Markt

Novartis will Beteiligung an Roche aufgeben

04.07.2016 Der Schweizer Pharmakonzern Novartis will seine Anteile am Wettbewerber Roche einem Zeitungsbericht zufolge noch dieses Jahr verkaufen. Der Konzern besitzt derzeit knapp ein Drittel der stimmberechtigten Roche-Aktien mit Börsenwert von 13,9 Mrd. Franken bzw. 12,8 Mrd. Euro.

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Ebenfalls letztes Jahr nicht vertreten, nun aber auf Platz 19 steht der Schweizer Pharmagigant Novartis. (Bild: Novartis)

Der Novartis-Konzern will sich von seinen Roche-Anteilen trennen. (Bild: Novartis)

Die Anteile sollten an institutionelle Investoren veräußert werden, berichtete die Agentur Reuters mit Bezug auf einen Bericht in der Schweizer „SonntagsZeitung“ ohne Angabe weiterer. Voraussetzung sei, dass es zu keinem Markteinbruch kommt. Die Erben der Roche-Gründerfamilie Hoffmann-Oeri, die den Konzern mit einer hauchdünnen Mehrheit von 50,01 Prozent der Stimmrechte kontrollieren, würden ihre Beteiligung nicht aufstocken.

Insider hatten Reuters im April gesagt, dass das Unternehmen einen Verkauf des Roche-Aktienpakets auslotet. Novartis-Chef Joseph Jimenez signalisierte Ende Mai bei einer Investorenveranstaltung in Basel, dass er nicht länger auf einen Aufschlag für das Paket pocht. „Wir würden gründlich darüber nachdenken und würden möglicherweise entscheiden, ohne Prämie auszusteigen, wenn sich die richtige Gelegenheit ergibt“, sagte er damals.

Spekuliert wird über eine Veräußerung des Anteils, seit der frühere Novartis-Lenker Daniel Vasella im Jahr 2013 den Konzern verließ. Der Manager wollte einen Schulterschluss der beiden Pharmariesen erreichen, doch der Rivale auf der anderen Seite des Rheins zeigte ihm die kalte Schulter. Die Erben der Roche-Gründerfamilie Hoffmann-Oeri pochen auf die Unabhängigkeit des Unternehmens. Vom gesamten Roche-Kapital, das zum überwiegenden Teil aus nicht stimmberechtigten Genussscheinen besteht, besitzt Novartis lediglich gut sechs Prozent.

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