Wenn es um die Wurst geht

Präzise Karton-Etikettierung bei Gutfried

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25.08.2011 Im Verpackungsbereich des Wurstwarenherstellers Nölke gehen die Verkaufskartons der Marke Gutfried auf die Rolle – und werden so in die richtige Position zum Etikettieren gebracht. Ein Etikettendruckspender bedruckt die Produktetiketten dann mit den notwendigen Angaben wie zum Beispiel Mindesthaltbarkeitsdatum sowie Gewicht und bringt sie schließlich vollautomatisch auf die Kartons auf.

Entscheider-Facts Für Anwender

  • Mit zunehmendem Automatisierungsgrad wollte der Geflügelwurst-Hersteller Nölke auf eine automatische Kartonetikettierung umsteigen.
  • Mit dem Etikettendruckspender Legi-Air 4050 E können die Verpackungen wesentlich schneller, präziser und einfacher etikettiert werden.
  • Basierend auf der Legi-Air 4050 Baureihe verfügt die E-Variante zusätzlich über ein komplett geschlossenes Gehäuse aus Edelstahl.
  • Der 90°-Schwenkarm aus Aluminium appliziert die Sortenetiketten auf die Rückseite der vorbeieilenden Gutfried-Kartons.
  • Das eigentliche Aufbringen des Etiketts erfolgt im sogenannten Tamp-blow-Verfahren.

Ende der 1960er Jahre erschloss der damalige Firmenchef Heinrich Nölke mit der Einführung der ersten Geflügelwurst eine Marktlücke in Deutschland. Wenige Zeit später, 1971, wurde schließlich mit „Gutfried“ die erste Geflügelwurstmarke geboren und seitdem konsequent durch gezielte Werbung aufgebaut und bekannt gemacht. Der Slogan „Gutfried ist gut für mich“ begleitet die Marke seit vielen Jahren und ist den Verbrauchern bestens bekannt. Die fettarme und schmackhafte Geflügelwurst trifft genau den Geschmack der Zeit und erfreut sich großer Beliebtheit. Heute arbeiten 160 Mitarbeiter in der Verpackungsabteilung in drei Schichten an sechs Tagen in der Woche, und sorgen so dafür, dass die leckeren Wurstwaren gut verpackt in den Handel kommen.

Automatisch effizienter und genauer
Früher mussten die Mitarbeiter in der Verpackungsabteilung bei Nölke aus Versmold jeden Karton einzeln in die Hand nehmen und das nötige Sortenetikett manuell aufbringen. Doch der Grad der Automatisierung nimmt auch bei Nölke immer weiter zu, und so war es nur eine Frage der Zeit, dass man auch bei der Kartonetikettierung auf eine vollautomatische Lösung umstieg. „Unsere neue Verpackungsanlage arbeitet mit mehr als 12 Takten/min, und unser neuer Etikettendruckspender Legi-Air 4050 E hält da problemlos Schritt. Somit können wir nun unsere Verkaufsverpackungen der Gutfried Geflügelwurst wesentlich schneller, einfacher und präziser etikettieren“, erklärt Thomas Pottebaum, Abteilungsleiter Verpackung, zu diesem Thema.

Schonend und schnell: Tamp-blow
Da im Verpackungsbereich von Wurstwaren hochsensible Lebensmittel verarbeitet werden, herrscht neben den selbstverständlich extrem hohen Hygienestandards in den Werkhallen eine konstante Temperatur von kühlen 8 °C. Diese Umfeldbedingungen muss natürlich auch der Etikettendruckspender aushalten.

Basierend auf der vielfach bewährten Legi-Air 4050 Baureihe verfügt die E-Variante darüber hinaus über ein komplett geschlossenes Gehäuse aus Edelstahl. Der 90°-Schwenkarm aus Aluminium appliziert die Sortenetiketten auf die Rückseite der vorbeieilenden Gutfried-Kartons.

Die Daten für das Etikett werden von einer übergeordneten Steuerungssoftware an das Druckmodul geliefert. Der Bediener gibt zu Beginn der Produktion an seinem Terminal die gewünschte Artikelnummer des Produktes ein. Aus einer Datenbank werden dann die Inhalte der Datenfelder wie Produktname, Gewicht, Menge und das Mindesthaltbarkeitsdatum für das gewünschte Etikett bereitgestellt. Der Druckspender bereitet die Daten im Druckmodul auf, wo die gewünschten Etiketten schließlich bedruckt werden.

Das eigentliche Aufbringen des Etiketts erfolgt im sogenannten Tamp-blow-Verfahren: Dabei wird das fertige Etikett zunächst per Saugluft auf dem Stempel des 90°-Schwenkarmes festgehalten. Ist der Karton am LA 4050 E vorbeigefahren, löst ein Fotozellensignal die Schwenkbewegung aus, und der 90°-Arm eilt dem Karton hinterher. Wenige Millimeter vor dem Karton stoppt der Schwenkarm und schießt das Etikett per Luftdruck auf das Produkt. Da bei diesem Verfahren die Stempelplatte nicht das Produkt berührt, wird es überall dort angewendet, wo empfindliche Oberflächen etikettiert werden müssen. Ein weiterer Vorteil: Es tritt kein Verschleiß im Spendestempel-Bereich auf. Darüber hinaus können die Produkte im Durchlauf mit hoher Geschwindigkeit etikettiert werden.

Rollenförderer übernehmen präzise Führung
Eine weitere Besonderheit steckt in der Fördertechnik für die Kartons. Die Produkte verlassen den Verpackungsautomaten über eine Rutsche. Da das Etikett jedoch fast so breit wie der Karton ist, muss dieser für ein präzises und sauberes Etikettieren genau geführt und ausgerichtet werden. Aus diesem Grund wurde ein sogenannter Referenzkantenförderer integriert.

Auf den ersten Blick scheint es sich hier um ein normales Rollen- bzw. Kugelband zu handeln. Doch bei genauerer Betrachtung sind die einzelnen Rollen im 45°-Winkel zur Förderrichtung angebracht und werden angetrieben. Das bedeutet: Egal wie ein Karton auf diese Förderstrecke kommt, er wird immer exakt an der linken Seite des Bandes ausgerichtet. Und dies ohne jede mechanische Berührung des Kartons, was gerade auch bei hochwertigen Produkten wichtig ist.

Kommt ein Karton schräg oder rechts versetzt auf die Förderstrecke, wird dieser wie von Geisterhand gerade gezogen und an die linke Seite geführt. Mit diesem Prinzip ist für das genaue Etikettieren immer eine exakte Position als Voraussetzung gegeben. Von dem Legi-Air 4050 E etikettiert, werden die Kartons anschließend auf Paletten gestapelt. „Die Entscheidung für den Etikettendruckspender Legi-Air 4050 E war absolut richtig. Er arbeitet so zuverlässig und genau, dass wir sogar über den Einsatz weiterer Systeme nachdenken“, erklärt Pottenbaum abschließend.

 

Heftausgabe: September 2011

Über den Autor

Selma Kürten-Kreibohm, Redakteurin Bluhm-Systeme
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