Älterer Mann im Kittel steht in Apotheke mit Regalen voller Medikamente hinter sich und hält Pappschachtel in der Hand

Schwerpunkte lagen bei den neuen Arzneimitteln 2022 auf Covid-19, dem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom und mehreren seltenen Krankheiten. (Bild: WavebreakMediaMicro - Fotolia)

Pharmaunternehmen haben 2022 in Deutschland für neue Behandlungsmöglichkeiten bei mehr als 60 Krankheiten gesorgt und für vier Krankheiten neue Präventionsmöglichkeiten geschaffen. Dafür haben sie 49 Medikamente mit neuem Wirkstoff auf den Markt gebracht und für 24 andere Medikamente eine Zulassungserweiterung auf ein neues Anwendungsgebiet erreicht.

GKV-Finanzstabilisierungsgesetz gibt der deutschen Pharmabranche einen Dämpfer

Dazu sagt VFA-Präsident Han Steutel: „Die beindruckenden Zahlen und die große medizinische Bandbreite zeigen, dass die Innovativkraft unserer Branche intakt ist. Die große Frage lautet aber, ob das deutsche Gesundheitssystem auch in Zukunft in gewohntem Maße davon profitieren kann. „Denn das gerade verabschiedete GKV-Finanzstabilisierungsgesetz mit seinen weitgreifenden Rabattforderungen ist nicht gemacht, Hersteller dafür zu gewinnen, neue Medikamente zeitnah auch in Deutschland anzubieten. Von der alten Anziehungskraft für innovative Produkte wird der deutsche Markt viel verlieren.“

Welchen Schwerpunkt hatte die Medikamentenentwicklung 2022?

Auch 2022 war einer der Schwerpunkte der Pharmabranche noch Covid-19. Dem VFA zufolge haben Unternehmen das therapeutische Repertoire gleich um drei weitere antivirale Medikamente erweitert. Für Schutzimpfungen gegen die Krankheit haben Firmen 2022 drei weitere Impfstoffe herausgebracht – die adaptierten Versionen von schon zuvor zugelassenen mRNA-Impfstoffen nicht mitgezählt. Ein weiterer Schwerpunkt des Jahres lag auf dem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC), der häufigsten Form von Lungenkrebs.

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Neben häufigen Krankheiten wie Covid-19, Asthma oder Migräne kümmerten sich Unternehmen auch um Medikamente gegen Krankheiten, von denen weniger als 5 von 10.000 EU-Bürger betroffen sind. Mehr als ein Drittel der neu eingeführten Medikamente dieses Jahres adressieren sogenannte seltene Krankheiten. Einige von ihnen sind die ersten gegen die betreffende Krankheit überhaupt, etwa im Fall des Hutchinson-Gilford Progeriesyndrom (vorzeitige Alterung) oder bei ASMD (dem angeborenen Mangel an saurer Sphingomyelinase) Typ A/B oder B.

Außerdem gab es 2022 einen Neuzugang bei den verfügbaren Antibiotika. „Das zeigt, dass sich die Pharmabranche nicht von Antibiotika abgewandt hat“, so Steutel. „Substanziell mehr Neueinführungen auf diesem Gebiet werden aber erst möglich, wenn die Marktbedingungen hierzulande und auf europäischer Ebene wesentlich gebessert werden.“

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