„Milliarden einzigartiger Nummern“

Interview mit Cyril Chantrier, Solution Partners Director Europe, Adents

13.09.2018 Die Deadline zur Serialisierung rückt näher, dennoch zögern noch immer viele Unternehmen mit der Implementierung von Lösungen. Um den enormen Datenaufwand zu bewältigen, sind leistungsfähige Systeme und Softwarelösungen nötig.

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Cyril Chantrier vom Software-Anbieter Adents warnt im Gespräch mit Pharma+Food davor, zu lange zu warten: Die Implementierung selbst kostet Zeit, die viele Betriebe nicht mehr haben. Beim Nachrüsten ist Flexibilität gefragt.

P+F: Welche Industrien sind durch Regulierungen zur Serialisierung betroffen und warum?
Cyril Chantrier: Während beinahe jede Industrie von gefälschten Produkten betroffen ist, ist die Komplexität in Zusammenhang mit Produktserialisierung für Hersteller pharmazeutischer und Medizinprodukte immens. Gegenwärtig sind die Anforderungen zur Serialisierung darauf beschränkt, Verkaufseinheiten bis 2023 mit einer einzigartigen Kennzeichnung zu markieren. Doch der Prozess verlangt es, dass ein Produkt durch alle Stationen seiner Reise nachverfolgbar sein muss – von der individuellen Packung über Karton und Palette bis zum endgültigen Distributionspunkt. In den USA schlägt die Healthcare Distribution Alliance vor, dass Pharmaunternehmen von nun an diese Art der Serialisierung, anderweitig bekannt als Aggregation, unterstützen.

In der EU und Asien bewegen sich die verschiedenen Track-and-Trace-Praktiken allmählich auf einen globalen Standard zu, welcher stringenter sein wird als die heutigen, unterschiedlichen Normen. Besonders in China, wo die Regierung Seriennummern bereitstellt, welche in die Serialisierungssoftware heruntergeladen, verwendet werden oder nicht und wieder zur Regierungsbehörde hochgeladen werden müssen. Somit wissen diese direkt, welche Nummern wie zugewiesen wurden.

Für andere Länder und Regulierungen können Unternehmen ihre eigenen Seriennummern generieren, indem sie ihre eigenen, mehr oder weniger komplexen Algorithmen verwenden. Es gibt mehr als 40 verschiedene Regulierungen, was die Komplexität des Marktes ausmacht.

Heftausgabe: September 2018
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Die Fragen stellte Ansgar Kretschmer, Redakteur bei Pharma+Food

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