Markt

Italienische Behörde verhängt Millionenstrafe über Roche und Novartis

06.03.2014 Die italienische Wettbewerbsbehörde Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato hat über die Schweizer Pharmaunternehmen Roche und Novartis Millionenstrafen verhängt. Aufgrund unzulässiger Absprachen im Zusammenhang mit den Medikamenten Avastin und Lucentis muss Roche 90,5 Mio. Euro und Novartis 92,5 Mio. Euro bezahlen.

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Italienische Behörde verhängt Millionenstrafe über Roche und Novartis

Laut der italienischen Wettbewerbsbehörde sollen Roche und Novartis unzulässige Absprachen im Zusammenhang mit den Medikamenten Avastin und Lucentis begangen haben (Bild: Roche)

Vorgeworfen wird den Unternehmen, dass sie den Einsatz des Roche-Medikaments Avastin verhindert hätten, um stattdessen das deutlich teurere Novartis-Mittel Lucentis zu verkaufen. Beide Arzneien werden gegen die Augenkrankheit AMD (altersbedingte Makulardegeneration) verschrieben. Lucentis kostet mehr als das Zehnfache des Roche-Medikaments. Die beiden Unternehmen sind miteinander verflochten: Zweitgrößter Aktionär von Roche ist Novartis mit einem Anteil von 33,33 %.

Das italienische Gesundheitswesen hat durch die Absprachen nach Behördenangaben im Jahr 2012 (geschätzte) zusätzliche Kosten in Höhe von 45 Mio. Euro tragen müssen. Nach Zeitungsberichten weisen die beiden Pharmaunternehmen die Vorwürfe zurück und wollen gegen die Entscheidung der Behörde Berufung einlegen.

Weblink zum Thema
Die Pressemitteilung der italienischen Wettbewerbsbehörde können Sie englischer Sprache auf der Internetseite der Behörde oder direkt hier nachlesen. Ein 3-seitiges, englischsprachiges Dokument (PDF) mit häufig gestellten Fragen (FAQ) – Perspectives on Lucentis (ranibizumab) and Roche‘s Avastin (bevacizumab) – von 15. Januar 2014 finden Sie auf der Internetseite von Novartis oder direkt hier.

(dw)

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