Mehr Produktivität durch trockene Luft

Prozessluft-Trocknung in der Pharma- und Lebensmittelindustrie

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22.03.2019 Wenn sich Tabletten gelb verfärben, getrocknete Lebensmittel in der Verpackung schimmeln oder die Haltbarkeit von gefriergetrockneten und in Vials verpackten Wirkstoffen leidet, dann ist die Ursache jeweils dieselbe: zu hohe Feuchtigkeit in der mitverpackten Umgebungsluft.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Schwankende Feuchtigkeit in der Umgebungsluft kann in verfahrenstechnischen Prozessen mit Pulvern und Schüttgütern zu Problemen führen.
  • Um sehr trockene Prozessluft zu erzeugen, reichen in den meisten Fällen konventionelle Methoden wie die Kondensation der Wassermoleküle an Kühlregistern bzw. Wärmeübertragern nicht mehr aus.
  • Mit sorptiven Verfahren ist es möglich, Taupunkte bis -60 °C und damit eine absolute Prozessfeuchte von weniger als 0,01 g Wasser pro kg Luft im Umluft-Betrieb zu erreichen.
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Um sehr trockene Prozessluft zu erzeugen, reichen in den meisten Fällen konventionelle Methoden wie die Kondensation der Wassermoleküle an Kühlregistern bzw. Wärmeübertragern nicht mehr aus – dann kommen Sorptionstrockner ins Spiel. (Bild: Bilder: ULT Dry-Tec + by-studio − AdobeStock)

Aber auch der Herstellprozess kann durch eine hohe Luftfeuchtigkeit leiden: Schwankende Feuchtigkeit in der Umgebungsluft kann in verfahrenstechnischen Prozessen mit Pulvern und Schüttgütern zu Problemen wie Agglomeration, Adhäsion oder sich verschlechternden Fließeigenschaften führen. Je nach Wetterlage – beispielsweise im Sommer – schwankt die Luftfeuchtigkeit: Prozesse, die im Winter und Frühjahr problemlos funktionieren, können Betreiber im Sommer vor erhebliche Herausforderungen stellen. „Werden beispielsweise hygroskopische Nahrungsmittel-Produkte pneumatisch gefördert, stellt ungewollt in die Druck- oder Saugförderleitung eintretende Luftfeuchtigkeit eine Gefahr dar. Hierdurch kann es sehr leicht zu einem Verklumpen der einzelnen Produktpartikel und letztendlich zum Verblocken oder Verstopfen des gesamten pneumatischen Fördersystems kommen“, nennt Frank Schimmelmann, Geschäftsführer des auf Lufttrockung spezialisierten Unternehmens ULT ein Problem, das zu teuren Produktionsausfällen führen kann. Aber auch die Qualität der Produkte und deren Haltbarkeit können mit zunehmender Luftfeuchtigkeit leiden.

Häufig wird die Prozessluft deshalb mit Kondensationstrocknern entfeuchtet. Doch das Verfahren hat Grenzen, weiß Frank Schimmelmann, Geschäftsführer bei ULT Dry-Tec: „Mit Konvektionstrocknern stößt man bei zirka 50 % relativer Feuchte und Raumtemperatur an eine Grenze.“ Dazu kommt, dass sich in kalten Umgebungen in den Verpackungen Kondenswasser bilden kann, wenn das Produkt in nicht konditionierter Produktionsumgebung mit feuchter Umgebungsluft verpackt wurde.

Heftausgabe: März 2019
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Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food

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Armin Scheuermann ist Chefredakteur von Pharma+Food
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