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Merck investiert in israelische Pharmaforschungsunternehmen

27.11.2013 Merck, Darmstadt, setzt zunehmend auf die Kooperation mit israelischen Biotech-Unternehmen wie Metabomed und Chanbio. Die beiden Start-up-Unternehmen erhalten Anschubfinanzierungen und praktische Unterstützung über den MS Ventures Israel Bioinkubator-Fonds von Merck.

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Merck investiert in israelische Pharmaforschungsunternehmen

Stefan Oschmann, in der Geschäftsleitung von Merck für die beiden Pharma-Sparten zuständig, sieht in Forschungskooperationen mit israelischen Unternehmen „eine viel versprechende Zukunft“ (Bild: Merck)

Beide Unternehmen sind damit im Merck Serono Israel Bioinkubator in Yavne; der Merck-Fonds ist mit insgesamt 10 Mio. Euro ausgestattet. Neviah Genomics war das erste Unternehmen im Merck Serono Israel Bioinkubator, weitere Unternehmen werden folgen.

Metabomed konzentriert sich auf die Erforschung des Krebsstoffwechsels und den Bereich der rechnerbasierten Biologie. Die Unternehmensgründer kommen unter anderem von der Universität Tel Aviv und dem Technion Israel Institute of Technology.

Chanbio wird sich auf Antikörper konzentrieren, die selektiv für Ionenkanäle sind, welche wiederum als wichtige therapeutische Ziele für die Behandlung von Multipler Sklerose angesehen werden.

Zudem unterzeichnete Merck Serono, die biopharmazeutische Sparte von Merck, in diesem Monat eine Absichtserklärung mit dem israelischen Biotechnologie-Unternehmen Kadimastem, das sich auf die Entwicklung von Produkten auf der Basis von pluripotenten menschlichen Stammzellen spezialisiert hat. Ziel ist die Nutzung der Screening-Plattform von Kadimastem zur Charakterisierung neuer Verbindungen, die als Wirkstoff zur Remyelinisierung bei Multipler Sklerose entdeckt worden sind. Denkbar ist auch die Ausweitung der Kooperation auf andere Forschungsgebiete wie die amyotrophe Lateralsklerose. Bereits 2012 war eine Vereinbarung mit Kadimastem unterzeichnet worden.

„In Israel blicken wir nicht nur auf eine Tradition, aus der einige der wichtigsten Produkte von Merck wie Rebif und Erbitux hervorgegangen sind, sondern auch auf eine viel versprechende Zukunft. Hier treffen wir weiterhin auf interessante und hochmoderne Wissenschaft sowie die Voraussetzungen, diese zu Produkten weiterzuentwickeln“, sagte Stefan Oschmann, der in der Geschäftsleitung von Merck für die Pharmasparte sowie Merck-Serono zuständig ist, am israelischen Standort von Merck in Yavne.

Merck kooperiert bei seiner Suche nach Innovationen, aus denen Produkte der nächsten Generation hervorgehen könnten, mit mehreren israelischen Startup-Unternehmen sowie dem Weizmann-Institut für Wissenschaften. Mercks umsatzstärkstes Arzneimittel Rebif (1,893 Mrd. Euro in 2012) zur Behandlung von Multipler Sklerose hat in diesem Institut seinen geistigen Ursprung ebenso wie das Krebsmedikament Erbitux (Umsatz 2012: 887 Mio. Euro).

Im Jahr 2007 unterzeichnete Merck als erstes deutsches und erstes Pharma- und Chemieunternehmen das Global Enterprise Framework Collaboration Program des israelischen Industrie- und Handelsministeriums. „Durch dieses Programm erhalten wir nachhaltig Unterstützung bei der Identifizierung von potenziellen Kooperationspartnern für den Aufbau neuer Partnerschaften. Für die Zukunft versprechen wir uns von dieser Rahmenvereinbarung noch einiges“, sagte Oschmann.

Auch im Chemie-Bereich kooperiert Merck mit einem israelischen Start-up-Unternehmen, Qlight Nanotech, an dem es auch eine Kapitalbeteiligung hält. Die gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zielen auf Chemikalien zur Verwendung in der Displaytechnik und für energieeffiziente Beleuchtungssysteme.

(dw)

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