Der Komplexität den Kampf angesagt

Kral stellt neue zweispindlige Schraubenspindelpumpe vor

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21.08.2018 Schraubenspindelpumpen sind kompakte Kraftpakete: Sie werden zum Beispiel als Transferpumpen eingesetzt und können im Gegensatz zu Kreiselpumpen Medien in einem großen Viskositätsbereich fördern. Kral hat zur Achema eine neue Baureihe an zweispindligen Schraubenpumpen vorgestellt und bei der Konstruktion ganz tief in die Design-Trickkiste gegriffen.

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Entscheider-Facts für Planer und Betreiber

  • Schraubenspindelpumpen fördern sowohl dünnflüssige als auch viskose Flüssigkeiten und werden deshalb als Transferpumpen geschätzt.
  • Kral hat zur Achema eine neue Baureihe an zweispindligen Schraubenpumpen vorgestellt, die flexibel konfiguriert werden kann und sowohl einfache als auch anspruchsvolle Förderprozesse erlaubt.
  • Durch moderne Konfigurationswerkzeuge will der Hersteller die Lieferzeit deutlich reduzieren.Für Planer und Betreiber
sdr

Die neue zwei­spindlige Schraubenpumpe zeichnet sich durch eine hohe Flexibilität aus. Bild: Redaktion

Schraubenspindelpumpen mit zwei Spindeln kennen vor allem Anwender in der Marineindustrie: Dort werden sie zum Transfer von Flüssigkeiten – häufig Brennstoffen – eingesetzt und zeichnen sich durch eine hohe Flexibilität aus, da sie sowohl zähe als auch dünnflüssige Medien fördern können. Nachdem eine Vertriebskooperation mit einem anderen Hersteller beendet wurde, lag es für den österreichischen Schraubenspindelpumpen-Spezialisten Kral nahe, das Programm an dreispindligen Pumpen um eine eigene zweispindlige Variante zu ergänzen.

Heraus gekommen ist dabei die Baureihe Z, die auf der Achema 2018 in Frankfurt vorgestellt wurde. „Weil die Schraubenspindelpumpe eine Verdrängerpumpe ist, lassen sich mit ihr Volumenströme optimal regeln“, erklärt Matthias Kaufmann, Leiter der Geschäftseinheit Pumpen bei Kral, ein wesentliches Merkmal der Pumpenbauart: „Dort, wo man für Medien mit wechselnden Viskositäten mehrere Kreiselpumpen einsetzen müsste, genügt in der Regel eine Schraubenspindelpumpe.“ Dazu kommt die prinzipbedingt hohe Toleranz gegenüber Gasanteilen in der zu fördernden Flüssigkeit: „Unsere Schraubenspindelpumpe kann einige Zeit trocken laufen, ohne Schaden zu nehmen“, erklärt Kaufmann.

Selbstansaugend, auch bei leerer Saugleitung

2 Kral Prinzipdarstellung

Das zu fördernde Medium wird durch den Saugstutzen angesaugt und den beiden Schraubenspindel-Paaren kontinuierlich in zwei Teilströmen zugeführt. Das Zuführen von beiden Seiten sorgt für einen axialen Druckausgleich der Pumpe. Bild: Kral

Das Prinzip der Verdrängerpumpe ist vergleichsweise einfach: Das zu fördernde Medium wird durch den Saugstutzen angesaugt und den beiden Schraubenpaaren kontinuierlich in zwei Teilströmen zugeführt. Das Zuführen von beiden Seiten sorgt für einen axialen Druckausgleich der Pumpe. Der Förderdruck wird linear über die gesamte Länge der Schraubenspindel aufgebaut. Die Gehäusekonstruktion sorgt dafür, dass ständig Flüssigkeit in den Spalten zwischen den Spindeln und dem Gehäuse steht. Dadurch wird der Spalt abgedichtet, weshalb die Pumpe in hohem Maße (bis 0,2 bar) selbstansaugend arbeiten kann – auch dann, wenn die Saugleitung leer ist.

Zu den Merkmalen der Schraubenspindelpumpe gehören neben ihrem breiten Einsatzsspektrum auch ihr pulsationsarmes Förderverhalten, die Trockenlaufsicherheit und ihre hohe Leistungsdichte, die eine kompakte Bauweise ermöglicht. Unterschiedliche Förderhöhen können mit der Pumpe auch ohne Booster erreicht werden.

Herzstück der Pumpe sind die Schraubenspindeln. Für diese hat der Hersteller ein variables Konzept entwickelt, das der Pumpe ein großes Einsatzspektrum erschließt. So lassen sich die Pumpen sowohl mit aus einem Stück gefertigten Schrauben (solid rotor), als auch mit mehrteiligen Schrauben (engineered rotor) ausrüsten. So ist es möglich, die Pumpen sowohl für preissensitive Anwendungen, beispielsweise für den sporadischen Einsatz, als auch für anspruchsvolle Einsatzfälle im Dauerbetrieb auszurüsten. „Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht, wie man die Schrauben so verspannen kann, dass die in der Praxis immer wieder auftretenden Wellenbrüche vermieden werden“, nennt Kaufmann ein Entwicklungsziel. Erreicht wird dies durch einen neuen Spannmechanismus der es zudem erlaubt, die Schrauben ohne Spezialwerkzeug zu wechseln.

Heftausgabe: August 2018
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Armin Scheuermann ist Chefredakteur der CHEMIE TECHNIK

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Armin Scheuermann ist Chefredakteur der CHEMIE TECHNIK
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