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Rani Therapeutics will Injektionswirkstoffe in Tablettenform verfügbar machen

18.03.2014 Das US-amerikanische Unternehmen Rani Therapeutics, San Jose, hat eine spezielle Tablette entwickelt, die sich zuverlässig erst im Dünndarm auflöst und so die Verabreichung zahlreicher Wirkstoffe, die bislang injiziert werden müssen, ersetzen könnte. Dies meldete das Wall Street Journal Deutschland.

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Rani Therapeutics will Injektionswirkstoffe in Tablettenform verfügbar machen

Spritzen bald überflüssig? Rani Therapeutics entwickelt derzeit eine Alternative für Injektionswirkstoffe in Form einer magensaftresistenten Pille, die den Wirkstoff zuverlässig erst im Dünndarm freigibt (Bild: April Cat-Fotolia)

Die Tablette wird derzeit vorklinisch getestet. Bis 2015 will das Unternehmen valide klinische Daten ermittelt haben. Zu den Investoren in dieses Entwicklungsprojekt zur Kommerzialisierung dieser Tablette gehört unter anderen der Risikokapitalarm des Internetgiganten Google.

Der Erfinder Mir Imran hat ein „autonomes robotergesteuertes Zustellungssystem“ entwickelt, das im Magen und im Dünndarm lange genug intakt bleibt, um genug Wirkstoffe zu übertragen. Der natürliche Verdauungsprozess aktiviert die Tablette, die dann eine Reihe von Funktionen ausführt – ohne Elektronik. Imran sagt dazu, seine Tablette hätte in vorklinischen Studien gezeigt, dass sie mindestens das Niveau von Spritzen erreichen könne.

Während das pH-Niveau im Darm steigt, fällt die äußere Polymerhülle der Pille ab und legt ein kleines Ventil frei, das Zitronensäure und Natriumbikarbonat voneinander trennt. Das bei der Vermischung entstehende Kohlendioxid bläst die ballonförmige Struktur der Pille auf. Diese ist mit zahlreichen ausgehöhlten Nadeln aus Zucker ausgestattet, die den Wirkstoff enthalten. Die Nadeln werden gegen die inneren Magenwände gedrückt, die über keine Schmerzrezeptoren verfügen. Sind sie einmal dort angelangt, lösen sie sich von der Kapsel und anschließend langsam auf. Der Ballon und die Polymerhülle verlassen den Körper.

Weblink zum Thema
Den vollständigen Artikel im Wall Street Journal Deutschland können Sie hier aufrufen. Der Artikel mit einem zusätzlichen Video über die Wirkweise der Tablette ist im amerikanischen Wall Street Journal online erschienen, den Sie hier direkt aufrufen können.

(dw)

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