Medikamentenblister

Medikamente sorgten auch 2022 wieder für hohe Umsätze in der Industrie. (Bild: Evgeny Rannev – Fotolia)

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Produktion demnach um 4,5 %, der Umsatz legte auf Grund kräftig gestiegener Erzeugerpreise (+ 8,5 %) um 15,5 % auf rund 220 Mrd. Euro zu. Diese Bilanz erstrecke sich nahezu auf alle Produktbereiche. Gleichzeitig zogen die Kosten für Naphtha laut den Zahlen des VCI um 70 % an und auch nachwachsende Rohstoffe, Metalle oder Mineralien waren um ein Vielfaches teurer als im Vorjahr.Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Produktion demnach um 4,5 %, der Umsatz legte auf Grund kräftig gestiegener Erzeugerpreise (+ 8,5 %) um 15,5 % auf rund 220 Mrd. Euro zu. Diese Bilanz erstrecke sich nahezu auf alle Produktbereiche. Gleichzeitig zogen die Kosten für Naphtha laut den Zahlen des VCI um 70 % an und auch nachwachsende Rohstoffe, Metalle oder Mineralien waren um ein Vielfaches teurer als im Vorjahr.

Erholung in den Kundenindustrien

Grundlage für das Ergebnis war, dass auf allen Kontinenten die industriellen Kunden der Branche ihren Erholungskurs fortsetzten. Entsprechend positiv entwickelte sich die globale Nachfrage nach Chemikalien, aber auch nach Impfstoffen aus deutscher Produktion. Die Zahl der Beschäftigten stieg leicht (0,5 %) um rund 2.000 Arbeitsplätze auf 466.500.

„Unsere Branche hat vielfachem Gegenwind standgehalten und ein beachtliches Ergebnis erzielt. Das unterstreicht, wie wichtig eine starke Chemie für das Industrieland Deutschland ist. Ohne uns kommt keiner aus, aber mit uns kommen alle voran“, sagte VCI-Präsident Christian Kullmann.

Positive Prognose für 2022

Auch für das kommende Jahr erwartet der VCI eine positive Entwicklung der Branche. Der Chemieverband hält einen Anstieg der Produktion von 2 % und eine Zunahme des Umsatzes um 5 % auf 231 Mrd. Euro für möglich. „Trotz verschiedener Belastungsfaktoren rechnen unsere Unternehmen für 2022 mehrheitlich mit einem Plus im In- und Ausland. Vor allem in Übersee gehen sie von mehr Umsatz aus“, betonte VCI-Präsident Kullmann.

Die Prognose des VCI berücksichtigt die Ergebnisse einer aktuellen Mitgliederumfrage. Sie zeigt, dass sich die Geschäftslage in den letzten Monaten eingetrübt hat: 30 % der Unternehmen melden demnach bereits leichte, 5 % sogar deutliche Einschnitte. Es fehle zwar nicht an Aufträgen, aber die Engpässe bei Vorprodukten und Logistik hätten sich weiter verschärft. Aufgrund der Lieferkettenprobleme mussten 35 % der befragten Unternehmen ihre Produktion drosseln, 10 % haben Anlagen vorübergehend stillgelegt. Die Engpässe haben aber vor allem Folgen für die Kunden der Branche: Über 70 % der Unternehmen können Aufträge nur verzögert abwickeln, 39 % können sie gar nicht erfüllen. Mit einer Entspannung rechnen die Unternehmen erst im Sommer 2022, so der VCI.

Steigende Energiepreise behindern den Betrieb

Probleme bereitet der Branche auch der rasante Preisanstieg bei Gas und Strom in den letzten Monaten: 61 % der befragten Unternehmen meldeten, dass die Energiepreise ihre Betriebsabläufe derzeit erheblich behindern. Die Unternehmen versuchen zwar die steigenden Kosten zeitnah an die Kunden weiterzugeben. Allerdings sehen sich 16 % der befragten Unternehmen dazu nicht in der Lage. 67 % gaben an, die Kosten zumindest teilweise weiterreichen zu können. „Die Lage dürfte noch eine Weile kritisch bleiben. Die Mehrheit unserer Unternehmen glaubt nicht an eine signifikante Entspannung bei den Energiekosten im kommenden Jahr“, erläuterte der Präsident des VCI.

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