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Neue Fasspumpenmotoren für Betrieb mit und ohne Netzanschluss

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20.08.2018 Neben der Hydraulik kommt es bei der Nutzung von Pumpen vor allem auch auf deren Motor an – dies gilt insbesondere für Transferpumpen. Zur Achema hat Lutz Pumpen eine ganze Reihe verschiedener neuer Lösungen für den Flüssigkeitstransfer vorgestellt – darunter auch zwei Baureihen, die sich durch besonders pfiffige Motoren auszeichnen.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Die jüngsten Fortschritte bei der Entwicklung von Pumpenmotoren machen auch den Betrieb von Fass-, Behälter- und Transferpumpen immer effizienter.
  • Die neuen Akku-Pumpen B1 und B2 von Lutz Pumpen ermöglichen einen flexiblen Betrieb ohne Netzanschluss.
  • Energieeffiziente Druckluftmotoren erlauben es, brennbare Flüssigkeiten im Ex-Bereich zu fördern – sie arbeiten bei gleicher Leistung mit einem deutlich niedrigeren Anschlussdruck.
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Die Containerpumpe ist beim Fördern aus IBC eine kompakte Alternative zur vertikalen Fasspumpe. Bilder: Lutz Pumpen

Ohne Netzanschluss pumpen – diesen Wunsch nach Flexibilität erfüllen die Akkupumpen der Baureihen B1 Battery und B2 Battery. Die Pumpen sind mit einem verschleißfreien bürstenlosen Gleichstrommotor ausgerüstet, der laut Hersteller bis zu 70 % Wirkungsgrad erreicht. Die vergleichsweise leisen Motoren (<70 dBA) sind modular aufgebaut und zeichnen sich durch ihr niedriges Gewicht aus. Das Pumpwerk wird über einen Schnellverschluss installiert, zum Einsatz kommen Pumpwerke aus Polypropylen, PVDF oder Edelstahl.

Die stufenlos regelbaren Motoren werden in den beiden Ausführungen mit zwei verschiedenen, austauschbaren Akkus in Li-Ionen-Technik betrieben. Die B1 ist als Leichtgewicht für kleine bis mittlere Abfüllmengen konzipiert: Der Motor leistet 75 W und die Akku-Kapazität von 1,4 Ah reicht laut Hersteller für das Entleeren von zwei 200-l-Behältern. Mit einer maximalen Förderhöhe von 8 m und einer maximalen Fördermenge von 20 l/min kann die knapp 600 g schwere Pumpe für viele Aufgaben im Labor, Technikum oder für gelegentliche Förderaufgaben in der Produktion eingesetzt werden.

Im Gegensatz zur B1 erreicht die B2 mit ihrer 4 Ah großen Batterie eine deutlich höhere Leistung: Der Akku treibt einen 260 W starken Motor an, der in Verbindung mit dem Pumpwerk PP32 DL eine Förderleistung bis 78 l/min erreicht und bis zu 15 m hoch fördern kann. Eine Akkuladung reicht laut Hersteller für das Entleeren von zwölf 200-l-Behältern. Im Gegensatz zur B1 kann die größere Akkupumpe auch Flüssigkeiten mit einer Viskosität

>200 mPas und einer Dichte über 1,2 kg/dm3 fördern. Das niedrige Gewicht und die kompakte Bauweise erleichtern dem Bediener den Einsatz der Pumpen. Mit den Pumpen lassen sich neben dünnflüssigen Mineralölprodukten auch wässrige Lösungen, Laugen und Säuren und andere Chemikalien fördern.

Energieeffiziente Druckluftmotoren für das Fördern im Ex-Bereich

In Betriebsbereichen, in denen explosive Atmosphären auftreten können, sind Druckluftmotoren eine sichere Alternative zu elektrischen Antrieben. Allerdings ist Druckluft ein vergleichsweise teurer Energieträger. Die Energieeffizienz stand deshalb bei der Entwicklung der Druckluftmotoren-Baureihe MDxL im Vordergrund. Den Konstrukteuren ist es gelungen, den Wirkungsgrad gegenüber vergleichbaren Motoren so zu steigern, dass der Motor mit einer Abgabeleistung von 1.000 W bei 20 % geringerem Anschlussdruck (6 bar) dieselbe Förderleistung erreicht und dabei 4 % weniger Druckluft verbraucht. Zudem zeigen die Motoren auch bei niedrigem Druck ein gutes Anlaufverhalten.

Mit den Druckluftmotoren lassen sich in Verbindung mit einem geeigneten Pumpwerk auch dickflüssige Medien mit einer Viskosität bis 100.000 mPas fördern. Der Motor ist stufenlos regelbar und ermöglicht dadurch eine kontrollierte Abfüllung von Flüssigkeiten. Eine weitere Besonderheit ist die ölfreie Arbeitsweise der Motoren, die es erlaubt, diese auch für Förderaufgaben in der Pharma-, Lebensmittel- und Kosmetikproduktion einzusetzen.

Die Druckluftmotoren kommen unter anderem auch an der horizontalen Containerpumpe B200 zum Einsatz. Diese fördert Flüssigkeiten bis zu einer Viskosität von 650 mPas aus dem Bodenauslauf eines IBC. Sie ist immer dann eine interessante Alternative zur vertikalen Pumpe, wenn ein Zugang von oben nicht möglich ist, beispielsweise wenn Container in Regalen gelagert werden. Aufgrund ihrer Bauweise ist der Platzbedarf besonders gering – sie lässt sich per Überwurfverschraubung sehr schnell an den Auslauf eines Containers anschließen. Weil die Pumpe ohne Saugschlauch arbeitet, entsteht beim Abkuppeln nur

minimal Leckage in der Leitung. Neben den Druckluftmotoren kann die Containerpumpe auch mit verschiedenen Universalmotoren betrieben werden und erreicht Fördermengen bis 225 l/min und eine Förderhöhe bis 13 m.

Lutz Pumpen Homepage.

Heftausgabe: August 2018
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Über den Autor

Armin Scheuermann, Chefredakteur CHEMIE TECHNIK
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