Was lange währt, spart endlich Geld

Neues Energiesammelgesetz führt KWK-Privilegierung wieder ein

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Blockheizkraftwerk

KWK-Anlagen kommen in vielen energieintensiven Unternehmen zum Einsatz. ( Bild: Gerd – AdobeStock)

Neues Gesetz schützt Betreiber – mit einigen Ausnahmen

Diese Zahlen könnten 2019 wieder ansteigen. Am 17. Dezember 2018 hat der Bundestag das sogenannte Energiesammelgesetz verabschiedet, das unter anderem Änderungen für KWK-Anlagen und die EEG-Umlage vorsieht: Insbesondere ist ab 2019 die EEG-Umlage für Strom aus den meisten hocheffizienten KWK-Neuanlagen wieder auf 40 % begrenzt. Besonders erfreulich für die Betreiber: Diese Regelung gilt auch rückwirkend für 2018. Nach Einschätzung des VCI hat der Gesetzgeber damit „quasi in letzter Minute“ verhindert, dass Unternehmen geplante Investitionen einschränken oder sogar ganz absagen.

Eine Ausnahme gilt allerdings für Anlagen mit einer installierten elektrischen Leistung zwischen 1 und 10 MW und mehr als 3.500 Vollbenutzungsstunden im Jahr – für diese entfällt die Privilegierung. Anlagen in dieser Größenordnung sind gerade in der chemisch-pharmazeutischen Industrie verbreitet. Der VCI hatte sich daher auch für eine höhere Schwelle bei 2 MW eingesetzt. Vielen Unternehmen kommt allerdings eine Ausnahme von der Ausnahme zugute: Immer eine Privilegierung erhalten nämlich Betreiber aus besonders „stromkostenintensiven Branchen“. Dies gilt beispielsweise für die Herstellung pharmazeutischen Grundstoffen, Kunststoff-Verpackungen oder Fruchtsäften. Nicht dazu zählen hingegen die Produktion von pharmazeutischen Spezialitäten oder Duftstoffen sowie die Milchverarbeitung.

Das Bundeswirtschaftsministerium geht davon aus, dass insgesamt 98 % der hocheffizienten KWK-Anlagen ihre bis 2017 geltende Privilegierung behalten werden. Demnach würden nur etwa 200 der etwa 10.000 KWK-Anlagen aus der Förderung fallen. Der VCI lobte daher auch die gefundene Regelung: „Das Energiesammelgesetz ist ein Beispiel dafür, dass gute Politik sinnvolle Investitionen ermöglichen kann.“ Der Verband begrüßte außerdem, dass der Gesetzgeber das sogenannte KWK-Gesetz von 2022 bis 2025 verlängert hat. Dieses fördert KWK-Strom, das ins öffentliche Stromnetz eingespeist, also nicht vom Anlagenbetreiber selbst verbraucht wird. Die Hängepartie für KWK-Betreiber dürfte daher 2019 vorerst beendet sein.

Heftausgabe: Februar 2019
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Jona Göbelbecker, Redaktion Pharma+Food

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Jona Göbelbecker, Redaktion Pharma+Food
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