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Mikroskopische Kunststoffteilchen in Lebensmitteln gefunden

20.11.2013 Nach Recherchen des Wirtschafts- und Verbrauchermagazins „Markt“ des Norddeutschen Rundfunks (NDR), Hamburg, haben Forscher mikroskopische Kunststoffteilchen in Lebensmitteln wie Honig oder Trinkwasser gefunden Das sogenannte Mikroplastik gelangt über das Abwasser in die Umwelt und verteilt sich dort.

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Mikroskopische Kunststoffteilchen in Lebensmitteln gefunden

Prof. Gerd Liebezeit vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg hat in 19 untersuchten Honigen Fasern und Plastikfragmente gefunden, in 4 Proben befanden sich außerdem Plastikkügelchen (Bild: NDR)

Es besteht der Verdacht, dass diese aus Pflegeprodukten wie Duschgelen, Peelingcremes oder Zahnpasta stammen können. Experimente an Miesmuscheln haben gezeigt, dass die Partikel sich im Gewebe einlagern. Dort bildeten sich anschließend Entzündungen. Die zumeist aus Polyethylen hergestellten Teilchen sollen den Produkten zu einem mechanischen Reinigungseffekt verhelfen. Unter anderem werden die Kunststoffteilchen in Pflegemitteln mit Peeling-Effekt und speziellen Zahncremes eingesetzt. Bei manchen Produkten beträgt der Anteil der Kunststoffkügelchen am Gesamtinhalt bis zu 10 %.

„Wir können davon ausgehen, dass das Mikroplastik überall in der Atmosphäre zu finden ist“, so Prof. Gerd Liebezeit vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg. Die Vermutung: Der Kunststoff gelangt über die Luft auch in Lebensmittel. Der Wissenschaftler hat in 19 untersuchten Honigsorten Fasern und Kunststofffragmente gefunden, in vier Proben befanden sich außerdem Kunststoffkügelchen. Auch in Regenwasser ist KKunststoffmaterial entdeckt worden, wie es in Kosmetika verwendet wird. Liebezeit fordert deshalb: „Die Verwendung von Kunststoffteilchen in Kosmetik- und Reinigungsprodukten sollte verboten werden.“

Das Bundesumweltamt erklärte auf Anfrage, dass bereits Forschungsaufträge vergeben worden seien, die Auswirkungen des Mikroplastiks auf die Umwelt untersuchen sollen. Die Behörde erklärte weiter, dass es eines freiwilligen zeitnahen Ausstiegs aus der Verwendung von Mikroplastik bedürfe. Die mit den Recherchen der „Markt“-Redaktion konfrontierten Hersteller der Pflegemittel räumten einen Handlungsbedarf ein. Sie kündigten an, in naher Zukunft auf den Einsatz von Kunststoff in ihren Produkten verzichten zu wollen.

Weblink zum Thema
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des NDR oder direkt hier, darunter auch den am 18. November 2013 um 20:15 Uhr gesendeten Filmbeitrag (knapp 9 Minuten).

(dw)

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