Annahmerist verstrichen

Qiagen-Übernahme offenbar geplatzt

14.08.2020 Der US-Konzern Thermo Fisher wollte das deutsche Biotech-Unternehmen Qiagen für mehr als 11 Milliarden Euro übernehmen - aber die Qiagen-Aktionäre waren nicht überzeugt. Nach Ende der Frist ist der Deal nun geplatzt.

Weniger als die Hälfte der Aktionäre wollte bis zum Ende der Frist am 10. August auf das Angebot von zuletzt 43 Euro pro Aktie eingehen, nur 47 von nötigen 66 %, berichtet das ARD-Börsenportal. Das ursprüngliche Angebot von 39 Euro pro Aktie hatte Thermo Fisher im Juli heraufgesetzt und gleichzeitig die Annahmeschwelle von 75 % herabgesetzt. Mehrere Großaktionäre, darunter einige Hedgefonds, waren auch mit dem verbesserten Angebot unzufrieden. Eine weitere Erhöhung des Angebots kam für die Amerikaner jedoch nicht in Frage.

Die beiden Unternehmen hatten die Übernahme im März 2020 vereinbart. Vorstand und Aufsichtsrat von Qiagen hatten bei den Aktionären für die Übernahme geworben. Da der Deal nun gescheitert ist, muss Qiagen eine Vertragsstrafe von 95 Mio. US-Dollar an Thermo Fisher zahlen.

Weder Qiagen noch Thermo Fisher müssen sich allerdings ohne die Übernahme Sorgen um ihre wirtschaftliche Zukunft machen. Der Umsatz mit Corona-Tests hat Qiagen im zweiten Quartal ein deutliches Plus bei Umsatz und Gewinn beschert. Marc Casper, Vorstandschef von Thermo Fisher, bekräftigte unterdessen, sein Unternehmen sei für weiteres Wachstum nicht auf die Übernahme von Qiagen angewiesen. (ak)

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