Erst verpacken, später etikettieren

Produkt-Individualisierung von Blistern in Kleinauflagen

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21.08.2019 Die Produktfertigung in kleinen Losgrößen, verschiedenen Landessprachen und individuellen Ausstattungswünschen ist ein zunehmendes Problem für Hersteller von Pharma und Medizintechnik.

Entscheider-Facts

  • Die Produktfertigung und Individualisierung in kleinen Losgrößen ist ein zunehmendes Problem für Hersteller von Pharma und Medizintechnik.
  • In der beschriebenen Lösung werden Produkte nach dem Blistern nicht mehr etikettiert, sondern ausschließlich mit Datamatrixcodes bedruckt, in denen alle produkt- und fertigungsbezogenen Daten enthalten sind. Danach erfolgt eine Zwischenlagerung.
  • Im Auftragsfall werden die benötigten Produkte anhand der Datamatrixcodes identifiziert. Vorgefertigte Grundetiketten werden im Thermotransfer-Druckverfahren mit auftragsspezifischen Daten bedruckt und auf die Blister gespendet.
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Der modulare Etikettierer LSC-100 kann vier unterschiedliche Blisterformate verarbeiten und auftragsbezogen etikettieren. (Bilder: Intrex)

Problematisch ist dabei die hohe Variantenvielfalt durch kundenspezifische Etiketten, die täglich mehrfache Maschinenumrüstungen erfordern.
Die zu etikettierenden kundenspezifischen Chargen haben häufig nur Auflagen von weniger als 200 Stück, weshalb eine Umstellung der Anlagen zu aufwendig ist. Bei zahnmedizinischen Instrumenten wird zudem ein Großteil auf Blistermaschinen von verschiedenen Herstellern verpackt und etikettiert. Sehr kleine Chargen müssen manuell etikettiert werden.

Datamatrix statt Etikett

Der Hersteller von zahnmedizinischen Instrumenten VDW suchte deshalb nach Möglichkeiten, die Prozesse Verpacken und Etikettieren zu trennen. Durch eine Empfehlung kam das Unternehmen mit dem Verpackungs- und Etikettierungsspezialisten Intrex ins Gespräch. In einer Entwicklungszeit von zwölf Monaten entstand dort ein maßgeschneidertes Lösungskonzept: Künftig werden die Produkte nach dem Blistern nicht mehr etikettiert, sondern mit einem Datamatrixcode bedruckt, der alle produkt- und fertigungsbezogenen Daten enthält. Danach werden die Blister in Kartonmagazinen, sogenannten Tubes, eingelagert.

Die implementierte Lösung basiert auf dem von Intrex entwickelten Etikettierer LSC-100. Dieser kann aktuell vier unterschiedliche Blisterformate verarbeiten und auftragsbezogen etikettieren. Die modulare Bauweise ermöglicht eine Erweiterung auf zusätzliche Formate und Produkte. Die auf einem PC installierte Software KUP-Vision steuert und überwacht alle Funktionen der Etikettieranlage. Die Software speichert Informationen wie Benutzeranmeldungen, Auftrags- und Formatwechsel in einem Audit Trail. Zu jedem Eintrag werden Datum, Uhrzeit, Benutzer, Funktionsdaten und Parameter gesichert. Der Audit Trail und die Statistik-Daten lassen sich jederzeit abrufen und auch separat auf einem Datenträger speichern. Der Etikettierer entspricht in Konstruktion und Ausführung der EG-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, EU-GMP, GAMP 5, und erfüllt auch die FDA-Anforderungen.

Heftausgabe: September 2019
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Über den Autor

Stefan Klöpping, Geschäftsführer, Intrex
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