David Boulanger (Arla), Lillie Li Valeur (Arla), Peder Tuborgh (Arla), Daniela Schmitt (Wirtschaftsministerin RP), Jürgen Wolf (Arla), Jan Toft Nørgaard (Arla)(v.l.n.r) bei der Eröffnung der Milchpulver-Produktionsanlage am Arla-Standort Pronsfeld.

David Boulanger (Arla), Lillie Li Valeur (Arla), Peder Tuborgh (Arla), Daniela Schmitt (Wirtschaftsministerin RP), Jürgen Wolf (Arla), Jan Toft Nørgaard (Arla)(v.l.n.r) bei der Eröffnung der Milchpulver-Produktionsanlage am Arla-Standort Pronsfeld. (Bild: Arla)

Das Gesamtinvestitionsvolumen des dreijährigen Bauprojekts inklusive einer neuen Energiezentrale liegt bei 190 Millionen Euro. Rund 22 Prozent davon gingen über ausgeschriebene Aufträge an Unternehmen der regionalen Wirtschaft in der Eifel und in Rheinland-Pfalz. In der Anlage, deren Kernstück ein 51 Meter hoher Trockenturm ist, können jährlich 685 Millionen Kilogramm Milch zu rund 90.000 Tonnen qualitativ hochwertigem Milchpulver verarbeitet werden. Zudem werden in der Anlage Produkte für das B2B-Geschäft mit der lebensmittelverarbeitenden Industrie hergestellt, die Milchpulver zum Beispiel in Schokolade oder Backwaren verarbeitet.

„Möglichst vielen Menschen täglich den Zugang zu guten, nahrhaften Lebensmitteln zu ermöglichen, ist eine der größten Herausforderungen, vor der wir weltweit stehen“, sagte Peder Tuborgh, CEO der Arla Gruppe, anlässlich der offiziellen Einweihung. „Im Rahmen unserer Fünfjahres-Strategie Future26 werden wir unser Geschäft auf internationalen Märkten wie dem Nahen Osten, Westafrika und Südostasien stärken und ausbauen. Dort übersteigt die Konsumentennachfrage nach erschwinglichen, nahrhaften Milchprodukten die lokale Produktion sowie das Angebot vor Ort. Als das größte Arla Werk weltweit mit einem starken Exportgeschäft, bekommt der Standort Pronsfeld mit der neuen Produktionsanlage einen noch größeren Stellenwert für die Wachstumsstrategie unseres internationalen Geschäfts.“

Leistungs- und konkurrenzfähiger Molkereistandort

Im deutschen Markt gehört Arla zu den Top Fünf in der Molkereibranche und ist mit Marken wie Arla Buko, Arla Skyr und Kærgården sowie Handelsmarken im Lebensmitteleinzelhandel vertreten. Das Unternehmen hat seine Deutschland -Zentrale in Düsseldorf, der Hauptsitz der Molkereigenossenschaft liegt im dänischen Viby.

Daniela Schmitt, Ministerin für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz, betonte in einem Grußwort die Bedeutung des Arla-Werks als einen der wichtigsten Arbeitgeber der Region und zeigte sich sehr erfreut, dass die Molkereigenossenschaft mit der neuen Produktionsanlage massiv in den Standort investiert hat. „Ihre Investition wird diesen Molkereistandort leistungs- und konkurrenzfähig halten“, sagte Schmitt. „Die Eifel bietet ideale Bedingungen, um hochwertige Rohmilch – die Basis für eine vielfältige Produktpalette – zu produzieren. Die erzeugte Rohmilch muss aber nicht nur produziert, sondern sie muss auch in kreativer, klimaschonender Weise weiterverarbeitet und vermarktet werden.“ Arla setze hier europaweit Maßstäbe. Begrüßenswert sei die Einbeziehung milcherzeugender Betriebe in die Nachhaltigkeitsstrategie.

Auch Werkschef Jürgen Wolf machte deutlich, wie eng verbunden das Unternehmen mit der Region ist: „Arla, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unsere Genossenschaftsmitglieder, die Milchbauern, sind tief in der Region verwurzelt. Unser Werk mit fast 1.000 Mitarbeitenden ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Eifel und darüber hinaus. Daher freue ich mich besonders, dass es mit diesem Großprojekt gelungen ist, den Standort weiter zu stärken und auszubauen. Dass dabei Aufträge von rund 42 Millionen Euro des gesamten Investitionsvolumens an Firmen in der Eifel und in Rheinland-Pfalz gegangen sind, zeigt deutlich, wie intensiv wir mit der hiesigen Wirtschaft zusammenarbeiten.“

Internationales Geschäft wird ausgebaut

Weltweit ist die Arla Gruppe derzeit in rund 140 Ländern präsent mit einem jährlichen Umsatz in seinem internationalen Geschäftsbereich von 2,10 Milliarden Euro im vergangenen Jahr; ein Plus von 6,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020. Im Rahmen der Unternehmensstrategie Future26 erwartet die Molkereigenossenschaft ein jährliches Volumenwachstum von 5 bis 7 Prozent im internationalen Markengeschäft. Für weiteres Wachstum hat Arla besonders auch Westafrika und die Region Südostasien im Fokus. Viele Länder dieser Regionen zeichnen sich häufig durch ein starkes Bevölkerungswachstum, mangelnde Ernährung und einen geringen Selbstversorgungsgrad mit nahrhaften Lebensmitteln aus. Die in Pronsfeld hergestellten Markenprodukte werden in den Zielländern in kleinere Verbraucherverpackungen umverpackt. Unter der Hinzugabe von Trinkwasser stellen sich die Konsumenten dann Trinkmilch daraus her.

Für seine eigenen Produktionsstätten hat sich Arla Foods die Einhaltung des 1,5 Grad Ziels des Pariser Abkommens zum Ziel gesetzt. So sollen die Treibhausgasemissionen aus den Bereichen Produktion, Logistik und Energienutzung bis 2030 um 63 Prozent reduziert werden. Und auch beim Bau der neuen Anlage und der damit verbundenen Erweiterung der Infrastruktur des Werks lag ein besonderer Fokus auf Nachhaltigkeit. So spart die neue, erweiterte Kälteanlage in Verbindung mit der neuen Energiezentrale zur Strom- und Wärmeerzeugung (KWK: Kraft-Wärme-Koppelungsanlage angetrieben von einer Gasturbine) pro Jahr rund 1.800 Megawatt Stunden Strom und zirka 1.200 Tonnen CO2 im Vergleich zu einer herkömmlichen Kälteanlage mit einem elektrisch betriebenen Kompressor.

Da am Standort derzeit keine „grüne“ Energiealternative im ausreichenden Maße zur Verfügung steht, wird Arla als kurzfristige Lösung, Ökostromzertifikate erwerben, die den CO2e-Emissionen sowohl für das im neuen Produktionsturm verwendete Gas als auch für den dort verwendeten Strom entsprechen. Zudem prüft die Molkereigenossenschaft 25 Prozent des genutzten Erdgases in der Energiezentrale zukünftig durch grünen Wasserstoff zu ersetzen, was zu einer verbesserten CO2-Bilanz der Anlage beitragen würde.

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