Horizontal, vertikal – ganz egal?

Kriterien für die Auswahl der passenden Schälzentrifuge

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08.03.2018 Grundsätzlich lassen sich die Kriterien in drei Kategorien unterteilen, die bei der Wahl einer horizontalen oder einer vertikalen Schälzentrifuge von Bedeutung sind: installationsbedingte Faktoren, verfahrenstechnische und maschinenbauliche Anforderungen sowie nicht zuletzt die Frage nach den Kosten und der Wirtschaftlichkeit des Betriebs.

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Heinkel

Vertikalschälzentrifugen
ermöglichen einen kornschonenden Austrag. Bild: Heinkel + magecatalog – Fotolia

Bei den installationsbedingten Entscheidungskriterien ist zunächst zu klären, ob der Betreiber im Rahmen einer Produktionserweiterung einen Neubau oder den Ersatz einer bestehenden Anlage plant. Ist Letzteres der Fall, und will der Betreiber dabei auch die vorhandene Technik beibehalten, so können in der Regel die Leitungen für Zu- und Abfuhr wie Füllleitung, Waschleitung, Filtratleitung und der Mechanismus des Feststoffaustrags bestehen bleiben.

Bei einem Wechsel des Maschinentyps von vertikaler auf horizontale Schälzentrifuge oder umgekehrt ist dies nicht der Fall, da die Anschlüsse ersetzt werden müssen – was natürlich einen nicht unwesentlichen Aufwands- und Kostenpunkt darstellt. Denn während bei Vertikalzentrifugen die meisten Leitungen von oben auf dem Zentrifugendeckel installiert sind, befinden sich diese bei der horizontalen Variante vorn an der Zentrifugentür. Zu beachten gilt außerdem, dass die vertikale Schälzentrifuge aufgrund der Deckelöffnung nach oben eine größere Raumhöhe benötigt. Die Horizontalzentrifuge beansprucht dafür mehr Aufstellfläche. Der Anwender kann sie darüber hinaus mit weitaus geringerem Aufwand so installieren, dass der Austrag auf gleicher Ebene erfolgt.

Verfahrenstechnische und maschinenbauliche Faktoren

Anspruchsvolle Produkte, etwa schwer zu filtrierende oder sehr gut zu filtrierende Suspensionen, können in der Regel besser mittels Horizontalschälzentrifugen verarbeitet werden, da der Füllprozess besser zu kontrollieren ist und sich Unwuchten vermeiden lassen. Auch ein Entmischen des Füllgutes kann in Zentrifugen mit horizontaler Achse nicht vorkommen, da der Kuchenaufbau gleichmäßig über die gesamte Trommeltiefe erfolgt. Bei Vertikalzentrifugen kann durch die vertikale Anordnung der Trommelachse ein gravitatives Entmischen stattfinden, bei dem schwere Partikel stärker Richtung Trommelboden absinken. Die Folge ist oft ein ungleichmäßiger Kuchenaufbau, was zu Unwuchten beim Füllvorgang und schlechteren Waschergebnissen führen kann. Um dem entgegenzuwirken stehen jedoch spezielle Füllrohre zur Verfügung, beispielsweise mit einem rotierenden Füllkonus.

Die beiden Zentrifugentypen unterscheiden sich aber auch hinsichtlich der Art des Feststoffaustrags: Während er bei der vertikalen Bauweise zentral erfolgt, verfügen Horizontalschälzentrifugen über Austragsschurren oder Austragsschnecken. 80 bis 90 % der Anwendungen in der Chemie erfordern einen Schneckenaustrag aufgrund der oft balligen und zum Anhaften neigenden Feststoffe. Durch die große Öffnung am Gehäuseboden bieten sich Vertikalschälzentrifugen für einen Austrag in Bunker oder andere große Gefäße an, weil der Austrag dann weder eingeschnürt noch abgedichtet werden muss.

Heftausgabe: März 2018
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Thomas Ahrens,  Market Development/Business Development Manager,  Heinkel Process Technology

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Thomas Ahrens, Market Development/Business Development Manager, Heinkel Process Technology
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