Das richtige Maß finden

Produktfokus Flüssigkeitsanalytik

Pharma
Food
Kosmetik
Chemie
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

06.11.2019 Ob in der Qualitätssicherung von Rohstoffen oder Produkten oder beim Überwachen von Prozessgrößen: Für die präzise Analytik in Flüssigkeiten aller Art kommt es auf das richtige Equipment an. Dazu finden Sie hier eine Auswahl aktueller Entwicklungen.

 

1: Brauerei-Elektrode

Das für die Bierherstellung spezialisierte pH-Meter HI99151 von Hanna Instruments mit der maßgeschneiderten Spezialelektrode FC214D ist auf die unterschiedlichen Bedingungen während des Brauprozesses ausgelegt: Den pH-Wert messen Brauereien im Wasser, in der Maische, beim Läutern, Hopfen und Gären, aber auch zur abschließenden Qualitätskontrolle. Bei der Herstellung der Maische ist etwa eine Temperatur von 60 bis 70 °C sowie pH 5,2 bis 5,6 erstrebenswert, damit die enzymatischen Prozesse optimal verlaufen. Erschwerend kommt hinzu, dass der gemessene pH-Wert stark temperaturabhängig ist, Maische aber bei unterschiedlichen Temperaturen gemessen wird. Die Spezialelektrode verfügt über eine Titanhülle zum Schutz der inneren Glaselektrode. Die Hülle leitet Wärme schnell an den inte-grierten Temperatursensor weiter. So spricht die Elek-trode zügig an und das Gerät kann Temperaturschwankungen gut kompensieren. Ihre Spitze ist flach und mit einem Textil-Diaphragma versehen, was das Eindringen von Fest- und Schwebstoffen in die Elektrode vermeidet.

2: pH-Messung leicht gemacht

Dostmann Electronic bietet pH Messgeräte im Taschenformat an: Das Einstiegsmodell ph-Check lässt sich einfach kalibrieren und ist besonders für Messungen in Flüssigkeiten geeignet. Mit dem zusätzlich eingebauten Temperatursensor wird auf dem zweizeiligen Display neben dem pH-Wert gleichzeitig die Probentemperatur angezeigt. Aufgrund der automatischen Temperaturkompensation (ATC) ist während der pH-Messung keine Bezugstemperatur separat einzugeben. Die Elektrode wird mithilfe der im Lieferumfang enthaltenen Sensorkappe in einer Aufbewahrungsflüssigkeit gelagert. Das Messgerät ist IP65-spritzwassergeschützt und jederzeit einsatzbereit. Es lassen sich bis zu drei Messpunkte (pH 4, pH 7 und pH 10) kalibrieren. Die jeweilige Kalibrierlösung wird automatisch erkannt, und eine Kali-brierung ist in wenigen Augenblicken durchgeführt. Das Instrument misst von 0,00 bis 14,00 pH (Genauigkeit 0,1 pH) und von 0 bis 60 °C Temperatur (Genauigkeit 1,0 °C). Die Messergebnisse können mit der Hold-Funktion im Display festgehalten werden. Die Spannungsversorgung erfolgt über zwei enthaltene 3 V CR2032 Batterien. Im Display informiert eine Statusanzeige über den aktuellen Batteriezustand. Zu dem handlichen (35 x 225 mm) und 69 g schweren Gerät sind verschiedene Kalibrierlösungen (pH 4, pH 7, pH 10), Aufbewahrungsflüssigkeit, sowie diverse Reinigungsflüssigkeiten erhältlich.

3: Trübe? Na, klar!

Mit dem Absorptionssensor Exspect 231 bringt Exner ein Messgerät auf den Markt, welches zur Bestimmung von Trübungen in einer Vielzahl von Prozessen zuverlässig eingesetzt werden kann. Das Modell basiert auf den bereits im Betrieb bewährten Sensoren Exspect 230 und Exspect 250 und ersetzt diese. Das robuste Edelstahlgehäuse des Sensors besitzt ein hygienisches Design und ist in der Schutzklasse IP69 ausgeführt. Die Messung selbst erfolgt im Nahinfrarot-Bereich (NIR) mit einer Wellenlänge von 850 nm, was eine farbneutrale Messung erlaubt. Die LED-Lichtquelle sowie der Detektor sind durch widerstandsfähige Saphirfenster geschützt. Eine Reinigung mittels CIP/SIP-Prozessen ist möglich. Für die Kalibrierung bzw. Überprüfung der Sensoren im Feld sind NIST-rückführbare Referenzfilter erhältlich. Der Sensor ist in verschiedenen Konfigurationen erhältlich und lässt sich dadurch auf die Anforderungen des Betreibers anpassen. Aufgrund seiner hygienischen und zugleich robusten Bauweise eignet sich der NIR-Sensor nicht nur in der Lebensmittelindustrie, sondern auch in der verarbeitenden Industrie sowie der Umwelttechnik in verschiedenen Anwendungen. Applikationen wie beispielsweise die Überwachung und Regelung von Separatoren, die Bestimmung von Hefekonzentrationen in Brauereien, die Konzentrationsmessung im Stoffauflauf bei der Papierherstellung sowie die Überwachung von Reinigungsprozessen in Molkereien zählen zu den Einsatzgebieten.

4: Lässt nichts im Dunklen

Der Absorptionssensor Turbimax CUS50D von Endress+Hauser misst Trübung und Feststoffgehalt und Absorption – auch in sehr dunklen Flüssigkeiten und Schlämmen. Das robuste Design – insbesondere der Kunststoffvariante – macht ihn widerstandsfähig gegen Salzwasser und aggressive Medien. Darüber hinaus ist der Sensor wartungsarm sowie einfach zu bedienen. Die digitale Signalverarbeitung innerhalb des Sensors und das Memosens-Protokoll sorgen für verlässliche Messergebnisse. Für die meisten Anwendungen reicht eine Einpunktkalibrierung aus. Außerdem ist der Sensor bereits für Trübungs- und Absorptionsmessungen vorkalibriert und enthält verschiedene Anwendungsmodelle. Die spezielle Oberfläche verringert das Risiko von Schmutzablagerungen. Etwaige Oberflächenverunreinigungen werden durch das Luft-Reinigungssystem des Sensors entfernt, so dass die Trübungsmessungen über einen langen Zeitraum unbeaufsichtigt ablaufen können.

5: Weil die Farbe zählt

Das Spektralphotometer Vista von Hunterlab bestimmt gleichzeitig Transmission, Farbe und Trübung. Das Gerät kommt mit kleinen Proben, Einwegbehältern und Reinraum-Equipment zurecht und ist auf die relevanten gesetzlichen Standards und Farbzahlen ausgelegt. Die individuellen Halterungen sind für Proben verschiedener Größe und Volumina von 1 bis 2 ml gemacht. Alle Adapter für die verschiedenen Küvetten, Röhrchen oder Filmträger werden automatisch ausgerichtet, die richtige Platzierung erfolgt ebenfalls automatisch, sodass das Gerät stets genaue Messwerte liefert. Das Gerät ist so konzipiert, dass es sowohl von vorne und oben gleichzeitig weiträumig zugänglich und einfach zu bedienen ist. Ist ein Standard ausgewählt, müssen keine kleinen Knöpfe mehr bedient werden. Über große Touch Icons können die Messungen ausgelöst werden. Das Spektralphotometer ist dabei sehr klein und rund 5 kg leicht. Von der Firmware bis zur Software entspricht das System allen gesetzlichen Standards der Qualitätssicherung. Ausgehend von den Netzwerk-Vorgaben des Betreibers ist die validierte Benutzeranwendung autorisierter Anwender möglich.

6: Wasseranalytik für unterwegs

Swan erweitert sein Angebot an tragbaren Testsystemen zur Analyse der Wasserqualität: Das Photometer-Kit Chematest 30 entspricht auch den Standards der Pharma- und Lebensmittelindustrie. Jedes Photometer ist einzeln kalibriert und seine Lichtquelle NIST-Standard rückverfolgbar, ebenso wie die gelieferten Kits und Küvetten. Das Gerät ist in einem wasserdichten Gehäuse nach IP 67 untergebracht und verfügt über eine LiBatterie mit langer Laufzeit sowie einen großen internen Speicher. Der Hersteller hat die Menuführung im Vergleich zu Vorläufermodellen vereinfacht. Firmware-Updates sind unkompliziert über Bluetooth möglich. Das Photometer eignet sich zur Bestimmung Desinfektionsmitteln wie freiem, gebundenen und Gesamt-Chlor, Ozon, Brom, Iod und Chlordioxid sowie photometriesche Messung von pH und Cyanursäure.

7: Anschluss per Bus

Mit den Messumformern Jumo Digiline lassen sich digitale Sensoren in der Flüssigkeitsanalyse per Bus anschließen. Neu im Programm sind Sensoren zur konduktiven (CR) und induktiven (Ci) Messung der elektrolytischen Leitfähigkeit sowie Variante mit einer IO-Link-Schnittstelle. Der Messumformer ermöglicht es, bis zu sechs digitale Sensoren an dem Messumformer Aquis touch S (P) beziehungsweise bis zu 62 an dem Mess-, Regel- und Automatisierungssystem mtron T zu betreiben. Somit ist sowohl der Betrieb von Einzelmessstellen als auch der Aufbau von umfangreichen Sensornetzwerken möglich. Das Einsatzgebiet ist universell, für alle Wasserqualitäten stehen Varianten zur Verfügung – von ultrareinem Wasser in Pharma-/ Wasser für Injektionszwecke (WFI)-Qualität mit Leitwerten ab 0,05 µS/cm bis zu Messungen in stark konzentrierten Flüssigkeiten bis 2.000 mS/cm. Bewährte analoge Sensoren in hygienischer oder Standardbauform werden mit der digiline-Elektronik zum intelligenten, smarten Sensor erweitert. Die neuen Sensoren sind mit integrierter Elektronik oder abgesetztem Elektronikkopf und Kabelverbindung erhältlich. Mit der abgesetzten Variante können auch problematische Einbausituationen gut gemeistert werden (Wärmeabstrahlung, Vibrationen).

Brau Beviale
Endress+Hauser: Halle 6 – 119
Swan: Halle 6 – 122
Jumo: Halle 6 – 120

 

Heftausgabe: Pharma+Food November 2019
Ansgar Kretschmer, Redaktion

Über den Autor

Ansgar Kretschmer, Redaktion
Loader-Icon