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Lebensmittelindustrie expandiert entlang afrikanischer Westküste

15.08.2016 Laut Meinung der deutschen Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft GTAI ist in Afrika in den kommenden Jahren mit zahlreichen Investitionen in der Nahrungsmittelverarbeitung zu rechnen. Vieles was bislang nach Afrika importiert wurde, soll nach und nach lokal hergestellt werden.

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Lebensmittelindustrie expandiert entlang afrikanischer Westküste

Die Lebensmittelindustrie ist laut GTAI auf Wachstumskurs. (Bild: Leonid Nyshko – Fotolia)

In Nigeria könnte gar eine ganze Welle von Investitionen bevorstehen. Auch andere Millionenstädte wie Accra, Dakar, Abidjan oder Kinshasa werden Projekte anziehen. Deutsche Lieferanten von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen seien bereits gut im Geschäft und erhöhen ihre Präsenz in der Region, insbesondere in Nigeria.

Stetig wachsen dürfte in den kommenden Jahren der Lebensmittelkonsum in der Region West- und Zentralafrika. Bereits seit Jahren investiert die Getränkeindustrie (Bier, Säfte, Wasser) hier massiv. Nachdem die Region seit vielen Jahren in großem Umfang Weizen importiert, werden auch neue Wege der Getreideverarbeitung erschlossen. Neben den klassischen Mühlen entstehen in den Städten zunehmend Großbäckereien, Keks- oder auch Waffelfabriken. Noch relativ am Beginn steht die Fleischproduktion. Zuletzt kam es aber in mehreren Ländern zum Aufbau größerer Hühnerfarmen, nachdem diese Geflügelfleisch über viele Jahre einführten.

Für den Absatz von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen besteht laut Einschätzung des GTAI auch in den kommenden Jahren in West- und Zentralafrika ein gutes Umfeld. Ein Blick auf die gesamten deutschen Lieferungen in die Region zeige, dass Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen zu den Verkaufsschlagern deutscher Unternehmen zählen. Unter den Maschinenlieferungen machen sie meistens die ersten beiden Plätze mit dem Segment Bau- und Baustoffmaschinen unter sich aus.

Neue Käufer treten auf den Markt

Deutliche Verschiebungen vollziehen sich seit Jahren in der Abnehmerstruktur von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen in den afrikanischen Städten. Waren es bis vor einigen Jahren fast ausschließlich ausländische Konzerne wie die großen Brauereien SAB Miller, Heineken, Castel und Diageo (Guiness) oder Nestlé, die in industrielle Fertigungen investierten, so treten seit einigen Jahren neue Käufer auf den Markt: Afrikanische, libanesische oder indische Unternehmer prägen immer mehr die lokale Nahrungsmittelproduktion. Diese lokal bestens etablierten Geschäftsleute investieren in kleinere Fabriken für Säfte, Milchprodukte, Mayonnaisen, Geflügelprodukte und Weizenprodukte wie Kekse, Brot oder Nudeln. Sie sind in der Regel gut über das Angebot auf dem Maschinenmarkt durch Messebesuche in Europa informiert und schätzen deutsche Maschinen aufgrund ihrer hohen Qualität.

Für die Anbieter von Maschinen bedeutet dieser Trend zweierlei: Mehr Präsenz und mehr interkulturelle Kompetenz sind notwendig. Es ist etwas anderes, mit Vertretern eines weltweit agierenden Konzerns zu verhandeln als mit einem indo-pakistanischen Brotfabrikanten. Auch wer sich den direkten Gang auf den Markt nicht leisten will, braucht einen guten Standort, von dem aus er die Kunden betreuen kann. Ob der bei deutschen Unternehmen sehr beliebte Standort Johannesburg für die Bearbeitung West- und Zentralafrikas geeignet ist, wird von diversen Marktkennern angezweifelt.

„Die Kenntnisse von Südafrikanern über West- und Zentralafrika halten sich oftmals in Grenzen. In Dubai hingegen trifft man Pakistanis oder Inder an, die in Afrika generell sehr gut vernetzt sind. Ferner gibt es wohl von keinem anderem Ort mehr Nonstop-Flugverbindungen in die afrikanischen Wirtschaftsmetropolen“, erklärt der Vertreter einer deutschen Handelsgruppe, der Afrika seit vielen Jahren bereist. Noch besser sei die Präsenz vor Ort. „Es ist in Afrika ganz wichtig, ständig ansprechbar zu sein und Kontakte zu pflegen“, bestätigt Helmut Rumm, CEO von Krones Nigeria.

Hier finden Sie die vollständige Meldung.

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