Anlagenbau

2021 werden nach Prognose des VDMA wieder mehr Anlagen gebaut. (Bild: bannafarsai – AdobeStock)

| von Jona Göbelbecker

Für die ersten vier Monate des laufenden Jahres registriert der Verband stark steigende Auftragseingänge, eine bessere Auslastung der Kapazitäten und ein deutliches Produktionsplus von real 6,0 %. Dazu tragen vor allem „eine ungewöhnlich niedrige Vorjahresbasis, aber auch eine weltweit kraftvolle Industriekonjunktur“ bei, berichtete VDMA-Präsident Karl Haeusgen in einem Pressegespräch des Clubs Wirtschaftspresse München. „Zudem profitiert der Maschinen- und Anlagenbau von umfangreichen Konjunktur- und Wachstumspaketen in wichtigen Absatzmärkten“.

VDMA-Experte Dr. Ralph Wiechers zur Produktionsprognose

Deshalb hat der VDMA die reale Produktionsprognose für 2021 von bisher real plus 7 % auf nun plus 10 % erhöht. Stärke und Breite des Aufschwungs hätten jedoch vielfältige Produktionsbehinderungen zur Folge, erläuterte Haeusgen. „Speziell Lieferengpässe machen uns nicht nur viel Arbeit, sondern bremsen auch unser Wachstum. Außerdem ist noch an vielen Stellen pandemiebedingt Sand im Getriebe, der uns zum Beispiel in Form von Reisebeschränkungen trifft”, betonte er.

Klimaschutz braucht einen „Klimaklub“

Ein weiteres wichtiges Thema neben den Pandemie-Folgen ist der Klimawandel: Der VDMA-Präsident bekräftigte, dass die Pariser Klimaziele nur mit neuen Technologien aus dem Maschinen- und Anlagenbau erreicht werden können und die Unternehmen dies als Chance für künftige Geschäfte begreifen. Sorgen bereite ihm daher vielmehr die politische Umsetzung des Klimaschutzes. Da die EU sich sehr ehrgeizige Klimaziele setze, treffe die Firmen auf dem internationalen Markt auf Konkurrenten aus anderen Staaten mit deutlich weniger ambitionierten Vorgaben, erläuterte Haeusgen. Klimaschutz sei für viele Branchen eine Chance – insbesondere in der Grundstoffindustrie ergäben sich aufgrund hoher Investitionen und aufwändiger Verfahren aber Kostennachteile im Wettbewerb. Der in der EU derzeit diskutierte „Klimazoll“ (Carbon Border Adjustment Tax) berge wiederum die Gefahr, dass andere Länder Gegenmaßnahmen ergreifen. „Dann kommen wir in eine Spirale des Protektionismus“, warnte der VDMA-Präsident.

Zwingend nötig sei deshalb, dass die EU einen solchen Grenzausgleichsmechanismus nicht im Alleingang einführt, sondern in Kooperation mit ähnlich gesinnten Ländern wie den USA, Großbritannien oder Japan und Südkorea. „Dieser „Klimaklub“ brauche ähnliche Rahmenbedingungen, um auf die gegenseitige Anwendung von Ausgleichsmaßnahmen verzichten zu können“, sagte Haeusgen. Die Regeln dieses „Klimaklubs“ müssten den Vorgaben der Welthandelsorganisation WTO entsprechen. Ferner müsste er für den Beitritt anderer Staaten offen sein. „Wir haben nur ein sehr begrenztes Zeitfenster, um einen solchen Prozess einzuläuten, daher sollte die Politik rasch die entsprechenden Schritte tun“, forderte der VDMA-Präsident. „Insbesondere das neu erwachte Engagement der USA im Klimaschutz kann genutzt werden, um auch die transatlantischen Handelsbeziehungen wieder auf eine bessere Stufe zu bringen.“

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