Schnelligkeit trumpft

Mineralquellen Bad Liebenwerda investieren in Konfektionieranlage

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24.08.2011 Begrenzte Lagerfläche und gleichzeitig das Bereitstellen eines möglichst umfassenden Warensortiments – so stellt sich die Situation dar, in der sich der Handel befindet. Mit aus diesem Grund investierte Mineralquellen Bad Liebenwerda in eine Konfektionieranlage, deren ausschließliche Aufgabe das automatische Konfektionieren und Palettieren unterschiedlicher Schrumpfverpackungen ist.    

Entscheider-Facts Für Anwender

  • Mit der neuen Konfektionieranlage Mineralquellen Bad Liebenwerda sind Schrumpfverpackungen möglich, die sich darin unterscheiden, dass die in ihnen enthaltenen PET-Einwegflaschen mit voneinander differierenden Getränken der Mineralquellen befüllt sind.
  • Vorteil für den Handel: Er erhält mehrere Varianten an Schrumpfverpackungen ganz gemäß gewünschter Vorgabe fertig gemischt und damit verbunden äußerst platzsparend auf einer Palette positioniert.
  • Plus für die Mineralquellen Bad Liebenwerda: Ein kostenintensives und vergleichsweise langsames manuelles Konfektionieren entfällt dank neuer KHS-Lösung.

Mit der Investition in die neue Linie nehmen die Mineralquellen Bad Liebenwerda einen Vorreiter-Status innerhalb der Branche ein, zählen sie doch zu den ersten Mineralquellen weltweit, die sich für dieses äußerst zukunftsträchtige Konzept entschieden. Horst Kuhl, Geschäftsführender Gesellschafter der Mineralquellen Bad Liebenwerda, dazu: „Meiner Meinung nach haben wir auch in Zukunft nur dann wirkliche Wachstumschancen im Markt, wenn wir uns gezielt profilieren. Direkt damit verbunden sehen wir auch den Einsatz qualitativ besonders hochwertiger und flexibler technischer Lösungen, die eine große Reaktionsschnelligkeit in sich tragen, als einen wesentlichen Part unserer Profilierungsstrategie.“

Mineralwasser Naturell legt zu

Nach wie vor betreffen 80 % aller Füllungen der Mineralquellen Bad Liebenwerda den Bereich der Mineralwässer. Etwa 40 % des Mineralwasserabsatzes beziehen sich dabei auf das klassische kohlensäurehaltige Mineralwasser. Weitere 40 % gehen auf das Konto von Bad Liebenwerda Medium. Verbleibende 20 % vereint Bad Liebenwerda Naturell in sich. Ein klarer Trend hin zu Naturell, der auf Kosten des klassischen kohlensäurehaltigen Mineralwassers geht, ist feststellbar. So rechnet Kuhl durchaus damit, dass sich „Klassik“ und „Naturell“ mittelfristig bei einem Absatzanteil von jeweils 30 % treffen. Hinzu kommen noch verschiedene Süßgetränke.

Reaktionsschnelligkeit – eine Devise, die bei den Mineralquellen Bad Liebenwerda ganz genauso im Gebindebereich greift. 1996 starteten sie als erster Mineralbrunnenbetrieb Deutschlands mit der Abfüllung der 1,5-l-PET-Mehrwegflasche der Genossenschaft Deutscher Brunnen – auch hier auf einer Linie. Mit unter den ersten war das Unternehmen bei der Einführung der 1,0-l-PET-Mehrwegflasche für Süßgetränke und der 1,0-l-PET-Mehrwegflasche für Mineralwasser. Kuhl: „Unsere Pionierleistung wurde und wird mit Absatzzuwächsen belohnt. Aktuell finden 75 % aller Füllungen des Mineralbrunnens in PET-Mehrweg-Flaschen, 15 % in PET-Einweg-Flaschen und nur 10 % in Glas-Flaschen statt.“

Hierzu Ingolf Hänßgen, Verkaufsleiter Mineralquellen Bad Liebenwerda: „Zwar setzen wir aus Gründen der Nachhaltigkeit überwiegend auf PET-Mehrweg-Gebinde, dennoch sehen wir, dass der Handel – gerade was Mehrweg-Produkte angeht aus Platzgründen Neues kaum mehr listet. Mit aus diesem Grund bringen wir unsere neue „Landträume-Schiene“ beispielsweise ausschließlich in der PET-Einwegflasche in den Markt.“ Ergänzend Kuhl: „Und mit aus diesem Grund – und hier schließt sich der Kreis – investierten wir in unsere neue Konfektionierlinie, die uns für bewährte wie für neue Produkte in der PET-Einwegflasche noch mehr Chancen beim Handel einräumen wird.“
Die neue Konfektionierlinie für Schrumpfverpackungen verarbeitet stündlich bis zu 18.000 PET-Einwegflaschen in Schrumpfverpackungen. Ganz an den Wünschen der Mineralquellen Bad Liebenwerda managt die Anlage derzeit sowohl mit 1,5-l-PET-Einwegflaschen als auch mit 0,75-l-PET-Einwegflaschen bestückte Sixpacks. Künftig ebenfalls geplant: die Konfektionierung von mit 0,5-l-, 0,33-l- und 0,25-l-PET-Einwegflaschen versehenen Sixpacks. Die Linie ist dafür gerüstet.

Individuell zu gestaltende Lagenbilder

Derzeit werden den vier Transportstrecken innerhalb der Anlage Schrumpfverpackungen von Bedienpersonen manuell zur Verfügung gestellt. Belegen lassen sich die Transportstrecken wahlweise mit unterschiedlichen Artikeln. So können beispielsweise auf Transportstrecke 1 Shrinkpacks, die mit Mineralwasser befüllte PET-Einweg-Flaschen enthalten, auf Transportstrecke 2 „Teeträume-Shrinkpacks“, auf Transportstrecke 3 „Limonaden-Shrinkpacks“ und auf Transportstrecke 4 „Landträume-Shrinkpacks“ zum Einsatz gelangen. Sollen auf Kundenwunsch hin zum Beispiel nur zwei verschiedenartige Shrinkpacks konfektioniert werden, dürfen auch zwei oder drei mit identischen Shrinkpacks belegte Transportstrecken sein. Generell gilt: Mit der neuen Anlage lassen sich bis zu vier verschiedene Shrinkpack-Varianten auf einer Palette auf unterschiedlichste Art und Weise miteinander kombinieren. Und: Ein Weniger an Shrinkpack-Varianten darf sein. Einzelne Lagenbilder lassen sich einfach programmieren und können an neue Handelswünsche jederzeit zügig angepasst werden. Höchste Flexibilität ist gegeben.

Die Bildung der für die Palettierung geforderten Formationen geschieht durch eine Inline-Roboter-Gruppierung. Sie realisiert das millimetergenaue Greifen, Drehen und Verschieben von seitlich geklemmten Shrinkpackungen bei geringstem Platzbedarf. Die per Schiebebewegung stattfindende passgenaue Positionierung der einzelnen Gebinde ist an die Geschwindigkeit der fördernden Kunststoff-Mattenkette angepasst. Ist ein Lagenbild komplettiert, erfolgt die Ausrichtung der Lage durch eine Zentriereinrichtung.

Schonende Übergabe

Der Palettierer Innopal PBL arbeitet mit einem kombinierten Lagen-/Reihenschieber; dies spart die Gruppierstation ein und reduziert damit den Platzbedarf der Linie. Schrumpfverpackungen werden direkt auf die Beladeplatte und von dort auf die Palette geschoben. Ein äußerst exaktes Absetzen der Gebinde auf die Palette ist gegeben. Mit in das Konzept integriert: ein Handling-Roboter, der Zwischenlagen mittels Saugelementen aus einem hierfür vorgesehenen Magazin entnimmt und diese auf die jeweils abgegebene Lage positioniert.

Das Palettieren einzelner Lagen erfolgt bei den Mineralquellen Bad Liebenwerda wahlweise auf Halb- oder Europaletten. Diese werden vom Handling-Roboter mithilfe von Greiferelementen auf die jeweils vorgegebene Palettierposition abgesetzt. Sind Halb- bzw. Europaletten fertig beladen, gelangen sie zur Ladungssicherung in die Stretchfolienwickelmaschine. Im Anschluss an die Wicklung folgen Palettenetikettierung sowie die Abgabe an Gabelstapler und der Transport in den Lagerbereich.

Horst Kuhl: „Mit unserer neuen Konfektionierlinie sind wir höchst zufrieden. Auch, weil die Qualität und das perfekte Lagenbild, das die Anlage erbringt, manuell so gar nicht herzustellen wäre. Von hoher Bedeutung ist für uns auch, dass die Linie die Möglichkeit einer weitergehenden Automatisierung beinhaltet. Stellen wir fest, dass eine nochmals erhöhte Nachfrage des Handels nach konfektionierten Paletten mit Schrumpfverpackungen entsteht, ist die Möglichkeit vorhanden, das Einbringen der Schrumpfverpackungen in die Linie gleichermaßen zu automatisieren.“

Zur vollautomatisierten Lösung erweiterbar

Für diese vollautomatisierte Lösung ist unter anderem ein Knickarmroboter notwendig, der bis zu vier unterschiedliche Palettenpositionen ganz an Vorgaben orientiert anfährt, der einzelne Lagen vierseitig klemmt, abhebt und schließlich auf einen Tischbereich absetzt. Von dort aus kann ein Reihenabzug und die damit verbundene Überführung der Shrinkpacks in den einbahnigen Gebindetransport stattfinden. Durch einen Tragplattenverteiler geregelt gelangen Shrinkpacks auf die für sie vorgesehenen Transportbahnen. Die Zuführung der Shrinkpacks zum Bepalettierer erfolgt schließlich in gleicher Weise  wie beschrieben.

Bereits zum jetzigen Zeitpunkt mit in die Anlage integriert: ReDiS (Remote Diagnostic Service). Sollten Probleme innerhalb der Linie auftreten, kann eine direkte Verbindung zum ReDiS-Service-Center geschaffen werden und eine umgehende Fernanalyse stattfinden. Im günstigsten Fall ist ein Maschinenproblem über den Online-Zugriff auf elektronische Anlagenkomponenten zu beheben. Sind mechanische Komponenten „mit im Spiel“, erhält der Techniker exakte Mitteilungen, welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Denkbar ist auch die Durchführung von Neuprogrammierungen oder die Überspielung eventueller Updates durch ReDiS. Insgesamt gesehen hilft das System, eine erhöhte Anlagenverfügbarkeit zu erreichen und bietet damit ein ganz konkretes Einsparpotenzial. Kuhl: „Mit ReDiS sind wir auf der sicheren Seite und erfahren umgehende Hilfestellung. Das ist wesentlich für eine hohe Anlageneffizienz.“ Eine hohe Anlageneffizienz, die, so Kuhl, „für alle vier Linien, die bei den Mineralquellen Bad Liebenwerda im Einsatz sind, gegeben ist.“ Als ein Mineralbrunnen, der von jeher mit Service, Qualität, Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit überzeugt, sind die Mineralquellen Bad Liebenwerda für die Zukunft, da ist sich Kuhl sicher, bestens gerüstet.

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Heftausgabe: September 2011
Jörg Hoffmann, Vertrieb Deutschland KHS

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Jörg Hoffmann, Vertrieb Deutschland KHS
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