Quartalszahlen

Merck: Pharmabereiche wachsen zweistellig

15.11.2019 Die Unternehmensbereiche Life Science und Healthcare haben Merck im dritten Quartal einen soliden Umsatz beschert, der Bereich Performance Materials dämpfte das Ergebnis. Eine Übernahme soll den schwächelnden Bereich stärken.

„Merck ist in guter Verfassung“, sagt Stefan Oschmann, CEO und Vorsitzender der Geschäftsleitung. (Bild: Merck)

„Wir haben Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert, dank einer starken Leistung von Healthcare und Life Science sowie in allen Regionen. Performance Materials hat mit der erfolgreichen Übernahme von Versum Anfang Oktober einen wichtigen Meilenstein seines Bright-Future-Transformationsprogramms erreicht“, kommentierte CEO Stefan Oschmann. (Bild: Merck)

„Im dritten Quartal haben wir unsere Strategie weiter diszipliniert umgesetzt. Wir haben Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert, dank einer starken Leistung von Healthcare und Life Science sowie in allen Regionen. Performance Materials hat mit der erfolgreichen Übernahme von Versum Anfang Oktober einen wichtigen Meilenstein seines Bright-Future-Transformationsprogramms erreicht“, sagte Stefan Oschmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck. „Jetzt konzentrieren wir uns darauf, Cash zu erwirtschaften und somit rasch zu entschulden“, ergänzte Marcus Kuhnert, Mitglied der Geschäftsleitung und Chief Financial Officer.

Der Konzernumsatz stieg um 8,1% auf 4.054 Mio. Euro. Das organische Umsatzwachstum des Konzerns betrug 5,7% oder 213 Mio. Euro. Besonders die Unternehmensbereiche Healthcare und Life Science trugen dazu bei. Die währungsbedingte Umsatzsteigerung um 2,7% oder 102 Mio. Euro ging hauptsächlich auf den US-Dollar, den japanischen Yen und den chinesischen Renminbi zurück.

Hohe Nachfrage in China

Das EBITDA pre, die für den Konzern wichtigste Steuerungskennzahl, erhöhte sich um 15,4% auf 1.111 Mio. Euro; die EBITDA-pre-Marge verbesserte sich auf 27,4%. Der im Vergleich zum Umsatz stärkere Anstieg des EBITDA pre geht auf das deutliche Umsatzwachstum, ein verbessertes Kostenbewusstsein, Erträgen aus der Allianz mit GlaxoSmithKline sowie die weitere Margenverbesserung bei Healthcare und Life Science zurück. So legte auch das operative Ergebnis (EBIT) um 23,8% auf 608 Mio. zu. Das Konzernergebnis von Merck stieg leicht um 0,8% auf 343 Mio. Euro.

Der Unternehmensbereich Healthcare erzielte im dritten Quartal 2019 eine Umsatzsteigerung von 10,0% auf 1.756 Mio. Euro. Organisch belief sich das Wachstum auf 8,0%, die währungsbedingte Zunahme lag bei 2,0%. Die starke Geschäftsentwicklung ging vor allem auf Mavenclad sowie die hohe Nachfrage nach Medikamenten in China, wie dem Fertilitätspräparat Gonal-f, dem Diabetesmittel Glucophage sowie der Krebsmedikation Erbitux, zurück.

Der Unternehmensbereich Life Science steigerte seine Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahresquartal um 12,3% auf 1.715 Mio. Euro. Dagegen gingen die Umsätze des Bereichs Performance Materials im gleichen Zeitraum um –6,9% auf 583 Mio. Euro zurück. Währungseffekte konnten diesen Rückgang nur teilweise kompensieren.

Prognose nach Zukauf von Versum angehoben

Am 20. September hat Merck die Übernahme des US-Unternehmens Intermolecular abgeschlossen, am 7. Oktober die Akquisition von Versum. Die Zukäufe sollen Performance Materials stärken und bauen die Position des Unternehmens als Anbieter von Elektronikmaterialien für die Halbleiter- und Displayindustrien ausbauen.

Merck geht für das Gesamtjahr 2019 unverändert von einem moderaten organischen Anstieg der Umsatzerlöse um 3 bis 5 % gegenüber dem Vorjahr aus. Im Geschäftsjahr 2019 rechnet der Konzern mit einem Portfolioeffekt aus der Versum-Akquisition von rund 270 Mio. Euro auf den Umsatz. Insgesamt werden Umsatzerlöse von 15,7 bis 16,3 Mrd. Euro (bisher: 15,3 bis 15,9 Mrd. Euro) für 2019 (Vorjahr: 14,836 Mrd. Euro) prognostiziert. Das Unternehmen geht wie bisher von einem starken organischen Anstieg des EBITDA pre gegenüber dem Vorjahr aus, der Beitrag von Versum zum EBITDA pre wird auf etwa 80 bis 90 Mio. Euro prognostiziert. Zudem erwartet Merck weiterhin leicht höhere Währungseffekte von 0% bis 2% gegenüber dem Vorjahr. Das EBITDA pre des Konzerns im Jahr 2019 soll insgesamt in einem Korridor zwischen 4,23 und 4,43 Mrd. Euro (bisher: 4,15 und 4,35 Mrd. Euro, Vorjahr: 3,80 Mrd. Euro) liegen.

Ausführliche Zahlen zu den einzelnen Geschäftsbereichen finden Sie in der Mitteilung des Unternehmens. (ak)

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