Optisches Sensorsystem überwacht Reinigungsprozesse

Robbie auf Putztour

Pharma
Food
Kosmetik
Chemie
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

18.05.2018 Autonome Fahrzeuge liegen im Trend. Bei der Anlagenreinigung könnten mobile Geräte helfen, gegenüber CIP-Systemen Energie und Reinigungsmedien einzusparen.

Anzeige

Entscheider-Facts für Betreiber und Planer

  • Um tatsächlich alle Verschmutzungen zu erwischen, sind automatische Reinigungssysteme in Bezug auf den Medieneinsatz immer überdimensioniert.
  • Das mobile Reinigungsgerät ermittelt mit einem optischem Sensorsystem zur Schmutzerkennung den Reinigungsbedarf in Anlagen, legt daraufhin die Parameter zur Reinigung fest und führt diese anschließend autonom durch.
  • Das Mobile Cleaning Device (MCD) wird auf dem Anlagenförderband durch die Maschine bewegt.
1 Das MCD passt die Intensität der Reinigung dem Verschmutzungsgrad der Verarbeitungsanlagen individuell an, macht Ergebnisse reproduzierbar und erhöht so die Lebensmittelsicherheit

Das Mobile Reinigungsgerät passt die Intensität der Reinigung dem Verschmutzungsgrad der Verarbeitungsanlagen individuell an, macht Ergebnisse reproduzierbar und erhöht so die Lebensmittelsicherheit.

Das Fraunhofer IVV, Dresden, arbeitet an einem Reinigungsgerät, das künftig komplett autark auf Putztour gehen soll und setzt dafür auf eine clevere Kombination aus Sensoren und Kamerasystemen.

Das mobile Reinigungsgerät ermittelt mit einem optischem Sensorsystem zur Schmutzerkennung den Reinigungsbedarf in Anlagen, legt daraufhin die Parameter zur Reinigung individuell fest und führt diese anschließend autonom durch. Dazu wird das Mobile Cleaning Device (MCD) auf dem Anlagenförderband durch die Maschine bewegt. So verbinden die Forscher die Flexibilität manueller Reinigungsprozesse mit dem Vorteil reproduzierbarer Ergebnisse automatisierter Cleaning-in-Place (CIP) Systeme. Im Ergebnis werden Zeit gespart, Ressourcen geschont und Prozesse reproduzierbarer – eine wichtige Rolle spielen dabei Sensoren und Industriekameras.

Neue Reinigungstechnologien zu entwickeln, die auch in hygienisch sensiblen Bereichen der Lebensmittel- und Pharmaproduktion eingesetzt werden können, ist ein zentraler Forschungsschwerpunkt am Fraunhofer IVV in Dresden. „Derzeitige Reinigungsprozesse sind in den meisten Fällen am Worst-case ausgelegt, so dass viel Zeit und Ressourcen verschwendet werden“, erläutert Roman Murcek, Projektverantwortlicher für das MCD am Fraunhofer IVV. Das Interesse der Industrie an automatisierten Systemen zur bedarfsgerechten, berührungslosen und intelligenten Reinigung ist demnach groß – auch um die Reinigungserfolge besser und großflächig validieren zu können. Denn gerade in der Lebensmittelproduktion ist die Hygiene ein entscheidender Faktor mit direkten Auswirkungen auf die Lebensmittelsicherheit. Wo befinden sich die Verschmutzungen? Welcher Art sind sie? Was sind passende Reinigungsmedien? War die Reinigung erfolgreich? Fragen, die bei manuellen Prozessen Menschen beantworten und bewerten müssen und deren Validierung häufig nur stichprobenartig und lokal, z.B. über Abklatschtests erfolgt.

Heftausgabe: Juni 2018
Seite:
Anzeige

Über den Autor

Nicole Marofsky, Marketing Communication im Vision Competence Center bei Baumer
Loader-Icon