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Rittal übernimmt Kiesling Maschinentechnik

27.02.2013 Kiesling Maschinentechnik, Dietzenbach, wird Teil von Rittal International in Herborn. Damit baut die Rittal-Firmengruppe ihr Angebot für den Schaltanlagen- und Steuerungsbau weiter aus. Kiesling ist ein Spezialist für Automatisierungslösungen im Schaltanlagenbau.

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Rittal übernimmt Kiesling Maschinentechnik

Dr. Thomas Steffen, Jens von Kiesling, Rolf von Kiesling, Friedhelm Loh (v.l.n.r) (Bild: Rittal)

Über die finanziellen Details der Transaktion haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Rolf von Kiesling, geschäftsführender Gesellschafter der Kiesling Maschinentechnik, und Dr. Thomas Steffen, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei Rittal, bilden die neue Geschäftsführung von Kiesling Maschinentechnik.

„Kiesling Maschinentechnik hat von Anfang an mutig auf Innovationen gesetzt. Indem wir das Unternehmen nun mit Rittal und Eplan verknüpfen, eröffnen wir ihm glänzende internationale Wachstumsperspektiven und erweitern unser umfassendes Leistungsangebot für den Schalt- und Steuerungsbau um die Handhabungstechnik“, erklärt Friedhelm Loh, Inhaber und Vorstandsvorsitzender der Friedhelm Loh Group (zu der Rittal gehört). „In Verbindung mit der Softwareplattform von Eplan und dem kompletten Schaltschranksystem von Rittal können wir unsere Kunden zukünftig entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Schaltschrankbau begleiten.“ Eplan gehört ebenfalls zur Rittal-Gruppe.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und die Perspektive, unsere Automatisierungslösungen künftig auch weltweit gemeinsam etablieren zu können“, nennt Rolf von Kiesling als einen der wesentlichen Gründe für den Zusammenschluss. „Kiesling bietet zukunftsträchtige Automatisierungslösungen für den Schaltanlagenbau und bringt neues Innovationspotential in unsere Unternehmensgruppe“, freut sich Steffen.

Zu den Kernprodukten des 1970 gegründeten Unternehmens zählen Bearbeitungszentren für die Konfektionierung von Schaltschränken, Zuschnittmaschinen, Bestückungsautomaten für Klemmleisten, Montagetische sowie ein Schaltschrankprüfgerät. Kiesling startete zunächst als Ingenieurbüro mit der Ausarbeitung von kundenspezifischen Lösungen im Bereich der Antriebstechnik. 1998 folgte die Erweiterung um den Geschäftsbereich Maschinentechnik und die Entwicklung des ersten Bearbeitungszentrums für den Schaltschrankbau. Damit lassen sich sämtliche mechanischen Bearbeitungsschritte bei der Konfektionierung von Schaltschränken – wie Bohren, Gewindeschneiden sowie Fräsen von Ausschnitten in einem Arbeitsgang – und mit sämtlichen im Schaltschrankbau vorkommenden Materialien durchführen.

Mit einer aktuellen Innovation setzt Kiesling gerade erneut Maßstäbe bei der Automatisierung im Schaltschrankbau. Das robotergestützte „Averex“ Verdrahtungszentrum soll künftig das zeitaufwendige manuelle Verdrahten von Montageplatten ersetzen und vollautomatisch für norm- und sicherheitsgerechte Anschlüsse sorgen. Auch hier ergibt sich durch den Zusammenschluss mit Rittal ein perfektes Miteinander innerhalb der Friedhelm Loh Group: Mit Hilfe der Daten aus dem Eplan Data Portal und der Engineeringsoftware Eplan Electric P8 und Eplan Pro Panel kann der komplette Rittal-Schaltschrank virtuell aufgebaut werden. Eine entsprechende Schnittstelle sorgt dafür, dass alle Daten für die exakte Klemmenpositionierung und die richtige Kabelführung direkt für die Ansteuerung des „Averex“ und anderer Maschinen von Kiesling verwendet werden können.

Die inhabergeführte Friedhelm Loh Group ist ein Familienunternehmen mit 14 Produktionsstätten, über 60 internationalen Tochtergesellschaften und 40 Vertretungen weltweit. Sie beschäftigt 11.500 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2011 einen Umsatz von rund 2,2 Mrd. Euro.

(dw)

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