Tubencodierung leicht gemacht

Laser steigert Produktivität

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11.12.2009 Mit neuen Präparaten und innovativen Technologien hat sich der Ulmer Generika-Hersteller Merckle Ratiopharm in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Auch bei der Produktkennzeichnung wurden neue Wege eingeschlagen. Die meistverwendete Arzneimittelmarke Deutschlands entschied sich bei der Codierung ihrer Salbentuben für Lasersysteme, die auch den wachsenden Anforderungen von morgen gerecht werden.

Entscheider-Facts Für Anwender


Vorteile der Laser-Kennzeichnungstechnologie:
  • qualitativ erstklassige Codes bei hohen Geschwindigkeiten;
  • hohe Zuverlässigkeit gewährleistetreibungslosen Produktionsablauf;
  • reibungslose Integration durch kompakte modulare Bauweise;
  • geringer Wartungs- und Reinigungsaufwand sowie kurze Umrüstzeit;
  • nahezu keine Verbrauchsmittel.

Gute Preise. Gute Besserung“, ein Werbeslogan, der um die Welt geht und aus der Pharmabranche nicht mehr wegzudenken ist. Dahinter verbirgt sich das auf dem pharmazeutischen Markt international agierende Unternehmen Merckle, das seit 2005 zusammen mit Ratiopharm zur Ratiopharm Gruppe zählt. In Deutschland ist das Unternehmen an den Standorten Ulm und Blaubeuren/Weiler vertreten. Seit der Gründung von Ratiopharm im Jahre 1974 hat sich das Familienunternehmen der Herstellung von Generika verschrieben, d.h. Arzneimitteln, die eine wirkstoffgleiche Kopie eines bereits unter einem Markennamen auf dem Markt befindlichen Medikaments sind. Mit rund 750 Präparaten verzeichnete die Ratiopharm-Gruppe 2007 in Deutschland einen Umsatz von 819,4Mio. Euro. Ratiopharm ist weltweit in 25 Ländern mit Niederlassungen vertreten und vertreibt seine Produkte in 35 Ländern.

Höchste Verfügbarkeit in der Produktion

Verbindlicher Maßstab für die Qualität ist bei allen Ratiopharm-Produkten stets das Originalprodukt; dieses Prinzip gewährleistet die Sicherheit und die Wirkung von Generika. So verfolgt das Ulmer Unternehmen eine innovative Produktpolitik, die einen wichtigen Beitrag zur Kostensenkung im Gesundheitswesen leistet; gleichzeitig aber höchsten Qualitätsansprüchen genügt.

Um den hohen Anforderungen standhalten zu können, werden modernste, leistungsfähige Produktionsanlagen eingesetzt, die ihren Beitrag für das Gesamtkonzept leisten. Ein Glied dieser Kette stellt die Produktkennzeichnung dar, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben aus keiner Produktion mehr wegzudenken ist.
Bereits Anfang der neunziger Jahre entschied sich der Pharmaspezialist für Kennzeichnungssysteme eines bestimmten Herstellers, deren Systemtechnologien an beiden deutschen Standorten für unterschiedliche Anwendungen eingesetzt werden. Die interessanteste Applikation stellt dabei die Tubencodierung dar, die heute mithilfe eines CO2-Lasersystems realisiert wird, das in eine Tubenfüll- und Verschließmaschine der neuesten Generation integriert wurde.
Bei dieser Anwendung wird Salbe in vorwiegend weiß lackierte Aluminiumtuben abgefüllt. Die Schwierigkeit hierbei besteht darin, dass Tubengrößen von 2 bis 150g abgefüllt und gekennzeichnet werden müssen. Um eine einwandfreie Rückverfolgbarkeit der Tuben gewährleisten zu können, werden sie nach dem Befüllen auf dem Tubenfalz mit einer Chargennummer und einem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) versehen.
Gelöst wurde die Applikation vor dem Lasereinsatz mithilfe eines Prägewerks (Kennzeichnung im Stillstand) und eines Inkjetdruckers. Da die Prägewerkzeuge über eine Mindestgröße verfügen, konnte der extrem schmale Falz der kleinsten Salbentuben nicht geprägt werden. Auch die auf manchen Tuben erforderliche Druckzeile „Nur für Klinikgebrauch“ konnte auf diese Weise nicht realisiert werden. Aus diesem Grund wurde zusätzlich ein Kleinstzeichen-Inkjetsystem eingesetzt, mit dem die Tuben in der Vorschubbewegung beschriftet wurden. Demzufolge kamen innerhalb einer Abfüllanlage zwei verschiedene Codierungsvarianten zum Einsatz.

Steigerung der Anlageneffektivitätim Vordergrund

„Generika bringen Wettbewerb und damit Marktwirtschaft ins Gesundheitswesen“, lautet die Philosophie des Ulmer Pharmaspezialisten. Um diesen firmeneigenen Slogan auch im Bereich der Produktkennzeichnung Wirklichkeit werden zu lassen, galt es, die bestehende Applikation durch zukunftsweisende Technologien zu optimieren. Als Alternative zu den beiden bestehenden Codierungsvarianten fiel die Wahl auf einen Vektorlaser des Typs DSL plus 30-120, mit dem alle Aluminiumtuben durchgängig beschriftet werden können. Die Entscheidungsträger von Merckle standen der Lasertechnologie aufgrund früherer Erfahrungen zunächst skeptisch gegenüber. Man befürchtete eine bedingt dosierbare Laserleistung, einen zu starken Farbabbrand sowie die Oxidation des offen gelegten Aluminiums. Nach erfolgreichen Tests, die alle Befürchtungen erfolgreich ausgeräumt hatten, war man schließlich von der Zuverlässigkeit des DSL plus-Lasers überzeugt. „Vergleicht man die unterschiedlichen Kennzeichnungstechnologien bei dieser speziellen Anwendung im Hinblick auf Zuverlässigkeit und Codequalität, ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht“, bestätigt Dietrich Schmucker, Leiter der Elektrowerkstatt bei Merckle Ratiopharm.

Der bedienerfreundliche CO2-Laser kennzeichnet im Stillstand jeweils zwei Tuben pro Takt bei einer maximalen Taktzeit von 412ms, das bedeutet drei Textzeilen á 15 Zeichen. Die einzeilige Beschriftung mit Chargennummer und MHD erfolgt durch Farbabtrag. Der Laserstrahl gewährleistet sowohl bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten als auch bei sehr kleinen Schriftzeichen eine qualitativ hochwertige Beschriftung. Neben einer höheren Verfügbarkeit, einem erstklassigen Schriftbild sowie einem geringen Wartungs- und Reinigungsaufwand bietet der Laser zudem mehr Flexibilität. Mit dem vielseitigen DSL plus-Laser können auf der Tubenfüll- und Verschließmaschine alle Losgrößen ohne große Umstellarbeiten beschriftet werden. Die erhöhte Verfügbarkeit des Systems trägt zur Minimierung der Stillstandzeiten bei gleichzeitiger Maximierung der Leistungsfähigkeit bei, so dass durch den Lasereinsatz ein geringerer Produktionsausschuss erzielt wird. Dies führt zu einer höheren Gesamtanlageneffektivität und somit zu mehr Wirtschaftlichkeit innerhalb der Produktion.
Zum Absaugen der bei der Laserbeschriftung entstehenden Staub- und Rauchpartikel kommt bei Merckle Ratiopharm ein leistungsfähiges DPX 1000-Absaugsystem zum Einsatz. Von dieser maßgeschneiderten, zuverlässigen Kennzeichnungslösung ist man bei Merckle trotz anfänglicher Bedenken mittlerweile überzeugt. „Für uns ist der Laser die beste Investition seit langer, langer Zeit und wir würden diese Entscheidung jederzeit wieder so treffen“, bestätigt Schmucker.

Bewährte Inkjet-Technologie für Sekundärverpackungen

Um auch die Rückverfolgbarkeit der Faltschachteln für generische Arzneimittel einwandfrei gewährleisten zu können, werden sowohl am Stammsitz Ulm als auch am Standort Blaubeuren Tintenstrahldrucksysteme der A-Serie eingesetzt. Die Beschriftung der Umverpackungen mit den erforderlichen Informationen wie MHD und Chargennummer erfolgt meist unmittelbar nach dem Kartonierer an Wägeeinheiten oder an Handarbeitsplätzen. Die automatische Selbstreinigungsfunktion und das Düsenverschlusssystem der A-Serie sorgen dafür, dass die Geräte auch nach längeren Stillstandzeiten sauber und zuverlässig in Betrieb genommen werden können.

Die Kennzeichnungssysteme leisten einen Beitrag zur Produktqualität und Wirtschaftlichkeit der meistverwendeten Arzneimarke Deutschlands, so dass erhöhte Betriebskosten zukünftig der Vergangenheit angehören.

 

Heftausgabe: November 2009
Jürgen Pflieger , MarketingleiterDomino Deutschland

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Jürgen Pflieger , MarketingleiterDomino Deutschland

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