Pharma passt voll in unsere Kernausrichtung

Interview mit Dr. Wolfgang Büchele, CEO von Exyte

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P+F: Das Segment Life Sciences steht für etwa ein Zehntel des Umsatzes, den Sie im Halbleitersegment machen. Welche Rolle werden Pharma und Chemie künftig in Ihrem Portfolio spielen?
Büchele: Das Life-Science-Segment wird immer deutlich kleiner als das Segment Advanced Technology Facilities – ATF – sein. Wir haben 2018 den größten Auftrag unserer Geschichte erhalten – das war ein Projekt mit 1,6 Mrd. Euro. Eine Life Science-Anlage liegt irgendwo zwischen 20 und 100 Mio. Euro. Zudem ist der Pharmamarkt viel fragmentierter. Momentan stehen Life Science & Chemicals für ca. 15 % des Umsatzes. Aber das stört uns auch nicht. Pharma passt voll in unsere Kernausrichtung Anlagenbau für „controlled and regulated environment“.

P+F: Welche Rolle spielt modulares Engineering?
Büchele: Das wird immer wichtiger. Bei uns heißt das „offsite manufacturing“. Dabei werden Skids unter industriellen Bedingungen außerhalb der eigentlichen Baustelle hergestellt, just in time zur Baustelle geliefert und dann dort aufgestellt. Ein logischer nächster Schritt ist, dass man ganze Anlagen modular baut – das haben wir in der Pharmaindustrie schon gesehen. Derzeit läuft bei uns ein intensives Projekt zur Standardisierung und Modularisierung im Bereich Pharma-Utilities. Wir begegnen damit dem Trend, dass die Investitionsentscheidungen, beispielsweise für Anlagen zur Produktion von onkologischen Arzneimitteln, immer später – zum Beispiel am Ende der klinischen Phase III – gefällt werden. Durch die stärkere Standardisierung und den Einsatz vorgefertigter Komponenten kann die Bauzeit verkürzt werden. Zudem werden dadurch die Abläufe auf der Baustelle viel einfacher und klarer. Und wenn weniger Mitarbeiter auf der Baustelle sind, steigt auch die Sicherheit. Dadurch gewinnen am Schluss alle. (2/2)

Dr. Wolfgang Büchele

Der Chemiker Dr. Wolfgang Büchele (59) war ab 1987 bei der BASF zunächst in der Katalysatorforschung und ab 1990 in leitenden Positionen in Ludwigshafen und in China tätig. Nach Stationen bei den Finanzinvestoren Blackstone, Permira und Borsodchem war Büchele von 2012 bis 2014 CEO und Präsident des finnischen Wasserchemikalien-Herstellers Kemira. Von 2014 bis 2016 war er Vorstandsvorsitzender der Linde AG. Am 1. März 2017 wurde er zum Vorsitzenden der Geschäftsführung des deutschen Anlagenbauers M+W Group ernannt, den er nach einer Reorganisation in Exyte AG umbenannte und einen Börsengang plant. Büchele steht dem Aufsichtsrat der Merck KGaA und dem Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft vor.

Heftausgabe: Pharma+Food Juli 2019
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Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food

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