider-Facts

  • Blisterpackungen für den Export in andere Klimazonen müssen diffusionsbeständig verpackt werden.
  • Der neue Pillow Packer verpackt Tablettenblister in Schlauchbeutel und Faltschachteln.
  • Die Verpackungslinie beinhaltet eine ganze Reihe von Neuentwicklungen, um die Linie kompakt zu halten.
Uhlmann - B 1440 + PILLOW PACKER + C 2305

Die Pillow-Packlinie beinhaltet eine Vielzahl an Verfahrensschritten. Bild: Uhlmann

Hersteller von Tabletten, die diese in andere Klimazonen exportieren, müssen dafür sorgen, dass diese diffusionsbeständig verpackt sind. Denn Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft kann Tabletten sonst negativ beeinflussen und sogar unwirksam werden lassen. Das gilt auch für die zum Verpacken von Tabletten so beliebten Blister, einer Verbundverpackung aus Kunststoff und Aluminiumfolie.

Während Folien aus Aluminium vor dem Eindringen von Wasserdampf und Sauerstoff schützten, sieht das auf der Seite der Kunststoffe deutlich anders aus. Häufig sind hier aufwendige Maßnahmen und Kunststoffe erforderlich, um die Tablette vor klimatischen Einflüssen zu schützen. Dazu gehört der Einsatz von speziellen, diffusionsbeständigen Kunststoffen oder das zusätzliche Verpacken von Standard-Blistern in Aluminiumbeschichtete Schlauchbeutel (Pillows).

Gemeinsam mit dem Laupheimer Systemanbieter für das Verpacken von Pharmazeutika Uhlmann hat Fuji Packaging eine Lösung entwickelt, die das effiziente Verpacken von Tablettenblistern in Schlauchbeutel und Faltschachteln erlaubt. Der Schlauchbeutel schützt dabei die Blister vor Diffusion bzw. klimatischen Einflüssen.

Um die Verpackungslinie trotz der Vielzahl an Verfahrensschritten kompakt zu halten, haben sich die beiden Verpackungsspezialisten einiges einfallen lassen: Alle Verfahrensschritte sind direkt miteinander verkettet: Die Grundlage bildet die Blistermaschine B 1440 von Uhlmann und der Pillow Packer von Fuji Packaging. Im Anschluss werden die Schlauchbeutel von einem Kartonierer (C 2305 von Uhlmann) in Faltschachteln verpackt.

Den Anfang macht eine Simtap-Zuführung, die den universellen Einsatz bei verschiedenen Produktformen erlaubt. Im Anschluss wird der befüllte Blister an einer Plattensiegelstation, die sowohl den Einsatz von Standardformaten als auch Spezialanwendungen erlaubt, versiegelt. Um den Blister anschließend an die Einheit zum Bedrucken und Versiegeln der Schlauchbeutel (Pillow Packer) zu übergeben, ist es notwendig, diesen direkt in die Packgutkette des Pillow Packers abzustapeln. „Üblicher Weise wird dies mit Bändern gelöst, die allerdings relativ viel Bauraum benötigen“, erklärt Jörg Petersen, Produktmanager Pharma bei Fuji Packaging. Doch Maschinenfläche ist kostbar und oft nicht vorhanden. Um Platz und Bauhöhe zu sparen wurde die Kettenzuführung abgesenkt und direkt unter die Abstapelschächte der Blistermaschine platziert.

Nach dem Bedrucken der Schlauchbeutel werden diese versiegelt. Dabei stellt die Übergabe an den nachfolgenden Kartonierer mit einer Taktrate von 300 Schlauchbeuteln pro Minute und die spätere Ausbringungsleistung von 300 Faltschachteln pro Minute eine Herausforderung dar, die von den Ingenieuren gelöst werden musste. Um die in Längsrichtung versiegelten Schlauchbeutel schließlich quer zur Fließrichtung übergeben zu können, entwickelte das Projektteam ein pneumatisch arbeitendes und extrem platzsparendes Rondell, dessen Drehzahl exakt an die Geschwindigkeit der Packgutkette des Kartonierers angepasst ist.

Ergänzt werden kann der Kartonierer auch für Faltschachteln mit Einsteckverschluss, Originalitätsverschluss mit Heißleim-Standard- oder 4. Lasche. Auch Track & Trace-Lösungen zum Serialisieren der Faltschachteln bietet der Hersteller optional an.

Fachpack 2019 Halle 3A – 221

Heftausgabe: September 2019
Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food

Über den Autor

Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food
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