Pharma passt voll in unsere Kernausrichtung

Interview mit Dr. Wolfgang Büchele, CEO von Exyte

27.06.2019 Der Trend zu biopharmazeutischen Wirkstoffen hat auch Konsequenzen für den Anlagenbau. Im P+F-Interview erläutert Dr. Wolfgang Büchele, CEO von Exyte, die Besonderheiten und die Bedeutung der Standardisierung und Modularisierung der Anlagen.

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Der Anlagenbauer Exyte erzielt 15 % seines Umsatzes im Bereich Life Sciences & Chemicals.
Bild: Exyte

P+F: Exyte hat seit der Umfirmierung von M+W sein Profil deutlich geschärft. Welchen Trends folgen Sie derzeit?
Büchele: Wir verstehen uns als Anbieter im Spezialanlagenbau und Experte für „controlled and regulated environment“. Wir konzentrieren uns auf drei große Segmente: Halbleiter, Datencenter sowie Life Sciences & Chemicals, wobei wir bei Letzteren die Schwerpunkte auf Biopharma und die Spezialchemie legen – also Bereiche, die höhere Anforderungen stellen. Bei den Halbleitern treiben die Trendthemen „Internet der Dinge“ sowie „autonomes Fahren“ die Nachfrage nach Speicherchips und Datencentern. In der Pharmabranche sehen wir einen Trend in Richtung Biopharma: Die Mengen sind dort sehr viel kleiner, die Anlagen sind zudem flexibler. Dort wird stark über Modularisierung diskutiert, ein Aspekt, der die Industrie aktuell sehr beschäftigt.

P+F: Ist Technologie bei biopharmazeutischen Produktionsanlagen ein Differenzierungsmerkmal?
Büchele: Nein. Da geht es weniger um die Technologie als um die Effizienz der Anlage und die Effizienz, mit der in solchen Anlagen unter GMP-Bedingungen ein Produktwechsel erfolgen kann. Dort kommt es auf das Know-how an, das notwendig ist, um diese Flexibilität zu erreichen.

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Derzeit läuft bei uns ein intensives Projekt zur Standardisierung und Modularisierung im Bereich Pharma-Utilities.
Dr. Wolfgang Büchele

P+F: Wie wichtig ist das branchenspezifische Know how in Ihrem Geschäft?
Büchele: Das branchenspezifische Know how ist in der Halbleiterbranche extrem wichtig, weil man dort Großanlagen mit entsprechenden Investitionsvolumina baut. Auch in der Pharmaindustrie ist das sehr wichtig, weil man sich dort, beispielsweise in der Validierung, keine Probleme leisten kann. Es kommt ja nicht nur auf das Bauen nach GMP an, sondern die Anlage muss zum Schluss validiert werden.

P+F: Ist das Pharmageschäft anstrengender, weil es so stark reguliert ist?
Büchele: Nein. Ich habe ja aus verschiedenen Gründen viel mit der Pharmaindustrie zu tun – wenn man weiß, wie das Pharmageschäft läuft, dann ist das nicht anstrengender. Wichtig ist, dass man über Fachkräfte verfügt, die das Geschäft beherrschen und in der Lage sind, die spezifischen Anforderungen zu berücksichtigen. Es hilft natürlich nichts, eine Anlage zu bauen und bei der Validierung dann festzustellen, dass man die ehernen Grundsätze missachtet hat, weil die Anlagen beispielsweise aufgrund von horizontal verlegten Rohrleitungen nicht leerlaufen können. Dann haben Sie bei der Validierung ein Riesenproblem. Die richtigen Leute berücksichtigen solche Besonderheiten von vornherein. (1/2)

Heftausgabe: Pharma+Food Juli 2019
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Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food

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