Halbautomatisch ins Gebinde

Neues System für eichgenaue Abfüllung

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02.09.2019 Handarbeit oder vollautomatische Abfülllinie? Die Antwort hängt in der Praxis meist von den Investitionskosten ab. Mit einem halbautomatischen Abfüllsystem erleichtert Flux-Geräte nun den Einstieg in effiziente Abfüllprozesse.

Entscheider-Facts

  • Wenn steigende Gebindezahlen abzufüllen sind, bauen sich Betreiber häufig Behelfslösungen.
  • Das halbautomatische Abfüllsystem ermöglicht saubere und effiziente Abfüllvorgänge.
  • Merkmale sind die Ein-Personen-Bedienung und das eichgenaue Abfüllen gemäß FertigPackV.
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Mit dem halbautomatischen Abfüllsystem können Medien in unterschiedliche Gebinde abgefüllt werden. (Bilder: Flux)

Beim Abfüllen von Chemikalien, Pharma-Roh-stoffen, Kosmetika und Lebensmitteln in kleine Gebinde ist Handarbeit oft an der Tagesordnung. Vor allem dann, wenn täglich nur wenige bis wenige Hundert Gebinde abzufüllen sind. Doch das hat Nachteile: Oft müssen die Bediener dann in gebückter Haltung mit Zapfpistolen hantieren, und vor allem dann, wenn die abgefüllten Kanister oder andere Gebinde in den Verkauf gehen, ist Präzision gefragt. Damit nicht zu wenig Produkt im Gebinde landet, wird sicherheitshalber meist überdosiert – was zu mehr oder weniger großen Produktverlusten führt.

Weil der Schritt hin zur Anschaffung einer vollautomatischen Abfüllanlage häufig so groß ist, dass sich das nicht oder nur sehr langfristig rechnet, bauen sich die Betreiber oft selbst mehr oder weniger ergonomische Abfüllhilfen. Dies hat der Hersteller zum Anlass genommen, ein halbautomatisches System zur eichgenauen Gebindeabfüllung zu entwickeln. Mit Flux-Fill WT lassen sich niedrig- bis hochviskose und auch schäumende Fluide effizient und sicher abfüllen. Die kompakte Anlage basiert auf einer Waage, einem pneumatisch betätigten Dosierventil und einer Pumpe aus dem Programm des Geräteherstellers sowie einer entsprechenden Steuerung. In der Steuerung werden Abfüllprogramme hinterlegt, die der Bediener einfach auf Knopfdruck abrufen kann. Mit dem halbautomatischen System positioniert sich der Anbieter ganz bewusst im Bereich zwischen der Abfüllung von Hand und komplett automatisch arbeitenden Systemen. Typische Einsatzbereiche sieht der Hersteller in Betrieben, die zwischen 100 und 500 Gebinde pro Tag abfüllen.

Bei der Entwicklung stand die einfache Bedienung des Systems im Vordergrund: Der Bediener stellt das Gebinde unter die Fülllanze, wählt das entsprechende Abfüllprogramm aus und startet den Vorgang. Die Systemsteuerung erlaubt es den Anwendern, den Abfüllvorgang für jedes Gebinde und jedes abzufüllende Produkt individuell einzustellen. Damit es bei der Befüllung nicht zu ungewollten Situationen kommt, hat sich der Hersteller einige Sicherheitsmechanismen einfallen lassen: Wird beispielsweise ein für die gewählte Menge zu kleiner – und damit zu leichter – Behälter unter der Fülllanze platziert, lässt sich der Abfüllvorgang nicht starten. Falls der Behälter nicht richtig positioniert wurde und die Fülllanze am Rand des Spundlochs oder daneben aufsetzt, wird der Abfüllvorgang ebenfalls gestoppt. Die gewünschte Zahl abzufüllender Gebinde kann vorgewählt werden, die Anlage stoppt, sobald diese abgefüllt sind.

Eichpflichten der Fertigpackungsverordnung berücksichtigt

Im Gegensatz zu den in anderen automatischen Abfüllsystemen oft verwendeten Membranpumpen setzt der Hersteller zum Fördern niedrigviskoser Fluide pulsationsfrei arbeitende Kreiselpumpen und zum Fördern hochviskoser Medien pulsationsarm und schonend arbeitende Exzenterschneckenpumpen ein. Beim Einsatz der Verdrängerpumpen wird das System mit einer Drucküberwachung ausgestattet: Diese stellt sicher, dass ein auftretender Mediumsstau zwischen Förderpumpe und Ventilausgang beim Abfüllen hochviskoser Medien erkannt und die Anlage gestoppt wird. Das System ist modular aufgebaut: Mit verschiedenen Pumpen, Waagen und optionalen Rollenbahnmodulen wird eine hohe Flexibilität bei geringem Platzbedarf erreicht.

Um Verschmutzungen zu vermeiden, sind Oberfläche und Geometrie des Füllventils so gestaltet, dass das Nachtropfen weitgehend vermieden wird. Besonderes Augenmerk haben die Entwickler auf die Unterstützung ihrer Kunden beim Erfüllen von Eichpflichten und den Vorgaben der Fertigpackungsverordnung gelegt. Das modular aufgebaute System lässt sich mit verschiedenen Waagen ausstatten, welche die Genauigkeitsanforderungen der FertigPackV erfüllen. Außerdem wird jeder Abfüllvorgang in der Steuerung in einem 100.000 Datensätze fassenden Ringspeicher abgelegt. Zudem muss der Bediener am Ende jedes Abfüllvorgangs per Knopfdruck bestätigen, dass das erforderliche Füllgewicht erreicht wurde. Um die Anlage für die geeichte Abfüllung einzurichten, bietet der Hersteller den Vor-Ort-Service Konformitätserklärung (mit Ersteichung) an.

Das Einsatzspektrum der Anlage reicht von 0,5 bis 50 kg und erstreckt sich über Viskositäten bis 25.000 mPas. Abgefüllt wird in Gebinde bis zu einer Höhe von 400 mm mit einem Spundloch-Durchmesser von mindestens 40 mm. Dazu zählen Weithalsflaschen, Schraub- und Klemmdeckeldosen, Kanister, Eimer etc. Die Anlage in Schutzart IP 65 kann nass gereinigt werden.

Fachpack Halle 3-521

 

Heftausgabe: September 2019
Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food

Über den Autor

Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food
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