Hoffnungsträger-Medikament

Novartis lässt sich US-Biotechfirma einiges kosten

08.01.2020 Der Schweizer Pharmakonzern Novartis war mit seinem Angebot für The Medicines Company erfolgreich. Obwohl das US-Biotechunternehmen nur 65 Mitarbeiter zählt und erst ein – noch nicht zugelassenes – Medikament in der Pipeline hat, lassen sich die Basler die Übernahme fast 10 Mrd. US-Dollar kosten.

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Das US-Unternehmen wird in Zukunft aus Basel bestimmt. (Bild: Novartis)

Wie Novartis mitteilte, hat der Konzern zur Frist des Übernahmeangebots den Zuschlag für 75 % der Aktien erhalten. Zudem gebe es verbindliche Zusagen für weitere knapp 17 % der Anteile. Bei einem Angebot von 85 US-Dollar pro Aktie zahlt der Schweizer Konzern insgesamt 9,7 Mrd. US-Dollar für die Übernahme. The Medicines Company wird damit zu einer indirekten Tochtergesellschaft von Novartis, der Handel mit der Aktie wurde bereits ausgesetzt.

Ein Produkt mit Wachstumschancen

Der hohe Kaufpreis überrascht auf den ersten Blick. Das US-Biotechunternehmen bietet im Moment lediglich ein Produkt, das außerdem noch gar nicht zum Verkauf zugelassen ist: den Cholesterinsenker Inclisiran. Novartis erhofft sich von dem Medikament jedoch mittel- bis langfristig große Wachstumschancen, da es deutliche Vorteile für Patienten biete: Im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten, die alle zwei Wochen gespritzt werden, muss Inclisiran nur zweimal im Jahr verabreicht werden. Mit dem neuen Medikament will Novartis somit auch eine Lücke in seiner Pipeline für Herz-Kreislauftherapien schließen. (jg)

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