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Roche: Konzern-Umsatz im ersten Halbjahr um 5 Prozent gestiegen

29.07.2013 Der schweizer Pharma- und Diagnostik-Hersteller Roche, Basel, hat den Konzern-Umsatz im ersten Halbjahr um 5 % auf 23,3 Mrd. Schweizer Franken gesteigert. Dabei legten die Verkäufe der Division Pharma um 6% zu, die bei der Division Diagnostics stiegen um 3%.

Roche: Konzern-Umsatz im ersten Halbjahr um 5 Prozent gestiegen

“Unsere Entwicklungspipeline umfasst 68 neuartige pharmazeutische Wirkstoffe sowie 55 wichtige Plattformen und Tests für die Diagnostik“, sagte der Roche-CEO severin Schwan zur Halbjahrespressekonferenz des Konzerns (Bild: Roche)

Der Konzerngewinn beläuft sich auf 6 Mrd. Franken. Severin Schwan, CEO von Roche: „Der Konzern legte im ersten Halbjahr 2013 ein starkes operatives Ergebnis vor, getragen von unserem bestehenden Portfolio, den vor kurzem am Markt eingeführten Krebsmedikamenten Perjeta und Kadcyla sowie dem anhaltenden Wachstum unseres Geschäfts mit klinischen Labors. Auch künftig wird Innovation bei uns im Fokus stehen. Unsere Entwicklungspipeline umfasst 68 neuartige pharmazeutische Wirkstoffe sowie 55 wichtige Plattformen und Tests für die Diagnostik.“

Aufgrund der anhaltenden Nachfrage nach wichtigen Krebsmedikamenten und diagnostischen Produkten für klinische Labors erhöhten sich die Konzernverkäufe im ersten Halbjahr 2013 um 5% auf 23,3 Milliarden Franken. Dieses starke Verkaufsergebnis trug wesentlich zum Anstieg des Kernbetriebsgewinns des Konzerns und des Kerngewinns je Titel (EPS) sowie der Verbesserung der Profitabilität bei.

Die Verkäufe der Division Pharma stiegen um 6% auf 18,2 Milliarden Franken, diejenigen der Division Diagnostics um 3 % auf 5,1 Mrd. Franken. Die hohe Nachfrage nach den drei wichtigsten Krebsmedikamenten von Roche – MabThera/Rituxan, Avastin und Herceptin – hielt im ersten Halbjahr 2013 unverändert an. Die Verkäufe von Avastin entwickelten sich besonders gut und stiegen um 12 %, vor allem aufgrund des erhöhten Einsatzes des Medikaments gegen Eierstockkrebs in Europa sowie gegen Dickdarm- und Enddarmkrebs in Europa und den USA. Das Portfolio zur Behandlung von HER2-positivem Krebs verzeichnete nach den kürzlich erfolgten Markteinführungen von Perjeta und Kadcyla gute Verkaufszuwächse um 11 %.

Der Geschäftsbereich Professional Diagnostics erzielte, basierend auf seinem umfangreichen Portfolio an Tests, Software und Dienstleistungen erneut deutliche Verkaufszuwächse mit 6 %. Dies wurde teilweise kompensiert durch einen Umsatzrückgang von 5 % beim Geschäftsbereich Diabetes Care, geprägt von einem weiterhin schwierigen Marktumfeld und anhaltenden Preisrückgängen.

Dank des starken Verkaufsergebnisses legte der Kernbetriebsgewinn des Konzerns um 10 % auf 9,5 Mrd. Franken zu. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung wuchsen um 4 %, vor allem aufgrund von Studien in den Therapiebereichen Onkologie und Neurowissenschaften. Dies schliesst Studien für neue Indikationen für kürzlich eingeführte Produkte, zu neuartigen Therapien wie dem Krebsmedikament Anti-PDL1 und zur Fortführung von Programmen zu Schizophrenie, multipler Sklerose und Alzheimer ein.

Forschungs- und Entwicklungspipeline
Das Portfolio zur Behandlung von Blutkrebs wurde mit positiven Daten zu Obinutuzumab (GA101) und dem Bcl-2-Hemmer RG7601, den Roche gemeinsam mit AbbVie entwickelt, weiter gestärkt. Im Juni wurden die Studienresultate in USA und Europa orgestellt.

GA101 und RG7601 gehören zu den Arzneimitteln der nächsten Generation von Roche, die gezielt gegen bestimmte Arten von Blutkrebs wie Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) und chronische lymphatische Leukämie (CLL) wirken. Gestützt auf positive Phase-III-Ergebnisse mit GA101 bei CLL hat die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA dem Prüfmedikament den Status einer Durchbruchtherapie („Breakthrough Therapy Designation“) zuerkannt sowie ein beschleunigtes Zulassungsverfahren zugesichert. Die Entscheidung der FDA wird bis Ende Dezember erwartet. Auch in Europa wurde ein Zulassungsgesuch für GA101 eingereicht. Roche beabsichtigt, RG7601 in die späte klinische Entwicklung zu überführen, nachdem Phase-I-Daten bei Patienten mit wiederkehrendem oder bislang therapieresistentem CLL eine Gesamtansprechrate von 84 % gezeigt hatten. Bei Patienten mit wiederkehrender oder bislang therapieresistenter NHL lag die Gesamtansprechrate bei 53%. RG7601 soll den natürlichen Prozess des Zellsterbens (Apoptose) fördern.

Der Anti-PDL1-Antikörper von Roche RG7446, zur Behandlung von nichtkleinzelligem Lungenkrebs befindet sich in der mittleren Entwicklungsphase, nachdem an der ASCO-Tagung vielversprechende Phase-I-Daten vorgestellt wurden. Zum klinischen Entwicklungsprogramm wird auch die Einbeziehung eines Begleitdiagnostikums gehören. Roche prüft RG7446 auch in weiteren Studien bei verschiedenen Krebsarten, sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit anderen Arzneimitteln wie Avastin und Zelboraf. RG7446 ist ein neuartiges Medikament zur Behandlung von Krebs. Es zielt darauf ab, die körpereigene Immunabwehr wiederherzustellen, damit der Körper die Krebszellen bekämpfen kann, und wirkt durch Interaktion mit dem Protein PD-L1.

Auch die Studie TH3RESA erreichte vor kurzem ihren Ko-primären Endpunkt (progressionsfreies Überleben). Sie stellte Kadcyla einer vom Arzt gewählten Behandlung bei Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs gegenüber, die bereits mit einer gezielten HER2-Therapie behandelt worden waren. Ausführliche Ergebnisse sollen bei einem der nächsten wissenschaftlichen Kongresse vorgestellt werden. Der andere Endpunkt ist ‚Gesamtüberleben‘, aber diese Daten sind noch nicht verfügbar.

Wie bereits berichtet, ergab eine planmässige Verträglichkeitsprüfung von Aleglitazar bei Typ-2-Diabetes im Rahmen der Phase-III-Studie AleCardio Sicherheitsbedenken und fehlende Wirksamkeit. Roche hat daher beschlossen, alle Studien mit Aleglitazar zu beenden.

Ausblick für Gesamtjahr bestätigt
Basierend auf dem starken operativen Ergebnis im ersten Halbjahr bestätigt Roche den Ausblick für das Gesamtjahr 2013. Für das laufende Jahr rechnet die Roche-Gruppe mit einem Verkaufszuwachs im Rahmen des Vorjahres, zu konstanten Wechselkursen. Zudem wird ein Wachstum des Kerngewinns je Titel angestrebt, das über dem Verkaufswachstum liegt. Roche geht davon aus, die Dividende auch für das Jahr 2013 zu erhöhen.

Die vollständige Medienmitteilung von Roche zur Halbjahresbilanz des Konzerns umfasst 29 Seiten und kann im Original am Ende dieser Nachricht aufgerufen beziehungsweise herunter geladen werden.

(dw)

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