Mit Bienenfleiß zu mehr Planungssicherheit

Projektführungssoftware im Einsatz beim Bayer-API-Projekt in Elberfeld

 

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Achim Kersten,
Projektmanager bei Bayer
Der Trend geht in
Richtung durchgängiger Daten- und Objektverwaltung über Project Management-Systeme.
(Bild: Eszett)

INTERVIEW mit Achim Kersten, Projektmanager bei Bayer

„Spürbar bessere Kommunikation“

Wie beurteilen Sie den Einsatz von Bee für den bisherigen Projektablauf ?
Kersten: Bee wird für Pins, Marker und Punches erfolgreich eingesetzt. Die Akzeptanz ist sehr hoch und eine dezentrale Verwaltung aller anfallenden Punkte in unterschiedlichen Listen nicht mehr denkbar.

Sind mit der Software Kosteneinsparungen auf der Baustelle und in der Planung möglich?
Kersten: Zunächst schien der Einsatz von Bee einen Mehraufwand darzustellen, weil ein neues System zum Einsatz kommt. In manchen Fällen war das auch so, weil bereits Listen in anderen Systemen geführt wurden. Durch eine Importschnittstelle lassen sich jedoch große Datenmengen direkt importieren und somit für die Gesamtbearbeitung erschließen. Wie bei den meisten Formen der Dokumentation, können qualitätssteigernde Effekte nur schwer bis gar nicht in Zahlen ausgedrückt werden. Die Planungssicherheit wird nachhaltig erhöht und ist somit für alle Beteiligte aktuell nachvollziehbar.

Hat sich die Kommunikation zwischen den Gewerken durch den Einsatz des Content Management Systems verbessert?
Kersten: Die Software ersetzt selbstverständlich nicht die notwendige Kommunikation der beteiligten Gewerke untereinander, sie verbessert diese allerdings spürbar, weil eindeutig über Nummern und klare Struktur in den Gewerken Bezug genommen werden kann, bis hin zur Visualisierung im 3D-Modell.

Welchen Stellenwert hat die Software heute für die Planung, welche für die Baustelle ?
Kersten: Der Stellenwert ist in beiden Phasen sehr ähnlich. Es werden To-dos als Pins und Marker sowie Reklamationen  – die „Punches“ – zentral dokumentiert und nachverfolgt. Jedes mit entsprechenden Rechten ausgestattete Projektmitglied ist in der Lage, aktuell den Status in der jeweiligen Phase zu prüfen und mit diesen Informationen das Projekt und/oder die Baustelle zu steuern und somit zeitnah zu reagieren. Vorausgesetzt ist hier selbstverständlich die aktive und zeitnahe Mitarbeit der Bearbeiter.

Wie ist die Akzeptanz der Software beim Owner, bei Planern und bei  Unterlieferanten einzuschätzen?
Kersten: Bei den Ownern und Planern ist die Akzeptanz sehr hoch. Sie stehen in kontinuierlichem Austausch mit den Softwareentwicklern, so dass Ihre Vorstellungen und Erfahrungen aus der Projektarbeit in die Weiterentwicklung der Software einfließen können. Die Akzeptanz der Unterlieferanten hängt im Wesentlichen von deren strategischer Einbindung im Projekt ab. Die Werkzeuge im Projekt müssen vertraglich festgeschrieben sein, damit der Unterlieferant einen Nutzen aus dem Einsatz eines für seine Arbeitsabläufe fremden Systems erhält.

Welche drei wesentlichen Vorteile sehen Sie beim Einsatz mit Bee?
Kersten: Qualitätssteigerung, zentrale Verwaltung über den Werkszaun hinweg via Cloud und unmittelbarer Bezug zum 3D-Modell.

Wie viele Personen arbeiten heute mit Bee und wie viele Punkte werden im API Projekt verwaltet?
Kersten: Zur Zeit arbeiten über 300 User aus ca. 25 Unternehmen mit Bee. Bis heute werden mehr als 13.000 Punkte in der Datenbank verwaltet, Tendenz steigend.

Welchen Stellenwert hat die Software für zukünftige Projekte im Unternehmen ?
Kersten: Der Trend geht in Richtung durchgängiger Daten- und Objektverwaltung über Project Management-Systeme nach der BIM Methode. Da dies für öffentlich ausgeschriebene Projekte bald verpflichtend wird, kann Bee ein wesentlicher Baustein im Zusammenspiel der einzelnen Disziplinen werden.

Heftausgabe: Februar 2017
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Über den Autor

Olaf Zupke ist Geschäftsführer bei Eszett

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