„Linerless-Etikettieren wird in zehn Jahren Standard sein“

Interview mit Alexander Hamer, Product Manager bei Logopak

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Mit dem neuen System ist es nun erstmals möglich, durch den aktiven Kleber zu schneiden. Der Trick liegt dabei in der Beschichtung des Messers.
Alexander Hamer, Product Manager bei Logopak

 

Zusätzlich gibt es noch Nebeneffekte, dass man nun bis zu 1.200 statt 800 m Etiketten auf der Rolle hat: Da kein Trägermaterial mehr vorhanden ist, passen mehr Rollenlagen an Etikettenmaterial auf den gleichen Durchmesser. Damit muss ich als Anwender also auch weniger Material hin- und herschicken oder bevorraten. Das spart Geld und kann so auch einen Einkäufer von dieser neuen Technik überzeugen.

P+F: Welche besonderen Herausforderungen waren bei der Entwicklung zu lösen?

Alexander Hamer: Die größte Herausforderung war es tatsächlich, die Beschichtung des Messers zu entwickeln. Wir haben dafür lange nach einem Kooperationspartner gesucht. Von zwölf angefragten Unternehmen, die sich ausschließlich mit Schneiden beschäftigen, gab es am Ende nur eines, das es geschafft hat, mit uns diese Technik umzusetzen. Mit der Entwicklung des Messers haben wir 2017 begonnen. Für weitere Herausforderungen wie die kompakte Antriebstechnik, die direkt in der Druckeinheit sitzt, und Walzen, an denen der Kleber nicht haftet, konnten wir auf unsere bestehende Linerless-Maschinentechnologien zurückgreifen.

P+F: Sie arbeiten für die neue Technik auch mit Evonik zusammen. Worin besteht diese Kooperation genau?

Alexander Hamer: Eine Sparte von Evonik ist ja das Herstellen von Silikon. Damit ich den Kleber und die Etikettenoberflächen auf der Rolle leicht voneinander abrollen kann, ist das Oberflächenmaterial silikonbeschichtet. Evonik war hier technologisch bereits sehr weit, es gab aber noch keine passende Technik bei den Etikettiermaschinen. Auf einer Messe sind wir dann mehr oder weniger zufällig miteinander ins Gespräch gekommen und haben erkannt, dass wir uns hier ergänzen können. In der folgenden Zusammenarbeit konnten wir dann Evonik helfen, die Silikonmischung zu optimieren, und Evonik hat uns wiederum geholfen, hier-über verbesserte Etikettenmaterialien zu entwickeln, die maschinengängig sind. Das hat auch dafür gesorgt, dass keiner der beiden Partner übermäßig viel Kapital investieren musste. Alleine wären wir für die Entwicklung sicher im siebenstelligen Bereich gelandet, konnten so aber im sechsstelligen Bereich bleiben. Außerdem sind wir beide so sehr viel schneller ans Ziel gekommen als das alleine der Fall gewesen wäre. Spannend für uns ist natürlich auch, dass Evonik sehr viel bekannter ist als Logopak. Das war und ist dann oft auch die „Eintrittskarte“ zu neuen und besonders zu großen Kunden, die uns noch nicht kennen.

Heftausgabe: November 2019
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Die Fragen stellte  Jona Göbelbecker, Redaktion

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Die Fragen stellte Jona Göbelbecker, Redaktion
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