Der Energieeffizienz Dampf machen

Octapharma modernisiert Dampfkessel-System

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25.06.2019 Ein wesentlicher Teil der Pharmaherstellung ist auf die Versorgung mit Prozesswärme angewiesen und die Dampfproduktion stellt einen großen Kostenfaktor dar. Der Plasmapräparate-Hersteller Octapharma hat daher am Standort Wien sein Dampfkessel-System modernisiert.

Entscheider-Facts

  • Die Dampfproduktion für die Prozesswärme – zum Beispiel im Sterilisationsbereich – stellt in der Pharmaindustrie einen großen Kostenfaktor dar.
  • Um die Effizienz seiner Kesselanlage zu steigern, hat der Plasmapräparate-Hersteller Octapharma am Standort Wien unter anderem die Steuerungen, die Datenerfassung sowie die Wasseranalyse modernisiert.
  • Allein durch eine optimierte Wärmerückgewinnung ergeben sich jährlich Einsparungen von 20.000 Euro sowie 150 t weniger CO2-Emmissionen.
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Obwohl die bestehende Dampfkesselanlage zuverlässig lief, sahen die Projektpartner Potenzial für energetische Verbesserungen.

Prozesswärme ist vor allem im Sterilisationsbereich notwendig. Hier unterstützt der Dampf die Erzeugung von Reinstdampf sowie von Wasser für Injektionszwecke (WFI). Weitere Versorgungsbereiche sind die Ethanol-Destillationskolonne und die Befeuchtung von Klimaanlagen. Die seit 2007 bestehende Dampfkesselanlage am Standort Wien lief zwar nach wie vor zuverlässig. „Jedoch sahen wir mit dem Wandel der Zeit das Potenzial, unsere Energiesituation noch weiter zu verbessern“, berichtet Orestis Almpanis-Lekkas, Head of Utilities bei Octapharma. Ziel des Modernisierungsprojektes war es nun, die Energieeffizienz zu verbessern und eine durchgängige Automation der Dampfversorgung zu erreichen. Markus Tuffner, Modernisierungsleiter bei Bosch Industriekessel, bewertete auf Basis der kundenspezifischen Ausgangssituation in einem sogenannten Energy Quick Check in kurzer Zeit die möglichen Modernisierungsmaßnahmen. Anhand der aussagekräftigen Ergebnisse entschieden sich die Verantwortlichen in Wien, alle Empfehlungen umzusetzen.

Steuerungen der neuen Generation

Zunächst ließ das Pharmaunternehmen die Kessel- und Anlagensteuerung auf die neueste Steuerungsgeneration umrüsten. Aufgrund der Abkündigung des Herstellers wäre die Ersatzteilversorgung für die eingesetzte Kompaktsteuerung auf Basis der Siemens C7 in den kommenden Jahren zunehmend schwieriger geworden. Die neue Kesselsteuerungsanlage bestehend aus BCO (Boiler Control) und SCO (System Control) ermöglicht über intuitive Touch-Displays eine komfortable Bedienung und steigert die Datentransparenz. Im gleichen Zug tauschten die Energieexperten die bestehende Teleserviceverbindung gegen die neue Fernwirktechnik MEC Remote. Über diesen Fernzugriff können heute nicht nur Serviceexperten auf die Dampfkesselanlage zugreifen und Fernanalysen, Parametrierungen oder Programmierungen durchführen. Auch der Betreiber selbst kann den Anlagenstatus einsehen und wichtige Betriebsinformationen via SMS oder E-Mail erhalten. (1/2)

Heftausgabe: Pharma+Food Juli 2019
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Über den Autor

Annemarie Wittmann, Marketing, Bosch Industriekessel
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