Interesse an Cholesterinsenker

Novartis will US-Biotechfirma für 9,7 Milliarden übernehmen

27.11.2019 Novartis will seine Produktpipeline mit einem Cholesterin-Senker des US-Unternehmens The Medicines Company auffüllen. Der Wirkstoffkandidat ist dem Pharmakonzern 9,7 Mrd. US-Dollar wert und ist Teil einer langfristigen Konzernstrategie.

Eine entsprechende Übernahmevereinbarung haben Novartis und The Medicines Company (Medco) am 24.11.2019 bekanntgegeben. Der Preis von 9,7 Mrd- US-Dollar ergibt sich aus dem Angebot von 85 Dollar pro Aktie in bar. Dies liegt 24 % über dem letzten Aktienkurs zum Zeitpunkt der Vereinbarung. Einen Teil der Summe will Novartis aus Barmitteln finanzieren, der Rest soll aus kurz- und langfristigen Darlehen stammen. Die Transaktion soll noch im ersten Quartal 2020 abgeschlossen sein.

„Mittel- bis langfristig ein wichtiger Wachstumstreiber“

Vasant Narasimhan ist CEO von Novartis

Der Wirkstoff Inclisiran könnte „ein wichtiger Wachstumstreiber für Novartis sein“, betonte CEO Vasant Narasimhan. (Bild: Novartis)

Das Interesse von Novartis weckt inbesondere der von Medco entwickelte Wirkstoff Inclisiran. Das cholesterinsenkende Mittel befindet sich derzeit in klinischen Studien der Phase III und soll das Geschäft mit Herzkreislauf-Medikamenten wieder ankurbeln. Nach abgelaufenen Patenten bisheriger Blockbuster wie dem Blutdrucksenker Diovan hatte der Pharmakonzern in diesem Bereich zuletzt zu kämpfen. Der Neuerwerb soll auch dazu beitragen, zukünftig endenden Patentschutz anderer Medikamente auszugleichen. Der Konzern erwartet einen Markt von rund 36 Mio. Patienten allein in den wichtigen Regionen USA, EU, Japan und China. Das Mittel habe „das Potenzial, einen der größten Bereiche unterversorgten Patientenbedarfs effektiv zu bedienen“, sagte Marie-France Tschudin, Presidentin von Novartis Pharmaceuticals.

Der Zukauf passt auch in die generelle Strategie von CEO Vas Narasimhan, den Konzern durch Akquisitionen zu verstärken: „Die Aussicht, Inklisiran bei Patienten einzuführen, passt auch zu unserer Gesamtstrategie, Novartis in ein fokussiertes Pharmaunternehmen zu verwandeln, und fügt ein Medikament im Prüfstadium hinzu, das mittel- bis langfristig ein wichtiger Wachstumstreiber für Novartis sein könnte“, so der Firmenchef. Zuletzt hatte der Konzern unter anderem das Augenmedikament Xiidra für mindestens 3,4 Mrd. US-Dollar von Takeda erworben und die Gentechnikfirma Avexis mit deren Gentherapie Zolgensma für 8,7 Mrd. US-Dollar übernommen. Letzteres hatte dem Pharmakonzern jedoch auch Ärger mit der FDA wegen möglicher Manipulationen in klinischen Studien dieses „teuersten Medikaments der Welt“ eingebrockt. (ak)

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