Überlegene Alternative

Korngrößen- und Kornformanalyse in der Qualitätskontrolle von Lebensmitteln

Die Kontrolle der Produktionssiebung und der Spezifikationen der Endprodukte erfordert bei allen Herstellern eine regelmäßige und akribische Qualitätskontrolle der Partikelgrößenverteilung. Zu diesem Zweck werden traditionell personalaufwendige Siebanalysen durchgeführt. Seit einigen Jahren ersetzen mehr und mehr Hersteller die Siebung durch den Camsizer, so dass sich die Dynamische Bildanalyse zunehmend als Standardverfahren etabliert.

Das System bietet für die Messung von Kristallzucker eine viel schnellere und weniger fehleranfällige Alternative zur manuellen Siebanalyse, die darüber hinaus eine häufigere und präzisere Überwachung der Produktion ermöglicht. Voraussetzung für den Einsatz des P4 in der Qualitätskontrolle bei der Zuckerherstellung ist, dass er die gleichen Ergebnisse wie die Siebanalyse liefert.

Bild 1 zeigt Messungen von zwei unterschiedlichen Zuckerproben. Die blaue Kurve stellt einen groben Zucker dar, die grüne eine Mischung aus zwei unterschiedlichen Zuckersorten. Die Ergebnisse der Siebung sind durch schwarze Punkte dargestellt. Es lässt sich erkennen, dass die Messergebnisse des Camsizer denen der Siebung entsprechen.

Beispiel Kaffeepulver: genauer als Laserbeugung
Kaffeepulver zeigt durch seinen hohen Ölanteil, die breite Korngrößenverteilung und eine sehr unregelmäßige Kornform ein schwieriges Schüttgutverhalten, d.?h. die Partikel neigen stark zur Agglomeration, sind schlecht fließfähig und schwer förderbar. Dies muss bei den mechanischen und optischen Messverfahren ausreichend berücksichtigt werden.

Traditionell wurde die Partikelgrößenverteilung von Kaffeepulver durch Analysensiebung ermittelt. Bei der Siebanalyse wird das zur Agglomeration neigende Kaffeepulver aber nicht ausreichend dispergiert, um Fein- und Grobanteil exakt bestimmen zu können. Aufgrund dieser Problematik hat die Laserbeugung zunehmend die Siebanalyse als Standardmethode ersetzt, da sie schnelle Messungen ermöglicht und eine bessere Dispergierung mittels Druckluft oder durch Nassmessung erlaubt.

Heftausgabe: Februar 2016
Seite:
Gerhard Raatz,  Vertriebsleiter  Retsch Technology

Über den Autor

Gerhard Raatz, Vertriebsleiter Retsch Technology
Loader-Icon